Nachdem Carly Phillips letztes Buch erst im April erschienen war, gibt es jetzt mit "Fang schon mal ohne mich an" schon wieder eine Neuveröffentlichung. Meiner Meinung nach sollte Phillips nicht auf Quantität, sondern auf Qualität setzen.
Seit langem habe ich kein so fades und unwitziges Buch gelesen, wie dieses. Nachdem ich die ersten 40 Seiten gelesen hatte, lag das Buch fünf Tage herum, bis ich mich dann zum Weiterlesen gezwungen habe.
Der Inhalt: Molly ist 28 und hat sich auf Immobilienrecht spezialisiert, ihr Freund Daniel Hunter ist Anwalt. Molly ist auf der Suche...sie will unbedingt eine (ihre) Familie, doch ihre Mutter ist nur auf ihre eigenen Interessen bedacht. Als sie dann einen Brief von ihrem vermeintlichen Vater erhält, in dem steht, wer ihr leiblicher Vater ist, sucht sie diesen auf und verlässt ihren Freund, obwohl er ihr angeboten hat, mit ihr zu gehen, wohin sie will.
In der Familie ihres Vaters wird sie sofort aufgenommen, was sie natürlich sehr glücklich macht. Aus Angst, von ihrer Familie nicht geliebt zu werden, versteckt sie aber ihr wahres Ich.
8 Monate später kommt plötzlich Mollys Vater wegen Mordverdachts ins Gefängnis und da steht für Molly fest, dass nur Daniel Hunter ihrem Vater helfen könne.
Er entschließt sich, ihr und ihrer Familie zu helfen und will mit Molly flirten und sie verführen, um sie dann zu verlassen.
Dass er da die Rechnung ohne die Liebe gemacht hat, ist ohnehin vorhersehbar...
Der Wortschatz der Autorin ist - zumindest in dem Buch - eher begrenzt. Sie verwendet immer die gleichen Phrasen und Ausdücke. Die eigentlichen Stars dieses Romanes sind vor allem "Magengrube, Magen, Kehle und Herz". Alle paar Seiten kommt vor "das schnürte xy regelmäßig die Kehle zu", "das war ein Schlag in die Magengrube" (dieser Ausdruck ist Spitzenreiter), "ihr Magen krampfte vor Verlagen zusammen", "ihr Magen fühlte sich flau an" auf der darauffolgenden Seite gleich "ihr Magen rebellierte", "ihr Magen zog sich zusammen" und selbst während der zugegeben heißen Sexszene kommt "das schnürte ihr die Kehle zu" vor.
Immer beschreibt sie die (Gefühls)zustände mit ähnlichen oder gleichen Wörtern, das geht einem so auf die Nerven.
Außerdem verstehe ich nicht, wieso Daniel Hunter im Buch nur mit "Hunter" angesprochen wird. Dann hätte er doch gleich diesen Vornamen bekommen können...
Hinzu kommt, dass die Geschichte weitestgehend langweilig ist, auch wenn sie nach 150 Seiten etwas besser wird. Witzige Passagen sucht man auch vergeblich.
Ich kann nur sagen: Dieses Buch ist alles andere als gut geschrieben, ausgefeilt und sehr unterhaltsam. (Die Kurzrezension von "All About Romance" am Cover behauptet das nämlich.) Ich habe mich über den Stil so geärgert und nach der Lektüre die Erkenntnis gewonnen, dass Frau Phillips anscheinend die Ideen und Wörter ausgehen und sie nun auf Quantität statt Qualität setzt.