Die Familienforschung erstreckt sich auf eine Vielzahl von Themen wie neue Lebensformen, Scheidungen, Kinderreichtum und häufiger Kinderlosigkeit u.a., die mit verschiedenen Methoden erforscht werden. Diese beiden Aspekte erschweren es dem Leser, die Entwicklungen der Ehe und Familie, die sich in der Bundesrepublik und in der ehemaligen DDR seit der 1960er Jahre abzeichneten und gegenwärtig nicht als abgeschlossen gelten können, zu überblicken und nachzuvollziehen.
Es ist der Vorzug des Buches "Familienformen im sozialen Wandel" von Rüdiger Peuckert diese Transparenz zu leisten. In den übersichtlichen Kapitel gelingt es ihm, Zusammenhänge der vergangenen Entwicklungen und die sich abzeichneten Trends neuer Formen des privaten, intimen Zusammenlebens klar zu beschreiben und zu erklären. Dabei erlauben Tabellen und Graphiken einen guten zusammenfassenden Einblick in die zentralen Aussagen der jeweils aufgegriffenen Thematiken. Es ist für das Buch bezeichnend, dass nicht nur die konvergierenden sondern auch die divergierenden Forschungsergebnisse zu Einzelfragen der Familienforschung systematisch dargestellt werden. Bei jeder neuen Auflage - gegenwärtig liegt die 6. Auflage vor - lernt der Leser Neues.
Da mit diesen Veröffentlichungen die Familienforschung in ihren verschieden Akzentuierungen als ein überschaubarer Bereich zusammengehalten werden, kann mit Fug und Recht von einem Standardwerk gesprochen werden.