Bathsheba Everdene ist sicherlich nicht die heroischte aller Heldinnen, nein, im Gegenteil sind ihre Verhaltensweisen oft nicht nachvollziehbar, sondern eher naiv, niemals jedoch weise. Aber das ist wohl das Charakteristische an Thomas Hardy's Protagonisten, von Umwelteinflüssen und Erbanlagen so fremdbestimmt zu sein, dass eine Kontrolle des eigenen Handelns kaum noch möglich erscheint. So verrennt sich die junge Heldin in unmögliche Situationen und verletzt dabei nicht nur eigene, sondern auch auf breiter Basis die Gefühle anderer Menschen. Ganz anders da der männliche Protagonist. Gabriel Oak ist ein Mensch, den jeder mögen muss: Aufrecht, ehrlich und bis zur Selbstaufgabe loyal. Ob beide am Ende zusammenkommen oder an ihren Sehnsüchten und falschen Entscheidungen scheitern, soll hier nicht verraten werden.
Wer Spaß an liebevollen und detailgetreuen Literaturverfilmungen hat, der sollte hier nicht zögern. Er wird mit mehr als 3 Stunden bestem Drama belohnt. Und Nathaniel Parker spielt den unglücklich verliebten Schäfer Oak so glaubwürdig, dass es einen tief berührt. Und nie verliert seine Darstellung die Würde und Loyalität des Protagonisten.
SEhr empfehlenswert. Und falls man an manchen, wenigen Stellen das local English nicht verstehen kann, so sind Subtitles zuschaltbar.