Kennt ihr das Gefühl? Ab der dritten externen Festplatte spätestens hat man das ganze Kabelgewirr und die Probleme beim Verstauen satt. Als ich mit 2 1-Terrabyte-Platten zur (doppelten) Sicherung meiner recht umfangreichen Videosammlung anschaffen wollte, schwor ich mir eine bessere Lösung zu finden. Und bei dem Speichervolumen sollten die Daten dabei unbedingt über einen SATA-Bus laufen, USB ist dafür einfach zu langsam.
Lösung Nr. 1: Festplatten fest einbauen. Aber das führt den Backupgedanken ans Absurdum. Raucht der Rechner ab, gehen möglicherweise beide Sicherungen flöten. Lösung Nr. 2: Eines dieser Universalkabelsets zum schnellen anstöpseln von Festplatten. Aber gerade Kabelgewirr wollte ich ja vermeiden. Lösung Nr. 3: Ein Festplattenwechselrahmen.
Der MR-35 wird in einen freien 5 1/4 Zoll Laufwerksschacht eingebaut. Anschließend muss der Rahmen mit dem Netzteil verbunden werden. Als letztes folgt schließlich der Anschluss eines SATA-Kabels.
Letzteres bereitete mir nicht geringe Kopfzerbrechen. SATA ist nämlich nicht völlig Hot-Plug-and-Play fähig, d.h: Man kann es nicht einfach wie einen USB-Stick unter Windows abmelden. Wohl dem, der eine ESATA-Schnittstelle auf dem Mainboard hat. Fehlt diese, aber ihr habt einen ESATA-Anschluss an der Rückseite eures PCs, dann macht es wie ich: Führt ein Kabel über eine modifizierte PCI-Slotblende zurück in den Rechner. Auf Kabellänge und Zugentlastung achten! Alternativen: Es gibt Freewareprogramme, die Hot-Plug-and-Play auch auf normalen SATA-Anschlüssen ermöglichen. Ihr könnt natürlich auch jedes Mal erst Windows herunterfahren, bevor ihr die Festplatte entnehmt.
Ein großer Vorteil des MR-35 ist die Entkopplung der Festplatten. Soll heißen: Es werden keine Schwingungen auf das PC-Gehäuse übertragen, die Festplatten arbeiten leise. Nachteil: Es fehlt eine (aktive oder passive) Kühlung der Festplatten. Da ein Wechselrahmen jedoch nicht als "Lagerung" für Festplatten gedacht ist, sehe ich hier keine Probleme. Ein Temperatur-Check ergab, dass meine Festplatten auch nach stundenlangem Beschreiben (1 TB muss man erst mal voll bekommen!) innerhalb der Temperatur-Grenzvorgaben des Herstellers bleiben.
Die Festplatten sollte man zu ca. 4/5 in den Wechselrahmen stecken, und dann die Klappe schließen. Schiebt man die Festplatte nämlich bis Anschlag rein, könnte es Probleme geben sie wieder herauszubekommen! (Dieses Problem tritt vor allem bei neuen Platten auf)
Fazit: Der MR-35 macht das Ein- und Ausbauen einer Festplatte so einfach wie das Wechseln einer Diskette. Diese kann man dann in einer Anti-Statik-Hülle schön platzsparend verstauen. Ich finde keine Kritikpunkte; Das Gehäuse ist gut verarbeitet, der Preis für das Gebotene super günstig. Also 5 Sterne!
Ein kleiner Hinweis noch am Schluss: Die SATA Spezifikationen garantieren nur 50 Steckzyklen für den Anschluss. Ich denke jedoch, dass es in der Praxis mit dem R-35 erheblich mehr sind, schließlich wird die Verbindung immer gleich hergestellt, es gibt kein Verkannten oder Ähnliches.