Vorweg ein paar Worte zu mir selbst: ich studiere seit vielen Jahren Kung Fu, Taj Chi und Qi Gong und habe mich darüber hinaus intensiv mit dem Buddhismus und dem Taoismus auseinandergesetzt.
Die 5 praktischen Übungen, die Li Hongzhi lehrt sind wirklich sehr gut und werden jedem Menschen, der sie bewusst und mit positiver Einstellung ausführt weiterhelfen, sowohl gesundheitlich, als auch spirituell.
Auch dem moralischen Standpunkt möchte ich mich gerne anschließen, auch, wenn er absolut nichts Neuartiges an sich hat und schon seit Jahrtausenden in allen Teilen der Welt als Leitfaden benutzt wurde.
Soweit so gut, was allerdings den Gesamteindruck von Falun Gong trübt, ist der Gründer selbst. Er widerspricht sich selbst, indem er Warhhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht predigt. Sein Text ist voll voll von Prahlerei, schwarz-weiß-Denken und einem Absolutheitsanspruch, der dem 1. Gebot in nichts nachsteht ("Du sollst keine fremden Götter neben mir haben.").
Da ich nur bescheidene Erkenntnis erlangt habe seien hier drei Zitate angeführt, die den blinden (Nach)Eiferer vielleicht eher zum zweifeln anregen:
"Glaubt nicht an irgendwelche Überlieferungen,
nur weil sie für lange Zeit
in vielen Ländern Gütigkeit besessen haben.
Glaubt nicht an etwas,
nur weil es viele andauernd wiederholen.
Akzeptiert nichts,
nur weil es ein anderer gesagt hat,
weil es auf der Autorität eines Weisen beruht
oder weil es in einer heiligen Schrift
geschrieben steht.
Glaubt nicht an Einbildungen und Visionen,
die ihr für gottgegeben haltet.
Glaubt nichts, nur weil die Autorität eines Lehrers oder Priesters dahinter steht.
Glaubt an das, was ihr durch lange eigene
Prüfung als richtig erkannt habt,
was sich mit eurem Wohlergehen
und dem anderer vereinbaren lässt."
(Gautama Buddha)
Wieviele der Falung Gong Praktizierenden haben denn die "Wahrheit" (Falun, Fashen, drei Blumen auf dem Kopf, Kultivierungsfähigkeiten), die Herr Li predigt, bereits selbst nachvollziehen, spüren/sehen können?
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"Das Tao ergreift nicht Partei;
es bringt sowohl das Gute, als auch das Böse hervor.
Die Meister ergreifen nicht Partei;
ihnen sind sowohl Heilige als auch Sünder willkommen.
Das Tao ist wie ein Blasebalg:
Es ist leer und doch unendlich wirksam.
Je mehr du es anwendest, desto mehr bewirkt es;
je mehr du davon redest, desto weniger begreifst du es.
Halte am Mittelpunkt fest."
Tao te king (Kapitel 5), Lao-Tzu
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"Die Meister aus alter Zeit
versuchten nicht, das Volk zu bilden,
sondern brachten ihm großmütig das Nichtwissen bei.
Wenn sie glauben, dass sie die Lösugen wissen,
sind die Menschen schwer zu lenken.
Wenn sie wissen, dass sie nicht wissen,
können die Menschen ihren eigenen Weg finden.
Willst du regieren lernen,
dann vermeide es, schlau oder reich zu sein.
Das einfachste Vorbild ist das deutlichste.
Zufrieden mit einem gewöhnlichen Leben,
kannst du allen Menschen den Weg zeigen,
der zu ihrem eigenen wahren Wesen zurückführt."
Tao te king (Kapitel 65), Lao-Tzu
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Als letzten Punkt sei noch die Sprache erwähnt: Sie ist so ungeschmeidig, plump und unklar, dass mir Kommentare wie "ein großes Buch" doch sehr merkwürdig erscheinen. Ich kann nicht beurteilen, inwiefern dies mit der Übersetzung zusammenhängt, sicherlich ist das chinesische Original diesbezüglich nicht ganz so grausam. Dies sei aber nur am Rande erwähnt.
Ich möchte Falung Gong in keinster Weise schlechtreden. Ich würde jedem empfehlen, es mal auszuprobieren. Man sollte sich allerdings in Acht nehmen, Hernn Li als Gründer und "Halbgottheit" zu verehren. Die Lehre an
sich ist gut und schadet Niemandem, im Gegenteil! Die Übungen helfen! Deswegen ist Falung Gong auch so erfolgreich.
Mein Rat: Nimmt Meister Li nicht allzu ernst (übt Nachsicht! ;) und praktiziert stattdessen einfach Falung Gong, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun! Die "Wahrheit" ist viel älter als Meister Li....