Das Gerät ist mechanisch gut verarbeitet. Lediglich der Lüfter wirkt etwas unterdimensioniert, bei längerem Betrieb werden die Festplatten teils sehr warm. Dafür ist das Netzteil in den sehr kompakten Kasten bereits integriert, es wird also direkt ein Kaltgerätekabel angeschlossen.
Ich benutze das Gerät ausschliesslich im Raid-1-Modus mit 2 2-TB-Platten von Samsung, welche intern betrieben ~120 MB/s erreichen. Die initiale Einrichtung des Raids nahm rund 10h in Anspruch, was einer durchschnittlichen Transferrate von 60 MB/s entspricht. Entsprechend einzuplanen ist diese Zeit also vor der ersten Inbetriebnahme.
Mit dem USB-Anschluss werden rund 25 MB/s gelesen oder geschrieben, bei Verwendung von eSATA sind bis zu 100 MB/s lesend oder schreibend möglich. Ob die Begrenzung der Lese-/Schreibgeschwindigkeiten am Gerät oder dem verwendeten eSATA-Port (integriert in ein Thinkpad T410s mit MiniDock Plus Series 3) liegt, weiss ich nicht, da alle anderen externen Platten langsamer sind :) Wird der eSATA-Port verwendet, kann der Host entsprechenden Signale an die Platten schicken, damit sie sich im Falle des Herunterfahrens/Suspend ebenfalls schlafen legen, das Gerät bleibt dann weiterhin betriebsbereit mit sehr leisem Lautstärkepegel und wacht bei Zugriffen automatisch auf. Es ist nicht möglich, dass Gerät softwareseitig einzuschalten (also das Drücken des Schalters vorne zu imitieren), nach einem Stromausfall ist das Gerät ebenfalls aus. Dies macht die Benutzung mit remote bedienten Schaltnetzteilen schwierig.
Einige Kommentare zur Einrichtung:
* Es empfiehlt sich die Verwendung des SteelVine Managers, welcher auf der Herstellerseite kostenlos heruntergeladen werden kann. Dieser ist für Linux, Mac und Windows verfügbar und ermöglicht es beim vorliegenden Gerät, E-Mails bei einer Änderung des Status zu verschicken, Rebuilds und Verifications des Raids anzustoßen und sich den aktuellen Status anzuzeigen. Wird der Manager zusammen mit der USB-Verbindung verwendet, wurde mein Syslog sehr schnell mit (harmlosen) Fehlermeldungen geflutet. Bei Benutzung der eSATA-Schnittstelle traten diese nicht auf.
* Der eSATA-Port funktioniert mit dem o. g. Notebook im Raid-1 Modus nur dann mit den neueren Linux-Kerneln (2.6.38+), wenn Port-Multiplier-Support für eSATA (-> Device Drivers -> Serial ATA and Parallel ATA drivers -> SATA Port Multiplier support) im Kernel _aus_geschaltet ist. Ansonsten scheitert jeder Initialisierungsversuch von Seiten des Hosts innerhalb weniger Sekunden. Dies scheint ein bekanntes Problem mit dem verbauten SiL 5744-Chip zu sein.
* In der Raid-1-Konfiguration wird dem Host ein gewöhnliches Blockdevice präsentiert. Dieses kann problemlos formatiert werden. Auch die Benutzung mit LUKS/cryptsetup ist problemlos möglich, auch bei Hotplugging des Gerätes.
* Um das über eSATA angeschlossene Gerät nach dem Einstöpseln zu erkennen, kann auf Linux-Systemen, die dies nicht automatisch durchführen, rescan-scsi-bus (evtl. mit Hostnummer) ausgeführt werden.
Es ist weiterhin praktisch, größere Mengen Klebeband zur Verfügung zu haben, die extrem hellen blauen Leuchtdioden sind auch durch eine Lage Ducttape noch gut erkennbar.