Aus der Amazon.de-Redaktion
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Toller Film, sehr sauber auf DVD transferiert. Wer auf Extras steht, sollte auf die Premium Edition warten.
Bild: Der Bildeindruck ist nahezu tadellos. Egal, ob tiefschwarzer Weltraum, oder satt rotes Mahagony an den Wänden, stets wirkt alles so, wie man es von der Naturvorlage her kennt. Auch die Schärfe ist ohne jeden Makel und zeigt sich in der Darstellung der feinen Ledermaserung am Portmonee (00.06.31) von seiner besten Seite. In unscharfen Hintergründen erscheinen Doppelkonturen, z.B. an Fensterholmen (00.03.33). Nur gelegentlich und sehr gering im Unfang tritt Grieseln auf (00.08.30). Der Kontrastumfang ist umfassend und kann auch in den Tiefen des Weltraums noch kleine dunkle Details an den Abzeichen der Anzüge abbilden. Eine rundum gelungene Leistung.
Ton: Der Ton ist von guter Dynamikausbeute, bleibt aber den echten Punch aus dem Basskeller, vor allem in den vielen, vielen Effektsequenzen schuldig. Es ist zwar so gewollt, aber ich kann mit der in den Actionszenen in den Vordergrund tretenden Musik nicht so recht anfreunden, da die eigentlichen Akustikeffekte dadurch übertönt werden. Das Volumen aller drei Tonspuren liegt sehr nah beieinander und die eigentlich technisch bevorteilte DTS-Fassung kann sich nicht von den Dolby-Brüdern absetzen. Die Dialoge wirken in der englischen Fassung etwas griffiger und besser in die restliche Akustik integriert. Die deutsche Synchro wirkt hier etwas aufgesetzter. Alle Fassungen bleiben jedoch klar in ihrer Verständlichkeit.
Extras: Die 3 Featurettes enthalten größtenteils werbelastige Inhalte und wiederholen sich leider. Die kommende Premium Edition wird hier sicherlich einiges mehr auf Lager haben. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
Die Produktionsgeschichte des Films ist deutlich komplexer als die ebenfalls seit Jahren geplante, oft verschobene Adaption von Alan Moores Kultcomic 'Watchmen'. Nachdem Bernd Eichinger vor 20 Jahren die Rechte erwarb, entstanden viele Drehbücher und ein Roger Corman-Schnellschuss, der nur in Produktion ging, um die Option auf den Stoff zu verlängern. Bei der Auswahl der Regisseure, von Raja Gosnell, Peyton Reed bis zur aktuellen Wahl Tim Story ('New York Taxi'), konzentrierte man sich auf Komödienspezialisten. Das entspricht dem Ton des Comics, der sich auf den Fun-Faktor von Superkräften konzentriert, der seine Helden ohne geheime Zweitidentitäten in ein ganz alltägliches Umfeld platziert.
Der Plot verzichtet auf komplizierte Handlungsschlingen, begleitet geradlinig die Veränderung des Quartetts von Normalbürgern zu populären Superhelden.
Um die Auswirkungen eines kosmischen Sturms auf die menschliche DNS zu untersuchen, führt Wissenschaftsgenie Reed Richards (Ioan Gruffudd aus 'King Arthur') eine Expedition ins All an. Mit im Team sind sein bester Freund Ben Grimm (Michael Chiklis, faszinierend als Chamäleon-Cop in der Serie 'The Shield'), seine Ex-Freundin Sue (Jessica Alba, demnächst auch in 'Sin City'), deren hitzköpfiger Bruder Johnny sowie der mächtige, skrupellose Geldgeber Victor von Doom (Julian Mc Mahon). Das kosmische Feldexperiment endet abrupt, als das Naturphänomen die Besatzung überrascht und die Strahlung den genetischen Code verändert. Zurück auf der Erde lernen die Mutanten ihre neuen Kräfte, Spiegel ihrer Persönlichkeiten, kennen und am Ende damit auch in Koalition umzugehen. Das schwerste Los trägt Muskelprotz Ben, der dauerhaft zu einem orangefarbenen Steinklotz mutiert und so seine große Liebe verliert. Auch wenn der mit Spezial-Make-up realisierte Hulk-Verwandte keinen Vergleich etwa mit Gollum-Perfektion standhält, ist Grimm Herz, Seele und schauspielerisches Bravourstück des Films. Alba bietet traditionell vor allem natürliche Schauwerte, darf zudem Kraftfelder schleudern und sich, ironisch angesichts ihrer Attraktion, unsichtbar machen. Richards wird zum hyperelastischen Stretchguru, Johnny zum fliegenden Feuerball, der sich zur Supernova aufheizen kann. Er repräsentiert als Funboy die Jugend, genießt seine Kräfte, darf hübsche Girls als Snowboarder oder als Luftpirouetten schlagender Biker beeindrucken. Zudem treibt er permanent frotzelnd Grimm zur Weißglut, sorgt damit für einige der besten Gags. Dunkler Kontrast zu den 'Fantastic Four' ist von Doom, der mit Energieblitzen erst seine Geschäftskonkurrenten aus dem Weg räumt und dann Kurs auf das Heldenquartett nimmt.
Diese Finalkonfrontation, in der wie in 'Superman 2' Autos als Schleuderwaffen benutzt werden, ist eines von zwei großen Actionhighlights, zeigt wie schon eine Crash- und Rettungssequenz auf der Brooklyn Bridge Stärken und Schwächen. Für den Film insgesamt gilt das auch. Es ist kein perfekter, aber ein viel versprechender, unterhaltsamer Start in ein neues Franchise. Die Möglichkeiten dieses Stoffs an visuellen Attraktionen und Situationskomik werden aufgezeigt, aber wohl auch Budget-bedingt nicht ausgereizt. Das erinnert an 'X-Men' und berechtigt den Comicfan für die geplante Fortsetzung zu großen Hoffnungen. kob.