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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Stilikone, 19. Januar 2010
Auf ihrem Debüt The Fame lebte Lady Gaga noch in einer trashigen Europop-Blase und wirkte wie ein künstliches Retortenbaby, dessen eng begrenzte Lebenszeit als One-Hit-Wonder sich bald auch schon wieder dem Ende neigt. Auf der Zusatz-EP The Fame Monster spinnt sie jedoch ihr begonnenes Idiom einer transzendenten Ikone weiter. Sie verkörpert all das, was die Fans gängiger Popmusik in einer Welt voller Casting-Stars und Reality-Shows nicht mehr bekommen. Eine unnahbare und wandlungsfähige Popikone, die ihr Image ikonografisch in ständiger Metamorphose selbst verzerrt. In ihren Videos tanzt sie steril wie eine Marionette, die fremdgesteuert an Fäden in Form eines vom Popbusiness geschundenen Vehikels im Robotdance über den Bildschirm geistert. Ähnlich einer künstlichen Schaufensterpuppe, die sich aus einer Designerboutique auf die Musikbühne verirrt hat. Als ob sie die ganzen Britneys und Mileys des Popsternchenhimmels karikiert, deren Wohl und Wehe am Tropf des Musikbusiness hängt. Fasst man Lady Gaga als eine Kunstfigur auf, kann man einen Zugang zu dieser Musik finden, die nichts weiter macht, als Popmusik der Vergangenheit in einer hoffnungslosen Affinität zu Retrosounds neu aufleben zu lassen. Mosaikartig nimmt sie einzelne Rezepte, schmeckt diese auf ihre Qualität ab und modifiziert sie ein wenig. Auf The Fame Monster ist Lady Gagas Musik ausgereifter geworden. Sie ist jetzt subtiler, ihre Musik ist sorgfältiger und breiter selektiert. "Bad Romance" hat die markanten Hooks, die so typisch für den 90er Europop waren und die gebadet in 80er Synthie-Pop-Clash-Linien im Refrain stratosphärisch davon schweben. "Alejandro" gibt eine Vorstellung davon, wie Abba klingen könnten, wenn sie erst jetzt anfangen würden, ihre Hymnen in die Welt zu posaunen. "Monster" könnte ein später Kylie-Song sein. Das fetzige "Teeth" hat den genialen Groove von Christina Aguileras "Can't hold us down". "So happy I could die" kopiert die 90er Madonna und Freddie Mercury wird als Great Pretender auf "Speechless" von den Toten erweckt. So schlüpft Lady Gaga auf der Monster EP in all diese Rollen und kanalisiert den schon existierenden Pop-Fundus in sich. All das, was an der aktuellen Popmusik nervt, lässt diese Kunstfigur dabei geschickt außen vor. Sie ist kein It-Girl wie Lindsay Lohan. Sie pfeift auf den Lifestyle mit samt seinen aalglatten Schönheitsidealen. Sie disst keine Leute wie Kanye West. Sie führt ihr Privatleben nicht in der Musik vor, wie Eminem dies tut. Die nervigen Beats von Timbaland wird man auf diesem Album auch nicht finden. Sie gibt nicht ihre Persönlichkeit preis, wie Casting-Stars zwangsläufig dazu verdammt sind. In einer Zeit, wo jeder seine Intimität öffentlich zur Schau stellt, entwirft sie das Gegenbild eines androgynen Chamäleons, das seine Gestalt nach Belieben bis ins Unnahbare wandeln kann. Die Kunstfigur Lady Gaga gibt der Popmusik das wieder, was sie braucht, wovon Pop immer lebte und was Casting-Stars eben nicht verkörpern können: Eine polarisierende und schlüpfrige Stilikone, die sich von allen anderen abhebt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Pa-pa, Ga-ga, Po-ker - OVER?, 28. Februar 2010
Und wieder hat die Welt einen neuen Popstar. Nachdem Stimme allein in unserer Zeit so gut wie rein gar nicht mehr zählt, braucht es der Zutaten mehr: Einen schrillen Namen mit Aufhöreffekt, ein Outfit, das den Künstlernamen sogar noch übertrifft. Das ist in unseren Zeiten wohl der Stoff, aus dem man Sterne macht.
Aber - reicht das auch über den Moment hinaus? Auf den ersten Blick betrachtet: Ja. Songs wie "Pokerface" aus dem Debutalbum FAME, das noch mit Füllsen daherkommt, sind tatsächlich innovativ, obwohl sich das Gesamtpaket LADY GAGA unübersehbar an Madonna orientiert. Beim Anhören von THE FAME MONSTER zeigt sich, dass die Lady bei ihrem nachgeschobenen/zugepackten Silberling ganz auf Nummer Sicher geht: Eingängige Popsongs (und kein wirklicher Lückenbüßer), die tatsächlich Gehörgänge erreichen und zum Tanzen animieren.
Dass diese Qualitätssteigerung keine wirkliche darstellt, lässt sich ganz simpel an der Beibehaltung des "Pokerface" - Rezepts festmachen: Der stets gleiche Stil des Basiserfolgs wird wie ein Kuchenteig ausgewalzt; die Rhythmen bleiben überwiegend die gleichen. Das Ganze kommt eingängig daher und gefällt. NOCH. Wenn die Gagalady jedoch den dritten Aufguss aus den gleichen Zutaten fertigen sollte, wird sie schnell wieder in der Versenkung verschwinden. An dieser Stelle muss ich an das offensichtliche Vorbild, Madonna, verweisen, deren Stimme alleine nun ganz und gar nicht als Grund für die langjährige Karriere herhalten kann. Vielmehr hat sie sich ständig neu erfunden, selbst äußerst erfolgreiche Stile verworfen, da sie intuitiv wusste, ansonsten in eine Sackgasse zu geraten. Bleibt zu hoffen, dass Lady Gaga klug genug ist, zukünftig musikalisch neue Wege zu gehen. Ansonsten dürfte sie den Zenit ihrer Karriere mit THE FAME MONSTER bereits überschritten haben. Und es hieße schon jetzt:Pa-pa, Ga-ga, Po-ker, O V E R.
Talentiert ist sie allemal. Sei es ihr demzufolge gewünscht.
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36 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lady Gaga ist zurück, 17. November 2009
Leider erfreut uns Lady Gaga dieses Jahr nicht mit einem kompletten neuen Album, sondern mit einem Re-Release ihres 2008er Debütalbums "The Fame"!
01."Bad Romance": Die erste Singleauskopplung, deren Refrain wohl bei dem sofort im Ohr hängen geblieben ist. Wieder ein Knaller-Hit und das dazugehörige Video ist eines der besten, die Lady Gaga jemals gedreht hat!
02."Alejandro": Hier werden leisere Töne angeschlagen und Lady Gaga schraubt einen Gang zurück. Nette Nummer, leider nichts Besonderes.
03."Monster": "Don't call me Gaga"- der Opener des Songs. "Monster" bezieht sich übrigens auf einen Jungen, der Gagas Herz "gegessen" hat. Auch hier bringt Lady Gaga wieder ihren einzigartigen Style in den Song, wenn er auch etwas an Gwen Stefani erinnert.
04."Speechless": Lady Gaga zeigt sich hier bei einer Rock-Ballade. Ihre Stimme ist bei diesem Song rauer als bei den Pop-Nummern und eignet sich gut für eine Live-Performance.
05."Dance In The Dark": Nach einem Ausflug in den Rock-Bereich macht Gaga wieder das, was sie am besten kann: Pop! "Dance In The Dark" ist eine typische verrückte Gaga-Nummer, die jedem Fan gefallen wird! Geht wie immer sofort ins Ohr und auch in die Beine
06."Telephone": Wer hätte das gedacht? R'n'B-Queen Beyoncé unterstützt Crazy-Gaga! Catchy-Refrain im typischen Gaga-Stil, auch Beyoncé passt extrem gut in den Song. Nervig werden mit der Zeit nur die Telefongeräusche, die sich über große Teile des Liedes ziehen.
07."So Happy I Could Die": Für mich der schwächste Song des Albums, was natürlich nicht heißt, dass der Song schlecht ist. Im Vergleich zu den anderen starken Nummern und dem, was Gagy auf "The Fame" an sich bietet, geht dieser Song leider unter! Nett zum Anhören, allerdings kein Highlight!
08."Teeth": Scharfe Pop-Nummer, die sofort in die Beine geht und ein starker Abschluss dieses Albums!
FAZIT: Lady Gaga wird (entgegen aller Kritik) so schnell nicht aus dem Pop-Business verschwinden- und dafür sind wir auch sehr dankbar, denn was Lady Gaga macht ist einzigartig (sowohl ihre Musik wie auch ihr Style)- und von solchen Frauen brauchen wir in dem Business doch mehr, oder?
"The Fame Monster" bietet einige Highlights und wieder tolle Gaga-Nummern, ein komplett neues Album wäre allerdings besser gewesen... Klares Highlight auf der CD natürlich "Bad Romance"! Wer diesen Song (oder auch die übrigens von Lady Gaga) mag, macht beim Kauf des Albums nichts falsch!
Positiv erwähnen sollte man noch, dass man "The Fame Monster" entweder als komplettes 2CD-Album (für Leute interessant, die "The Fame" noch nicht besitzen) oder auch nur die Special Edition nur mit den Bonustracks für weniger Geld erwerben kann (für alle "The Fame"-Besitzer)!
Für diese "fan-orientiere" Idee gibt es von mir verdiente 5 Sterne! Bitte weiter so!!
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