Münder/Trenczek legen eine für den Umfang des Werkes ausgesprochen gründliche, wissenschaftlich tiefgehende und vor allem durch ihren fachübergreifenden Ansatz überzeugende Darstellung des Kinder- und Jugendhilferechts vor. Sie ist kritisch und setzt sich stets aktuell mit den Entwicklungen auf dem behandelten Gebiet auseinander. Der Zugang auch zu anderen Auffassungen wird ermöglicht. Die Argumente der Autoren erscheinen schlüssig. Sofern auch im Hinblick auf die Entwicklung dieses Rechtsgebietes der Konflikt zwischen Elternrecht und objektiv verstandenem Recht des Kindes und damit auch der Konflikt zwischen Elternrecht und staatlichen Befugnissen thematisiert wird, sollte der dialektische Zusammenhang dieser Seiten und die Möglichkeit und Notwendigkeit der Ausbalancierung im gegebenen System stärker hervorgehoben werden. Richtig ist allerdings der Vorwurf an den Gesetzgeber, die Hilfen zur Erziehung nicht als Anspruch des Kindes ausgestaltet zu haben.
Die Darstellung ist stets verständlich, durch die historische Einbettung auch nachvollziehbar. Wünschenswert wäre es, wenn stärker mit Beispielen gearbeitet würde. Dies würde es dem nichtjuristischen Leser sicherlich erleichtern, die dargestellten rechtlichen Zusammenhänge besser nachzuvollziehen.
Hier liegt ein sehr zu empfehlendes Buch für jeden vor, der mit dem SGB VIII in Berührung kommt.