Austin, Texas/USA, 15. Mai 1971: Die Studenten Gardner, Phil, Kenneth, Dorman und Lester, die sich selbst die Groovers nennen, feiern mit einer Horde anderer eine Junggesellen-Abschiedsparty. Doch Bräutigam Kenneth sagt die Hochzeit kurzerhand ab, als er wie auch Gardner seinen Einberufungsbescheid für den Vietnam-Krieg erhält. Kurzerhand beschließen die fünf, mit Phils Cadillac eine letzte gemeinsame Reise zur mexikanischen Grenze zu unternehmen, wo sie vor vier Jahren ihre Clique gründeten und wo im Wüstensand eine Flasche Dom Perignon auf sie wartet. Auf dem Weg dorthin wird getrunken, gestritten, gelacht und geheult. Am Ende steht die Erkenntnis, dass Freundschaft das wichtigste ist. Mit einem Trick kann Gardner die Einwohner einer nahegelegenen Kleinstadt dazu bringen, für Kenneth die Hochzeit zu organisieren. Der verrückte Truman Sparks, der mitten in der Wüste eine Schule für Fallschirmspringer betreibt, fliegt die Braut ein. Nach der Hochzeit trennen sich die Wege der Groovers (für immer?).
Kevin Reynolds' wunderbares Roadmovie ist quasi die Erwachsenen-Version von Rob Reiners "Stand by me", und ist es Zufall, dass der Kameramann Thomas del Ruth beide Filme fotografiert hat? Hier wie da geht es um eine Reise, während der sich die Charaktere damit auseinandersetzen müssen, dass ein grundlegender Schritt bevorsteht, der ihr Leben für immer verändern wird. Als symbolischer roter Faden dienen hier die einsamen Straßen, die sich scheinbar endlos durch die Südstaaten ziehen, während in "Stand by me" dies von der Eisenbahnschiene verdeutlicht wurde. Kevin Reynolds schildert in seinem Film mit seltener atmosphärischer Dichte, wie seine Figuren mit Ausgelassenheit der bevorstehenden Hölle von Vietnam zu entfliehen versuchen. Obwohl die Charaktere das Thema selten zu Sprache bringen, hängt das, was sie möglicherweise dort erwartet, wie ein Damoklesschwert über ihnen und wirft einen Schatten auf ihren spaßigen Ausflug. Reynolds lässt ein paar Mal geschickt die Stimmung von einer Sekunde zur anderen kippen, wie z. B. bei der Friedhofsszene, auf der die Groovers ein Feuerwerk abbrennen und sich der Friedhof für Kenneth und Gardner plötzlich in ein (vietnamesisches?) Schlachtfeld verwandelt. Während der Hochzeit, die die letzten zehn Minuten des Films ausmacht, verzichtet Reynolds fast völlig auf Dialoge. Er setzt nur auf Blicke und Gesten und lässt die Kamera durch die Hochzeitsgesellschaft gleiten. Die letzte Szene, in der Kevin Costner in dieser lauen Nacht von einem Felsen das Ende der Hochzeit beobachtet und dabei zusieht, wie langsam die zahlreichen Lichter verlöschen, ist für mich eine der schönsten Schlußszenen, die ich je in einem Film sah.
Dieser Streifen hat eine einzigartige Atmosphäre und weder Kevin Reynolds und Kevin Costner, die sich bei den Dreharbeiten zu "Waterworld" auf ewig zerstritten haben, haben danach einen ähnlich guten Film abgeliefert.