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Familienbande
 
 
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Familienbande [Gebundene Ausgabe]

Michael Degen
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Produktinformation

Autorenporträt Jetzt reinlesen [10kb PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Berlin; Auflage: 2 (11. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3871346330
  • ISBN-13: 978-3871346330
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.866 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Er wütete und tobte, trank und frönte dem Exzess – doch vom übermächtigen Vater vermochte sich Michael Mann, genannt Bibi, sein Leben lang nicht zu befreien. Meisterhaft erzählt Michael Degen das Leben des ebenso exzentrischen wie hochbegabten jüngsten Sohnes von Thomas Mann: seine Kindheit im lieblosen Elternhaus, im kalten Zauber des Großschriftstellers, die Jugendjahre im Schweizer Exil, wo er seiner zukünftigen Frau Gret Moser begegnet, seine internationale Karriere als Bratschist. Dann ein plötzlicher Bruch – Michael Mann wird Professor für Germanistik in Berkeley und widmet sich bald dem Werk seines Vaters, um dessen Zuneigung er stets vergeblich gebuhlt hatte. Mit nur siebenundfünfzig Jahren stirbt er an einer fatalen Mischung von Alkohol und Schlafmitteln. Als die greise Mutter Katia von seinem mutmaßlichen Freitod erfährt, meint sie nur: «Er hat ja eigentlich nicht alt werden wollen.» Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. Michael Mann konnte nie aus dem Schatten seines Vaters treten. «Familienbande» erzählt sein Leben als Geschichte eines stillen Machtkampfes, eines Daseins, das im Bann allzu großer Talente und Einflüsse zerstört wird. Ein starker, opulenter und anrührender Roman über die Familie Mann – von Bestsellerautor Michael Degen.

Über den Autor

Michael Degen, 1932 in Chemnitz geboren, Schauspieler und Schriftsteller, überlebte den Nationalsozialismus mit seiner Mutter im Berliner Untergrund. Nach dem Krieg absolvierte er eine Ausbildung am Deutschen Theater in Berlin. Er trat an allen großen Bühnen auf und arbeitete mit Regisseuren wie Ingmar Bergman, Peter Zadek und George Tabori zusammen. Seine Autobiographie "Nicht alle waren Mörder" (1999) wurde zum Bestseller; zuletzt erschien der zweite Teil seiner Lebenserzählung, "Mein heiliges Land. Auf der Suche nach meinem verlorenen Bruder" (2007).

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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Anna N.
Format:Gebundene Ausgabe
Wie erträgt ein Sohn, dass der Vater ihn abtreiben lassen wollte? Wie hält er aus, dass seine um ein Jahr ältere Schwester vom Vater zärtlich geliebt, er selbst aber zurückgewiesen oder ignoriert wird? Wie verkraftet er, dass sein eigener Sohn später vom (Groß)Vater all die Liebe bekommt, nach der er sich zeitlebens vergeblich gesehnt hat?

Michael Mann, genannt Bibi, jüngster Sohn des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann, versucht Jahrzehntelang, die Lieblosigkeit seines Über-Vaters auszuhalten und die erschreckende Kälte seiner Mutter zu ertragen, deren Leben sich einzig um den Ehemann dreht. Als Kind quält er die Familie mit hilflosen Wutausbrüchen, als Teenager schlägt er zu, wenn ihn der Jähzorn übermannt, als Erwachsener will er die Verzweiflung mit Alkohol und Tabletten betäuben - vergeblich.

Als Bibi, auf den ausdrücklichen Wunsch seiner Mutter, die Tagebücher des Vaters herausgeben soll - 20 Jahre nach dessen Tod - muss er dort lesen, wie ungewollt und ungeliebt er tatsächlich war. Wie sehr es den Vater geekelt hatte, wann immer er in seine Nähe gekommen war. Wie hässlich und abstoßend er seinen Jüngsten gefunden hatte. Wie er das Talent seines Sohnes, später immerhin ein weltweit gefeierter Bratschist, stets geschmäht und klein gemacht hatte.

Zwei Jahre noch kämpft Bibi, gegen seine Dämonen, dann stirbt er an einem tödlichen Mix aus Alkohol und Tabletten. Ein Schicksal, wie geschaffen für einen großen Roman.

Michael Degen, u.a. Autor der Bestseller-Autobiographie "Nicht alle waren Mörder", schildert eindringlich und klug, wie Bibis Leben aus den Fugen gerät, bis es in der Neujahrsnacht 1977 ein viel zu frühes Ende findet. Geschickt verquickt Degen Faktisches und Fiktives zu einem packenden Roman, der dem Charakter des realen Michael Mann möglicherweise hautnah kommt.

Phantasievoll und von großer sprachlicher Kraft, ergründet er die zerrissene Persönlichkeit Bibis, seinen verzweifelten Kampf um Anerkennung und Liebe, und die eisige Kälte einer intellektuellen Familie, die nicht einmal dann Verzweiflung und Trauer spürt, als sich der älteste Bruder, Klaus Mann, vom ewigen Kampf gegen den Übervater zermürbt, das Leben nimmt. Einziges, wenn auch leicht verspätetes Familienmitglied bei der Beerdigung des Bruders - Bibi. Eltern und Geschwister bleiben fern.

Mit seinem dritten Roman "Familienbande" hat Michael Degen sein bisheriges Meisterwerk geschaffen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Generell bin ich skeptisch, wenn einer der gut spielen kann, auch schreiben will. Doch es ist Herrn Degen außerordentlich gut gelungen eine familiäre Milieuschilderung und beinahe ein Psychgramm eines vor-verurteilten Nachfahrens- der Spross eines großen, weltberühmten Mannes namens Mann- zu zeichnen. Der gewählte Sprachduktus scheint mir sehr fein, auch eine Angleichung an die Gewähltheit eines Thomas Mann zu sein. Ich empfinde die Sprache als wohltuend unlapidar und zeitlos, wie auch dem beschriebenen Zeitabschnitt gemäß.
Das Buch erhebt nicht den Anspruch einer Biograhie, worin nach meiner Ansicht seine Stärke liegt: Herr Degen komponiert aus den unbestreibar bestehenden Tatsachen und seinem eigenen Stil wie Empfinden ein neues Schönes. Das ist künstlerisches Tun!
Besonders liebevoll erscheint mir auch die Ausgestaltung der Gret Moser, der Lebensfrau von Michael Mann. Auch sie hat sich als Künstlerfrau verstanden, die ihre eigenen Anprüche denen ihres Mannes unterordnet, aber dabei sogar in der Gewalterfahrung eigensinnig und voller Würde ist.
Das Thema Selbstzerstörung wird als ein in der Familie Mann allgegenwärtiges beschrieben. Drogenkonsum und sogar Selbstmorde gehören fasst schon zum guten Ton und werden lakonisch entgegengenommen. Hat doch der Stammvater Thomas Mann eh längst festgelegt, wessen Leben und Existenz einen ihm gemäßen Wert besitzt. Überhaupt scheinen die Kinder wie Saatgut betrachtet worden zu sein, auf dessen Qualität die Eltern wenig Einfluß haben. Mit der BEzeichnung stehen seine Eigenschaften schon fest und so ist Michael "der Beißer", als Antipath betitelt vom Vater. Tragisch ist der Anklang an die Beschreibung der Gefühle des Michael Mann als Vater, der sich sehr früh zur Familiengründung entschloss: Das Gefühl von Fremdheit und Argwohn gegenüber dem eigenen Sohn scheint sich zu wiederholen, zu einem warmherzigen Kontakt wird es nie kommen.
Eine solche Härte ist auch im hier und jetzt ein noch beobachtbares Phänomen und eben keine außerordentlich monströse Erscheinung...
Nicht eben viele sind Kinder von Nobelpreisträger, aber vor den Ansprüchen ihrer Eltern zu bestehen, tun auch wir alle uns oftmals schwer.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
...erlebt der jüngste Sohn von Thomas Mann und seiner Frau Katja seine Kindheit.Er muss ein unausstehliches Kinde gewesen sein. Schon als Säugling greinte er unablässig und quälte Vater, Mutter und die Amme mit seiner Unruhe. 1919 wurde er als jüngstes Kind von sechs Geschwistern geboren. Nichts und niemand konnte ihm etwas recht machen, und früh schon zeigte Thomas Mann eine tiefe Abneigung gegen das unerwünschte sechste Kind in seiner Familie. Bibi legte sich mit Schülern und Lehrern an, flog immer wieder von Schulen und war klug genug, mit seinen Argumenten die Erwachsenen in die Enge zu treiben. Sein liebster Bruder war Klaus Mann, genannten Aissi. Von dem 13 Jahre Älteren lernte er, was es mit Drogen und deren Folgen auf sich hat.

Da aber lebte die Familie schon in der Schweiz auf der Flucht vor den Nazis.

Bibi war hellwach und mit seinen Augen und Ohren überall.Er lernte Bratsche und Violine spielen, ist aber nach den Aussagen des Biographen Michael Degen nie wirklich fleißig und strebsam gewesen. Er störte gerne und scheint insgesamt ein fast schwer erziehbarer Junge gewesen zu sein. Verwunderlich war das nicht, denn Eiseskälte und Ablehnung erfuhr er von seinem Vater zeitlebens.

Michael Degen entwirft ein Bild der Familie Mann, das sehr wirklichkeitsgetreu die Lage schildert, in der man sich seit der Machtübernahme Hitlers befand. Die Schweiz bot vorübergehend Unterkunft, bis Thomas Mann mit seiner Familie nach Amerika ins Exil ging. Der Schriftsteller war ein alles beherrschender Familienmensch, zu dem Katja in treuer Anhänglichkeit hielt. Sie musste einen Balanceakt aufführen, um ihrem Mann die nötige Ruhe zu verschaffen und den Kindern eine behütende und lenkende Erziehung angedeihen zu lassen. Die Kinder waren jedoch allesamt eigenwillige, begabte und aufsässige Zeitgenossen, deren Erziehung unter den gegebenen Bedingungen kaum zu leisten war.

Über den Lebenslauf der ältesten Geschwister Klaus und Erika gibt es zahlreiche Zeugnisse, von Golo Mann gibt es Biographien, doch Michael Mann erfährt erst jetzt in der Biographie von Michael Degen seine Würdigung.
Man bekommt neue Einblicke in eine Familie, die außergewöhnlich war und in ihrem inneren Zustand Anlass zu immer neuen Interpretationen bot.
Erstmals wird mit aller Deutlichkeit klar, dass die frühe Ablehnung des Sohnes durch den Vater verheerende Folgen zeitigte. Besonders die Söhne hatten unter der Übermacht und Gleichgültigkeit seitens ihres Vaters zu leiden. Die Teilnahmslosigkeit zeigt sich bei der Bestattung des Sohnes Klaus, bei der nur Bibi tief unglücklich anwesend war. Einmal mehr zeigt sich, dass ein Mann, der sich mit Familientragödien auskannte, wie er sie in den "Buddenbrooks" beschrieben hat, in seiner eigenen Familie die Not der Familienmitglieder weder sah noch bei Schwierigkeiten abhelfen konnte.

Insofern rundet sich das Bild der Familie Mann zu einem komplexen Drama. Nur die jüngste Tochter Medi wurde wirklich glücklich in ihrem Leben, alle anderen Kinder sind am Ende psychisch gescheitert.
Michael Degen kommt das Verdienst zu, hier eine letzte Wissenslücke über das Leben im Haus Mann zu füllen. Er hat die Aufgabe sinnvoll gemeistert.
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