Diese Woche schwärmt Wolfgang Goertz über diese Aufnahme in der ZEIT. Und übertitelt diese Rezension: so klingt verletztliche Musik,fühlt sich von dieser Aufnahme überwältigt.
In der Tat klingt es hier ganz anders als bei Oistrak oder Heifetz oder auch Kremer.
Ich höre auch ein scheues Angehen, eher zart als draufgängerisch. Man vergleiche Lonquich mal mit Melnikov, auch eine neuere Aufnahme,zusammen mit Isabelle Faust.
Aber,um die dritte neuere Aufnahme miteinzubeziehen, Fischer mit Helmchen; singulär ist es nicht. Gerade auch Fischer und Helmchen präsentieren eine überzeugende Wiedergabe.
Es ist schon erstaunlich, wie sehr D 934 aus seiner relativen Versenkung geholt wurde und heute diverse sehr schöne Aufnahmen dieses wunderbaren Werkes existieren.
Widman und Lonquich liefern die neueste Version.
Beide haben einen zurückhaltenden Duktus. Ob das meine Idealinterpretation ist ? Ein wenig mehr Feuer, statt Anschlagskultur ? Und die Geige mit mehr Intensität?
Ich schätze Lonquich sehr, ein Pianist, der sehr viel Beachtung verdiente.
Aber diese Interpretation ist mir zu sehr zurückgenommen.
Schön ist sie, aber fast ohne Ecken und Kanten. Überwältigt werde ich von dieser Aufnahme nicht, angerührt schon.