Die Geschichte hat mich sehr gefesselt. Die Leichtigkeit, mit der die Zeitsprünge eingebracht werden, ohne dass man sich verzettelt und den Überblick verliert und ohne dass sie aufgesetzt wirken, aber auch die genauen Beobachtungen des (Groß-)Familienlebens in allen Facetten waren höchst lesenswert. Auch hier mochte ich gerade den "etwas anderen" Erzählton einer jüdischen Geschichte, und für mich kamen Wärme und Humor trotz der insgesamt größtenteils dysfunktionalen Familie nicht zu kurz.
Es ist der Autorin hoch anzurechnen, dass sie aus dem Stoff keine schmalztriefende Familiensaga gestrickt hat, sondern auf dem Teppich bleibt und "echte" Menschen mit Stärken und Schwächen und mehr oder minder liebenswerten Macken erschaffen hat.
Ednas Lebensweise war beeindruckend geschildert, wie sie die Höhen und Tiefen ihres Lebens meistert, ohne zu jammern und zu klagen, obwohl sie Grund genug gehabt hätte.
Für mich kam nur Adinas Geschichte ein wenig zu kurz, im dritten Teil, der eigentlich ihr gewidmet ist, hätte ich gerne noch mehr über die junge Frau erfahren.
Insgesamt aber ein sehr lesenswertes, unaufdringliches, ruhig fließendes und dabei prallvolles Buch.