Vieles ist bisher schon zu diesem Gerät gesagt worden (auch bei den anderen Versionen mit Platte -> amazon: mal zusammenführen!).
Ich gehe nur auf das ein, was mir persönlich wichtig ist / aufgefallen war:
Mein Einsatzzweck: der MM-FHDL sollte als ganzheitlicher Medienplayer in den HiFi-/TV-Schrank eingebunden werden, und zwar zunächst per Scart an ein Loewe-Röhren-TV.
Da bei mir die Rezpetion von Musik genauso wichtig wie Filme Schauen ist, sollte sowohl die MP3-Sammlung als auch Internetradio über das kleine Gerätedisplay (also OHNE TV!!!) zu durchforsten und abzuspielen sein.
Hier ist für mich auch gleich der größte Kritikpunkt: die Firmware-Entwicklung ging mit großer Lieblosigkeit bzw. Einfalt an den Teil für rein auditive Medien. Das äußert sich z.B. so, dass man über den Dateibrowser erst in ein Unterverzeichnis muß, wo sich auch mind. eine MP3-Datei befindet, um ein Abspielen starten zu können. Für Menschen, die Ordnung halten und Ihre MP3-Sammlung auch schon auf Dateiebene in einer mit 4-5 Ebenen verzeigten Ordnerstruktur vorhalten, ist dies eine ZUMUTUNG!
OK, wenn den Entwicklern/Produktmanagern so etwas schon zu hoch ist, hätte man wenigstens dem User alle Ordner virtuell flach nebeneinander anbieten und durch eine Folder Up/Down-taste auf der FB wenigstens so eine etwas bequemere Varfiante anbieten können. Beim Fantec muss man erst mit dem Dateibrowser zurück, dann wieder neu aussuchen etc. Wer nn hofft, die erst kürzlich per Firmware-Update hinzugekommene "Media-Library" würde in dieser Hinsicht etwas verbessern, irrt. Zwar kann man nun nach Artist, Album usw. suchen/sortieren, aber abspielen wieder erst auf allerunterster Ebene. UND: auf dem DISPLAY ist von der Media Library noch nichts umgesetzt - geht also nur mit TV.
Internetradio war ein Schocker, weil nur Anbieter gelistet werden, welche die Shoutcast-Server der Winamp-Entwickler verwenden. MIES! Wie höre ich nun meine Lieblings-Uni-Radio-Station aus Auckland, NZ? Generell ist hier die Einschränkung auf einen propietären Anbieter (und das ist Shoutcast nunmal) nicht akzeptabel! Hier wollten die produktmanager wohl besonders schlau sein und Entwicklungszeit sparen, in dem einfach die HTTP-"Api" von Shoutcast genutzt wird. Das resultieret darin, dass man beim Fantec nach ca. 7-8 Kategorien filtern kann - mehr nicht. D.h. in beliebeten Kategorien tauchen Tausende von Sendern auf - wenn wenigstens noch nach Bitrate filterbar wäre! Aber nein, auch hier: hoppla-hopp und lieblos. Achso, wer denkt , er könne über das Display dann sehen, was gerade gespielt wird: Fehlanzeige - man sieht hier nur die zuletzt angewählte HTTP-Adresse... ÄÄHHH?
Filme abspielen, was wohl die Kernfunktion des Geätes sein soll, klappt erstmal zufiedenstellend, trotz einiger Freezes/Abstürze beim Öffnen von VIDEO_TS.IFO Dateien. Positiv ist hier anzumerken, dass DVD-Menüs simuliert werden und die Filme sehr frei gezoomt werden können - selbst die Letterbox-Streifen bekommt man ohne großen Qualitätsverlust weggezaubert (wenn man denn auf den fehlenden Inhalt an den Seiten leben verzichten kann... ;)
Die Verbindung per SCART an den 16:9 Loewe-Röhren-Fernseher gibt ein recht gutes Bild, alerdings scheint es mir in der SCART-Beschaltung des Fantect einen Fehler zu geben: da meine TV nur _eine_ RGB-fähige Scartbuchse hat, habe ich den Fantec an den SCART-Eingang meines Technisat Digicorders angeschlossen. Der Digicorder leitet das Signal normalwerweise durch, wenn er aus ist oder man AV wählt. Beim Fantect klappt die Durchkeitung nur, wenn der Digicorder an ist und auf AV steht. Bei einem DVD-Player, der Wii und einen Hifi-Videorecorder von mir klappt es auch, wenn der Digicorder aus ist. Fehlt dem Fantec da eine Schaltspannung o.ä.?
Zur Hardware: die Verarbeitung ist gut - hier kann man merken, das europäische QS-Maßstäbe beim chinesischen/taiwanesischen Lieferanten angesetzt wurden - im Gegensatz zur Firmware!!!.
Ein etwaiger Einbau einer 2,5"-Festplatte gestaltet sich "fummlig" - da die eigentlich vorgesehene 3,5"-Platte nur an ganz bestimmen Stellen verschraubt werden kann, passen die Löcher bei 2,5"-auf-3,5"-Einbaurahmen nicht so gut... man bekommt es aber hin. In der Konstellation mit keiner Platte oder stromsparender Platte kann man den Lüfter wahrscheinlich dauerhaft abklemmen.
Netzwerk: hier habe ich nur kurz den Durchsatz getestet: 4-4,5 MB/s -> also schlecht umgesetzte 100Mbit-Schnittstelle. Wie man heutzutage überhaupt noch so ein Gerät, welches mit RIESIGEN Datenmengen zu tun hat, ohne Gigabit-Schnittstelle konzipieren kann, ist mir schleierhaft. Oder, eigentlich doch nicht, denn dann müsste man potentere "Begleithardware" verbauen, damit da überhaupt mehr Performance rauskommt.
Fazit: das Gerät hat auf dem Papier / vom Konzept her einiges an Potenzial, genügt meinen (medial-ganzheitlichen ;) Ansprüchen jedoch nicht. Grund ist für mich hauptsächlich lieblose/schlampige Firmware-Programmierung/Software-QS. Fantec sollte sich überlegen, die Firmware zu öffnen - dann könnte noch etwas Brauchbares draus werden!
Für alle MKV- und AVI-Dauersauger, die nicht viele Ansprüche haben, ist es sicher das Richtige.
Ich werde mir als nächstes jedenfalls die Sybas Popcorn Hour C-200 anschauen... kostet allerdings doppelt so viel!