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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein besonderes Buch,
Rezension bezieht sich auf: Familienfoto. Eine hanseatische Trilogie (Gebundene Ausgabe)
„Familienfoto" gehört zu den Büchern, die man erst nach dem letzten Punkt aus der Hand legt. Das Buch fesselt, weil es der Autor versteht, die fiktive Geschichte der handlungstragenden Familien, hanseatische Anwälte und Richter, in die konkrete Situation der ausgehenden sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts einzubauen. Fiktion und Authentizität verschmelzen, trotz der Vielzahl bleiben die handelnden Personen übersichtlich und verlieren sich nicht. Plot und mitreißende Dialoge, die geschliffene Sprache, versetzen den Leser in die Zeit der Antivietnamkriegs- Demonstrationen, des Mordes an Rudi Dutschke, in die Zeit des Aufbegehrens der jungen Generation gegen Dogmen und unbewältigte Vergangenheit. Der Autor zeichnet jungen Menschen, die die alte Ordnung stürzen wollen, die alles in Frage stellen, was die Honoratiorenfamilie jahrzehntelang aufgebaut hat. Aber auch die ältere Generation ist nicht homogen, der Konflikt des Stoffes geht quer durch die Familien, die Gefahr einer Schwarz-Weiß Malerei ist so von Anfang an ausgeschlossen.Eine Variante von Romeo und Julia, hier Wolfgang und Gabriele, vom Autor mit viel Liebe und großer Sympathie erzählt, durchzieht das turbulente Geschehen und macht neugierig auf die angekündigten folgenden zwei Bände. Stoff und Konflikte sind hinreichend vorhanden, überraschende Wendungen in den einzelnen Geschichten und Schicksalen scheinen nicht ausgeschlossen. Der ältere Leser fühlt sich in erlebte Vergangenheit zurückversetzt, der jüngere kann sie begreifbar nachvollziehen. Und dennoch ist „Familienfoto" kein Dokuroman. Er ist und bleibt beste Literatur, ein Roman, die fiktive Geschichte von Menschen, die in einer bestimmten Zeit leben und den Konflikten dieser Zeit ausgesetzt sind, agierend oder reagierend. Daß die besondere Sympathie des Autors den Vertretern der jüngeren Generation gilt, wird schnell deutlich, vielleicht auch deshalb, so ist zu vermuten, weil manch selbst Erlebtes jener Jahre diesen Protagonisten zugeschrieben wird. Jürgen Alberts, 1946 geboren, greift in seinen Romanen immer wieder auf authentische Geschichten oder Geschehnisse zurück und entwickelt an ihnen seine Geschichte, ob in „Landru", einem französischen Massenmörders, „Zielperson unbekannt", einem inzwischen bekannten Doppelagent während der Zeit der deutschen Teilung, Ole Bull, der „Violinenkönig" mit seiner Utopie vom Leben norwegischer Landsleute in Pennsylvania oder der Verurteilung der „Anarchisten von Chikago", deren Todesurteil sich schon nach wenigen Jahren als Justizirrtum erwies, um nur einige Beispiele zu nennen. Gleich einem Kriminalisten spürt er nach Motiven, seziert, entwirrt, decodiert, sucht Erklärungen und liefert am Ende ein fertiges Puzzle, das sich auch aus den Teilen zusammensetzt, die die reale Geschichte nicht liefern kann. Die Themen seiner Romane sind spannend vielschichtig. Sie liefern immer wieder den Beweis seiner gründlichen Recherche, die dem eigentlichen Schreibprozeß aufwendig vorausgeht. „Familienfoto" hebt sich wohltuend vom Trend des Bücherherbstes 2003 ab, deren Verkaufsschwerpunkte gestrige und heutige Kobolde und sie beherrschende Zauberer bzw. gottgleiche und unfehlbare Jetztmenschen bestimmen. Der Roman von Jürgen Alberts zeigt, wie Vergangenheit und Gegenwart zum Weiterbestand von bewahrenswerter Literatur aufgearbeitet werden können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein lesenswertes Buch,
Rezension bezieht sich auf: Familienfoto. Eine hanseatische Trilogie (Gebundene Ausgabe)
„Familienfoto" gehört zu den Büchern, die man erst nach dem letzten Punkt aus der Hand legt. Das Buch fesselt, weil es der Autor versteht, die fiktive Geschichte der handlungstragenden Familien, hanseatische Anwälte und Richter, in die konkrete Situation der ausgehenden sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts einzubauen. Fiktion und Authentizität verschmelzen, trotz der Vielzahl bleiben die handelnden Personen übersichtlich und verlieren sich nicht. Plot und mitreißende Dialoge, die geschliffene Sprache, versetzen den Leser in die Zeit der Antivietnamkriegs- Demonstrationen, des Mordes an Rudi Dutschke, in die Zeit des Aufbegehrens der jungen Generation gegen Dogmen und unbewältigte Vergangenheit. Der Autor zeichnet jungen Menschen, die die alte Ordnung stürzen wollen, die alles in Frage stellen, was die Honoratiorenfamilie jahrzehntelang aufgebaut hat. Aber auch die ältere Generation ist nicht homogen, der Konflikt des Stoffes geht quer durch die Familien, die Gefahr einer Schwarz-Weiß Malerei ist so von Anfang an ausgeschlossen.Eine Variante von Romeo und Julia, hier Wolfgang und Gabriele, vom Autor mit viel Liebe und großer Sympathie erzählt, durchzieht das turbulente Geschehen und macht neugierig auf die angekündigten folgenden zwei Bände. Stoff und Konflikte sind hinreichend vorhanden, überraschende Wendungen in den einzelnen Geschichten und Schicksalen scheinen nicht ausgeschlossen. Der ältere Leser fühlt sich in erlebte Vergangenheit zurückversetzt, der jüngere kann sie begreifbar nachvollziehen. Und dennoch ist „Familienfoto" kein Dokuroman. Er ist und bleibt beste Literatur, ein Roman, die fiktive Geschichte von Menschen, die in einer bestimmten Zeit leben und den Konflikten dieser Zeit ausgesetzt sind, agierend oder reagierend. Daß die besondere Sympathie des Autors den Vertretern der jüngeren Generation gilt, wird schnell deutlich, vielleicht auch deshalb, so ist zu vermuten, weil manch selbst Erlebtes jener Jahre diesen Protagonisten zugeschrieben wird. Jürgen Alberts, 1946 geboren, greift in seinen Romanen immer wieder auf authentische Geschichten oder Geschehnisse zurück und entwickelt an ihnen seine Geschichte, ob in „Landru", einem französischen Massenmörders, „Zielperson unbekannt", einem inzwischen bekannten Doppelagent während der Zeit der deutschen Teilung, Ole Bull, der „Violinenkönig" mit seiner Utopie vom Leben norwegischer Landsleute in Pennsylvania oder der Verurteilung der „Anarchisten von Chikago", deren Todesurteil sich schon nach wenigen Jahren als Justizirrtum erwies, um nur einige Beispiele zu nennen. Gleich einem Kriminalisten spürt er nach Motiven, seziert, entwirrt, decodiert, sucht Erklärungen und liefert am Ende ein fertiges Puzzle, das sich auch aus den Teilen zusammensetzt, die die reale Geschichte nicht liefern kann. Die Themen seiner Romane sind spannend vielschichtig. Sie liefern immer wieder den Beweis seiner gründlichen Recherche, die dem eigentlichen Schreibprozeß aufwendig vorausgeht. „Familienfoto" hebt sich wohltuend vom Trend des Bücherherbstes 2003 ab, deren Verkaufsschwerpunkte gestrige und heutige Kobolde und sie beherrschende Zauberer bzw. gottgleiche und unfehlbare Jetztmenschen bestimmen. Der Roman von Jürgen Alberts zeigt, wie Vergangenheit und Gegenwart zum Weiterbestand von bewahrenswerter Literatur aufgearbeitet werden können. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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