Bin total begeistert! Schon das Auspacken war eine heilige Handlung. Das Spielmaterial ist einfach schön und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Daher hat es schon Spaß gemacht, die ganzen Tokens etc. aus den Bögen auszustanzen und sich die vielen Karten einfach nur anzuschauen.
Danach ging's an die Lektüre der Spieleanleitung. Man sollte sich schon ganz gut im Englischen auskennen, speziell im Spielevokabular. Ist bei mir aber kein Problem. Die 32 Seiten haben mich zunächst zwar etwas eingeschüchtert, doch wenn man erstmal mittendrin ist, macht es sogar Spaß sie zu lesen. Die Regeln sind gar nicht so kompliziert, wie man zunächst vielleicht vermutet, und durchaus leicht nachzuvollziehen. Sie sind allerdings recht umfangreich. Das ist in diesem Fall aber durchaus ein Vorteil. Denn sie erlauben sehr viele Handlungsmöglichkeiten. So kann man sich z. B. während eines Spielzuges überlegen, ob man, um einen Zylonenangriff abzuwehren, einen bestimmten Ort auf dem Spielbrett aufsucht, um einen Zylonenraider von der Galactica aus anzugreifen, einen Piloten in eine Viper zu setzen oder die Zivilschiffe in eine andere Spacezone zu verschieben. Alternativ kann man auch eine Skillkarte ausspielen, die besondere Handlungen ermöglicht. Was also auf den ersten Blick kompliziert erscheint, ist letztendlich eigentlich nur Vielfalt. Man kann sehr vieles Verschiedenes tun; die Aktionen selbst sind aber sehr einfach auszuführen.
Und das ist auch schon der Hauptgrund, warum mir das Spiel so gut gefällt. Die Regeln sind schnell gelernt, und nach zwei, drei Mal durchspielen, braucht man das Regelheft nur noch sporadisch dabei zu haben. Trotzdem ist das Spiel durchaus komplex und eröffnet eine Menge von Handlungsmöglichkeiten. Man muss sich seine Aktionen sehr gut überlegen, denn im o. g. Beispiel hätte die Wahl einer der vielen möglichen Aktionen natürlich jeweils einen anderen Ausgang des Spielzuges, was Rettung oder Ende der Menschheit bedeuten könnte. Man muss also während des Spiels durchaus viel Grübeln, aber nicht über die Regeln sondern über die eigene Spieltaktik.
Und dann gibt es ja noch die 70 Krisenkarten. Genügend Material, um das Spiel immer wieder aufs Neue spannend zu gestalten. Da gibt es verschiedene Setups für Kämpfe, die ausgefochten werden müssen (unterschiedliche Anzahl und Positionen von Zylonenschiffen). Man muss Entscheidungen in Notsituationen wie z. B. Hungersnöte oder Treibstoffmangel treffen. Auch moralische Konflikte gibt es. Lässt man z. B. für die Gewinnung von notwendigen Rohstoffen ein paar Menschen sterben? Und es spielt nicht jeder Spieler für sich allein; die Menschheit muss gemeinsam siegen. Da jeder Charakter andere Fertigkeiten besitzt, muss jeder seinen Teil zum Gesamtsieg beitragen (so muss z. B. Tyrol erstmal eine defekte Viper reparieren, bevor Lee sie fliegen kann). Daher kann man z. B. gemeinsam diskutieren, was man in solchen Notsituationen macht.
Und das ist definitv auch ein wichtiger Hauptgrund, warum mir das Spiel so gut gefällt. Nicht nur ist das Spiel selbst sehr gut. Es spielt auch wirklich im Galactica-Universum. Oft werden ja Spiele zu Filmen auf den Markt geschmissen, wo zwar die Filmfiguren vorkommen, aber die Spielhandlung auch in jedem anderen Setting funktionieren würde. Bei diesem Spiel trifft man immer wieder auf Szenarios und Fragestellungen, die so durchaus in der Serie hätten vorkommen können. Als Spieler "lebt" man an Bord der Galactica. Und das freut mich als BSG-Fan am meisten.
Ich könnte das Spiel ewig spielen. Es ist eine tolle Möglichkeit sich im Galactica-Universum aufzuhalten, ohne eine Episode auf DVD zu schauen. Besser noch, anstatt nur zuzuschauen, kann man selbst handeln!