Hier ist sie endlich, die zweite Staffel der verkannten Kultserie aus den USA: Family Guy. Eine Serie, welche oberflächlich an die Simpsons angelehnt ist, aber noch einige bedeutende Schritte weitergeht, sowohl in Sachen oberflächlichem Humor als auch im Bereich der Gesellschaftskritik.
In Family Guy dreht sich alles um die Familie Griffin, einem sechsköpfigen Haufen. Lois Griffin, emanzipierte Hausfrau und Mutter dreier Kinder, ist die Tochter der reichen Pewterschmidt-Familie, hat sich aber für ihren aus normalen Verhältnissen stammenden Mann Peter Griffin entschieden. Jener ist ein kugeliger, nicht mit allzu viel Intelligenz gesegneter Macho, der seine ganz eigene Sicht von Frauen hat ("Your mother's right, son, listen to what it says!") und alles tut, um auf seiner Couch vor dem Fernseher bleiben zu können anstatt sich um seine Kinder zu kümmern. Älteste, weil einzige, Tocher ist Meg Griffin, 16jähriger Teenager, welche ständig darum bemüht ist, unter den Schulkameraden Anerkennung zu verdienen. Den Platz des ältesten Sohnes mit 13 Jahren nimmt Chris Griffin ein, welcher seinem Vater an Dummheit in nichts nachsteht und auch körperliche Ähnlichkeiten aufweist. Letztes Kind ist Stewart Gilligan Griffin (genannt Stewie), welcher im Alter von einem Jahr bereits über eine mit britischem Akzent gesegnete, äußerst eloquente Ausdrucksweise verfügt und danach strebt, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Als letztes wäre da noch der Haushund Brian, welchen Peter aus der Gosse errettete und der die Familie mit trockenen Kommentaren und dem Konsum eines Martinis nach dem anderen beglückt.
Für mich als Simpsons- und Futurama-Fan war die Serie eine Offenbarung. Wie bereits angemerkt geht Family Guy einfach noch einen Schritt weiter und nimmt unverblümt und auf bissige Weise Gesellschaftsklischees und -verhaltensweisen aufs Korn. Highlight der Serie sind die ständigen Konkretisierungen, in denen das gerade Gesagte visualisiert wird, was sich häufig in Rückblicken auf die Vergangenheit äußert. Besonders im O-Ton weiß Family Guy durch ausgiebigen Sprachwitz und hervorragende Stories zu gefallen.
Diese zweite Staffel der Serie enthält einige Highlights. Sie übertrifft die erste Staffel an Genialität - soweit möglich - noch bei Weitem und gehört definitiv in die DVD-Sammlung jedes Comedy-Liebhabers, der auch vor etwas schwärzerem Humor nicht zurückschreckt. Besitzer der ersten Staffel oder Fans der Simpsons oder Futurama können ebenso bedenkenlos zugreifen.