Der grandiose Mix aus Besinnlichkeit, Humor und Entertainment, der Chris de Burgh's Konzertqualitäten in den folgenden Jahrzehnten geprägt hat, ist hier in diesem Debutalbum bereits in allen Facetten ausgeprägt. Die Schwerverdaulichkeit mancher Songs, die unvermutete Tiefe der Texte und Arrangements hat es jahrelang zu einem Ladenhüter und CdeB für eine Dekade zum Nischenmusiker degradiert. Dabei ist "Castle Walls" mehr als nur ein Sammelsurium erster Versuche, es ist in Wahrheit der hoffnungsvolle Aufbruch eines außergewöhnlichen Sängers und Songschreibers, der im Herzen spürte, daß er der Welt etwas mitzuteilen hat. "Satin Green Shutters" beispielsweise, dieses von Grund auf naive aber ehrlich anrührende Liebeslied, stammte noch aus einer Zeit, in der der blutjunge CdB auf Schulparties allein zur Gitarre sang. Mag dem allzu kritischen Hörer auch manches Arrangement gemäß der Mode der 70ger überladen vorkommen, so entsteht doch gerade hieraus der besondere Reiz dieses Albums. Eine Zeit, in der Musikmanagement noch aus dem Bauch heraus gemacht wurde, in der man jungen Künstlern noch den Raum gab, sich zu entwickeln, konnte einen Sänger wie CdeB überhaupt hervorbringen. Ich bin dankbar für dieses Album, welches von Beginn an einen Ehrenplatz in meiner Cd-Sammlung belegt. Mit "Hold on" und "The Key" enthält es einige der schönsten Songs, die CdeB jemals geschrieben hat.