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Familienleben (Fischer Taschenbibliothek) [Gebundene Ausgabe]

Viola Roggenkamp
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag GmbH; Auflage: 1 (13. Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596509866
  • ISBN-13: 978-3596509867
  • Größe und/oder Gewicht: 14 x 9,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 155.172 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Viola Roggenkamp
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die 13-jährige Fania Schiefer, Ich-Erzählerin des Romans, gleicht einem hochempfindlichen Sensor für sämtliche Störfelder, die an sie von außerhalb herangetragen werden. Vordergründig gleicht das Leben in der etwas maroden Villa im feinen Hamburger Stadtteil Harvestehude dem einer ganz normalen, etwas chaotischen Familie. Montags verabschiedet sich Vater Paul, um als Vertreter für Brillengestelle das Land zu bereisen, bis er, sehnsüchtig erwartet von seiner Frau Alma, den Töchtern Fania und Vera, sowie Schwiegermutter Hedwig, am Freitag nachmittag wieder auftaucht. Ganz allmählich nur, stückchenweise, gibt Viola Roggenkamp den Blick frei auf die Verhältnisse unter der bürgerlichen Oberfläche.

Unter der Schicht eines Entwicklungsromans zweier Schwestern verbirgt sich ihr eigentliches Thema: Inmitten eines Volkes von Tätern und Mitläufern scheint für eine deutsch-jüdische Familie im Jahr 1967 so etwas wie Normalität nur durch Verdrängung möglich. Mutter Alma, aufgrund ihrer Ehe mit dem Deutschen Paul dem KZ nur knapp entronnen, wurde in der Folge zum traumatisierten Bollwerk gegen eingebildete und tatsächliche Anfeindungen. Dass dies alles bei Viola Roggenkamp im luftigsten Unterhaltungston stattfindet -- macht es nur umso unerträglicher. Böse sensibilisiert, erkennt der Leser den noch immer funktionstüchtigen Herrenmenschen in der Maske des Biedermannes. Den boshaften Lehrer Wilhelm Bobbenberg, der vor der Klasse ungeniert Fanias Rechtschreibschwäche lächerlich macht; die Beamten mit "Messerscheitel", deren "Schnauzen" Alma Schiefer nur zu gut kennt.

Wie eine Löwin wacht die von den Gräueln der Vergangenheit Traumatisierte über Wohl und Wehe ihrer Töchter. Für Fania und Vera gerät ihr Heim zu einer Art Gefängnisaufenthalt mit Freigang und Besuchserlaubnis. Die kindliche Perspektive ist das eigentlich Kühne in Roggenkamps thematischem Ansatz. Wieviel "deutsche" Normalität ist den Nachkommen von Nazi-Opfern gestattet, wie tief sind sie vom grausamen elterlichen Schicksal geprägt -- und wie sehr eigener Erfahrungen beraubt! Mit poetischer Kraft und verblüffender Bildsprache hat Viola Roggenkamp ihre Sätze von der Suche nach einer jüdischen Identität und dem sexuellen Erwachen zweier junger Mädchen aufgeladen. Die Feministin Roggenkamp, auf zahlreichen publizistischen Feldern tätig, hat den Roman ihres Lebens geschrieben. Ein Werk von verstörender und magischer Anziehungskraft. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Pressestimmen

"Von den Schwierigkeiten, ein Trauma zu begreifen, handelt mit Witz, Bildkraft und Wärme dieser deutsch-jüdische Familienroman." (DIE ZEIT)

"So unsentimental. So sinnlich. So schrecklich schön." (Hamburger Abendblatt)

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108 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin Viola Roggenkampf präsentiert mit „Familienleben" im wahrsten Sinne des Wortes einen großen, schönen und rührenden Familienroman. Wir lernen eine deutsche - jüdische Familie kennen, die Ende der 60 er Jahre in der Hansestadt Hamburg lebt. Die Autorin erzählt aus der rückblickenden Sicht des Erwachsenen und doch irgendwie vornehmlich aus der Sicht der kleinen dreizehnjährigen Fanja. Diese Ich-Erzählerin ist die uneingeschränkte Hauptperson.

Und diese Familie unterscheidet sich insbesondere dadurch von anderen Familien weil die Mutter als Jüdin im Konzentrationslager eingesessen hat. Ihr Ehemann hat in all diesen Jahren immer zu ihr gestanden, sich für sie eingesetzt und hat ihretwegen auch eine Zeit im Gefängnis verbracht. Nach dem Ende des Krieges wurden die beiden Töchter geboren. Neben den beiden Mädchen lebt auch noch die Großmutter mütterlicherseits in diesem Haushalt. Zärtlichkeit und Liebe, Wärme und Herzlichkeit haben in dieser Familie oberste Priorität. Man will sich tagtäglich immer wieder Liebe schenken, weil man an die Zeit denkt in der man soviel Leid ertragen hat. Und man hält auch in allen Lebenslagen mehr zusammen als das in anderen Familien der Fall ist. Der Familie gehört die ganze Liebe der Mutter.

Man gewinnt den Eindruck, dass diese Mutter, die die schlimmen Jahre im Konzentrationslager gerade so überlebt hat, ihre Entbehrungen nie vergessen hat, die beiden Töchter mit Liebe erdrückt und sie auf diese Weise unbewußt daran hindert sich im Leben zu entfalten. Sie will rund um die Uhr für sie als Schutzengel da sein, weil sie Angst hat und dieser Welt da draußen, außerhalb ihrer Familie, zutiefst misstraut. Die Mädchen haben so keinerlei Chance sich zu entwickeln, wie das bei gleichaltrigen Kindern der Fall ist. Wenn sie sich bei Ihrer Heimkehr verspäten, seien es auch nur wenige Minuten, dann herrscht schon größte Aufregung, ja fast panische Sorge. Das Leben wird im Laufe der Zeit für die Töchter immer erdrückender. Diese Art von Beklemmung kann man als Leser deutlich nachempfinden.

Erfrischend und überschäumend vor Humor und Heiterkeit schildert die Autorin Episoden in dieser Familie die beim Leser den Eindruck erwecken, dass in dieser Familie alle Personen etwas verrückt sind, Beim Umgang mit Geld und den simpelsten Anforderungen des Alltags scheinen sie total überfordert zu sein. Nur mit der „Liebe", damit wo die meisten anderen Menschen ihre Probleme haben, kommen sie nachweisbar ausgezeichnet klar. Die Komik macht einer sanften Heiterkeit Platz, die zumindest eines nicht tut - den Protagonisten der Lächerlichkeit preiszugeben.

Wenn man bei der vertieften Lektüre dieses Romans mit diesen beiden Mädchen lachen und weinen kann, spätestens dann taucht man ganz tief in dieses „Familienleben" ein und begreift sehr schnell wie unendlich schwer es doch gewesen sein muss mit einer solchen Familiengeschichte, in den 60 er Jahren zu überleben. Denn in dieser „Nachkriegszeit" waren sicherlich noch untergründig erhebliche Erinnerungen an den Antisemitismus und die Hitlerzeit vorhanden.

Es ist ein wunderbares, sensibles Buch, was in vielen Passagen auch für die jüdische Erzähltradition steht. Man mag es nicht aus der Hand legen und ist traurig wenn es denn zu Ende gelesen ist. Deshalb meine Empfehlung: Das „Familienleben" kann man auch in kleinen Dosen zu sich nehmen. Langsam. Am besten in den kleinen Stunden, im schwachen Schein der Abenddämmerung.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Liebevolles Familiennest 26. Januar 2007
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Erzählt wird aus der Sicht der 13-jährigen Fania. Am Anfang ist es ein Erzählen ohne einen richtigen roten Faden. Immer wieder vermischen sich gerade Geschehenes mit Erinnerungen, Träumen und Gedanken. Der Leser muss allerdings dem Buch eine Chance geben, sich zu entwickeln. Die ersten Seiten sind sprachlich etwas verwirrend. Es gibt kein Atem holen zwischen den vielen Kommas. Man sucht manchmal vergeblich nach einen Ende-Schluss-Punkt. Je mehr man sich jedoch von diesem Erzähl-Fluss treiben lässt, desto mehr Spaß macht das Lesen.

Denn Fania ist nicht auf den Mund gefallen und eine genaue Beobachterin der Situationen und ihrer Mitmenschen. Ihre Gefühle schildert sie dagegen sehr lyrisch, verträumt und bildhaft. Außen- und Innenwelt vermischen sich und hinterlassen so einen literarisch sehr wertvollen Bericht einer deutsch-jüdischen Familie in den 60er Jahren aus der Sicht einer Jugendlichen.

Ein Buch mit sehr viel Wärme, aber ohne kitschiger Sentimentalität.

Ein schönes, warmherziges Buch!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein literarisches Juwel 24. Januar 2006
Format:Taschenbuch
Bei diesem Ausnahme-Roman ist der Titel Programm. Deutsch-jüdisches Familienleben nach dem Holocaust stellt ein heikles Thema dar, dem sich die renommierte Publizistin mit bravouröser Stilsicherheit angenommen hat.
Man schreibt das Jahr 1967. Fania Schiefer, 13 Jahre alt, wächst in einer maroden Villa im Hamburger Nobelviertel Harvestehude auf. Zur Familie gehören neben den Eltern noch ihre siebzehnjährige Schwester Vera sowie die Oma mütterlicherseits. Während der Nazizeit stand Vater Paul treu zu seiner jüdischen Frau und deren Mutter und rettete ihnen letztlich das Leben. Aus dieser traumatischen Vergangenheit resultieren die engen Familienbande, die den Mädchen bisweilen fast die Luft abschnüren. Die Ich-Erzählerin Fania wird hin- und hergerissen zwischen der liebevoll-erdrückenden Überbehütung ihrer Mutter und dem Wunsch, der häuslichen Enge zu entfliehen. Während das Jahr 68 machtvoll an die Tür klopft, Vera ihre ersten heimlichen Liebesabenteuer erlebt und Oma Hedwig mit dem "Theresienstadter Kränzchen" ihren 65. Geburtstag feiert, muss Fania in dieser Welt voller Umbrüche ihren eigenen Weg finden.
Ich habe dieses sprachliche Meisterwerk von der ersten bis zur letzten Seite genossen. Es ist ein Buch der leisen Töne, nichts zum Verschlingen, sondern häppchenweise zu genießen. Außerdem muss man die Bereitschaft mitbringen, sich wirklich auf das Buch einzulassen (was bei großer Literatur ja oft notwendig ist).
Für mich ist dieser unglaublich einfühlsame Roman eins der schönsten Bücher der letzten Jahre.
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Selten, wirklich ganz, ganz selten habe ich ein so unterhaltsames Buch gelesen. Zum Inhalt ist hier ja schon etliches gesagt worden, darum möchte ich mich darauf... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von E. Oberbaum veröffentlicht
Nerviges Buch
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Vor 17 Monaten von Selbst veröffentlicht
In einer Nacht durchgelesen ...
Ich möchte dieses Buch hier nicht zerrupfen, sondern es ans Herz legen! Es fesselt, lässt einen nicht mehr los! Es ist die reinste Magie!!
Veröffentlicht am 31. Oktober 2009 von AnnaFelicitas
Die Welt der Erinnerung
Als Buchautorin, renommierte Publizistin und Kolumnistin ist uns Viola Roggenkamp, sie entstammt einer jüdisch-deutschen Familie, schon länger bekannt, als Romanautorin... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. August 2009 von Günter Nawe "Herodot"
zu lang
Schade, es fing so gut an: Die Familiengeschichte einer jüdischen Familie in den 60er Jahren aus der Sicht der jüngsten Tochter Fania, 13 Jahre alt, erzählt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 7. Dezember 2008 von Maria Conlan
EinWiedersehen
Mich hat das Buch sehr gefreut und zwar aus ganz persönlichen Gründen. Fania war nämlich meine Klassenkameradin und ich kann bestätigen es war alles genauso wie... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. April 2008 von Cornelia Fabricius
komisches Familienleben....
....ich finde das Buch doof. Nachdem ich die ersten Seiten gelesen habe, ist es mir schwergefallen weiterzulesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Januar 2008 von B., Christina
einfühlsame Geschichte über das Leben in einer (halb-)...
Ich schreibe gerade meine Facharbeit in Deutsch zu dem Thema "Überlebenswillen" in Viola Roggenkamps Familienleben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Dezember 2007 von Katja
hmm....
Zu dem Buch kann ich mir nur schwer eine Meinung bilden.
Ich brauchte relativ lange, bis ich mich endlich in den Stil der Autorin hineingefunden hatte und bei jeder... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Juli 2007 von annieleinchen
"Ojßlegen"
Ich setze hier voraus, dass der Inhalt des Romans von den Produktbeschreibungen und den verschiedenen Rezensionen, die hier und auch andernorts aufgeführt sind, bekannt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. April 2007 von Michaela Puntigam
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