Diese Fantasy-Anthologie ist die zweite aus dem Hause Ueberreuter, die Kurzgeschichten von aktuellen deutschsprachigen Autoren versammelt. Mit dem 2006 erschienenen Band "Fantastische Weihnachten" lag das erste Mal eine solche Sammlung vor. Und wie auch bei dem Vorgänger, sind die enthaltenen Geschichten fast durchgängig zu empfehlen. Lediglich eine sticht durch nicht besonders ansprechende Kreativität hervor: "Vatertag" von Wolfgang Hohlbein. Diese autobiografisch anklingende Story, lässt Wesen aus seinen erfolgreichen "Märchenmond"-Romanen, zu Hause bei ihrem Schöpfer auftauchen. Leider ist die Geschichte zu sehr in die Länge gezogen, Seite um Seite wiederholen sich Dinge - für den Leser ist es ermüdend.
Nur sehr wenige der Autoren haben das Ziel verfehlt, die Geschichte aus der Perspektive einer fantastischen Kreatur zu erzählen. Den meisten ist dieses wunderbar gelungen und es macht einfach Spaß, die Welt aus den Augen eines Leprachauns, Lurks, Orks, Drachens oder Zombies zu sehen. Sehr positiv ist die Vielfalt an Kreaturen, so stehen nicht, wie sonst so häufig, Zwerge oder Elfen im Vordergrund.
Erschienen ist der schwere, und mit goldenen Intarsien an den Ecken geschmückte, Hardcover-Band in der Jugendbuchsparte. Alle Texte eignen sich für Jugendliche ab zwölf Jahren und können durch ihre Kürze vielleicht auch den ein oder anderen erst zum Lesen überreden und ihm Appetit auf mehr machen. Alle Buchseiten sind an den Rändern "auf alt getrimmt", so dass es wirkt, als würde man ein antiquarisches Buch lesen. Die Ausstattung ist rundum liebevoll und kann gemeinsam mit den gelungenen Texten sehr wohl auch erwachsene Leser begeistern. Wer Geschmack an dem Stil des jeweiligen Autors gefunden hat, findet in einem Anhang noch weitere Informationen zu jedem, der einen Text zum Band beigesteuert hat.