Ich möchte hier unbedingt mit einem Vorurteil, bzw. einer falschen Meinung aufräumen, die ich andauernd über dieses Spiel lesen muss.
Mir kommt es vor, als schreiben einige Leute Rezensionen über dieses Spiel, ohne es zu kennen, oder kennen es nur vom Hörensagen:
Dem Spiel liegen 5 Szenarien bei, nicht nur 3.
Jedes dieser 5 Szenarien hat 3-6 Stellen, an denen Alternativen eingebaut werden.
z.B. kann ein bestimmter Gegner trotz gleichem Szenario an völlig unterschiedlichen Stellen des Spielplans entstehen. Oder anstatt einen bestimmten Gegner zu töten muss man plötzlich etwas ganz anderes tun, z.B. einen bestimmten Raum erreichen. Da man auf diese Weise in ein und dem selben gleichen Szenario jedesmal mehrere völlig verschiedene Teilmissionen hat, und sich auch der Aufbau des Spielplans in Bezug darauf verändert, wo welche Gegenstände sich befinden, und welche Türen man in welcher Reihenfolge öffnen kann, weis man eben nicht sofort, wie man den Spielleiter austricksen könnte. Nur weil der Anfang, die erste Alternativauswahl des SPielleiters schon mal gespielt wurde, wissen die Spieler also noch lange nicht, ob sich ein wichter Gegner dieses Mal im Garten, im Keller oder im Schlafzimmer befindet. Und wie schon gesagt, befinden sich Schlüssel und Schlösser auch jedes Mal an völlig neuen Stellen, so dass man eben nicht blindlinks einfach drauf los stürmen kann. Wer die Anzahl an Szenarien bei VdW kritisiert, der sollte dann erst Recht von Descent abraten, da die Szenarienvielfalt dort bei weitem geringer ausfällt. Es gibt zwar mehr "Spielplan-Szenarien", aber die sind wirklich jedesmal gleich. Bei VdW gibt es für jeden der 5 Spielpläne, wie oben erläutert, eine Menge an Story-Alternativen, so dass man schon bei dem kleinsten Szenario auf 12 verschiedene Stroy-Abläufe kommt.
Das läuft folgendermaßen ab:
im ersten Szenario, das immer auf der gleichen Karte gespielt wird, kann der Spielleiter sich an 3 Stellen für einen alternativen Handlungsweg entscheiden. Am 1. Punkt gibt es 3 Möglichkeiten, am 2. und 3. Punkt jeweils 2 Möglichkeiten.
Also
1a, 1b, 1c
2a, 2b
3a, 3b
Nun kann er sich z.B. für 1a,2b,3a entscheiden, oder für 1c,2b,3a usw.. Daraus entstehen eine Menge Kombinationsmöglichkeiten. Im letzten, größten Szenario sind es z.B. 6 Punkte mit Handlungsentscheidungen.
Im Spiel werden in bestimmten Abständen dann Karten gezogen, die die Handlung je nach gewählter Entscheidung in eine bestimmte Richtung gehen lassen. Also kommt alles in Allem eine Menge Variation auf.
Bitte lasst euch nicht von solchen Aussagen wie "Es sind nur 5 Szenarien enthalten", oder "Jedes Szenario hat nur 3 verschiedene Handlungsstränge, es sind also nur 15 Szenarien" entmutigen, denn diese Aussagen kann man so einfach nicht stehen lassen.
Und selbst wenn es "nur" 15 Szenarien wären, dann rechnet mal aus, wie lange es dauert, die alle zu spielen. Es sei denn man ist Schüler und kann sich jeden Nachmittag treffen, um mehrere Runden zu spielen. Trifft man sich aber z.B. nur alle 2 Wochen und spielt wirklich nichts anderes als dieses Spiel, dann hätte man 15 Szenarien erst nach 30 Wochen Durch.. das ist über ein halbes Jahr. Und dann kann man wieder von Vorne anfangen und diesmal einen völlig anderen Handlungsstrang wählen und im Nu verläuft das angeblich so bekannte Szenario auf einmal völlig anders.
Die erste Erweiterung ist auch bereits auf dem Weg, es sollte also eigentlich nicht so schnell die Lust vergehen, wie hier so beschrieben wird. ;)