Normalerweise lese ich Anne Rice, wie alle sie kennen: mit ihrer Vampirchronik und der Hexentrilogie, doch ich nahm mir vor, auch dieses buch einmal zu lesen. Ich war relativ angenehm überrascht. Auch, wenn Anne Rice nicht über mystisches schreibt, ist das Buch gut gelungen. Anne Rice hat es durchaus fertig gebracht diese Epoche stilgerecht zu schildern und spickte dies mit Erotik und Leidenschaft, was durchaus in Ordnung ist, schließlich war es damals auch so. Dieser Roman bietet keine bestimmte Bezugsperson, außer Tonio, der dem Leser übernatürlich erscheint und beinahe lächerlich perfekt ist, doch bei allen Romanen von Anne Rice ist das so und wenn man sich vornimmt, diese Autorin zu lesen, muss man sich auf schwüle Stimmungen, übermäßige - fast euphorische - Beschreibungen und scheinbar perfekte Charaktere gefasst machen. Und ich finde, mit diesem Roman beweist Anne Rice sehr gut, dass sie auch anderen Stoff behandeln kann als Geschichten von Hexen, Geistern und Vampiren.
P.S.: Ein Tipp für alle, denen das Buch gefallen hat: Es gibt einen Film "Farinelli" (und den dazugehörigen Soundtrack), der die Musik und den Lebensstil jener Epoche sehr gut widerspiegelt.