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Falsche Zeugen: Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand
 
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Falsche Zeugen: Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand [Broschiert]

Hermann Detering
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Falsche Zeugen: Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand + Der Jesuswahn: Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung + Der gefälschte Glaube: Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe
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Produktinformation

  • Broschiert: 243 Seiten
  • Verlag: Alibri; Auflage: 1 (September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 386569070X
  • ISBN-13: 978-3865690708
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 290.279 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hermann Detering
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hat Jesus wirklich gelebt? Nach Ansicht der meisten Theologen und Historiker ist die geschichtliche Existenz Jesu von Nazaret nicht nur durch christliche, sondern auch durch außerchristliche Quellen klar bezeugt. Als „Kronzeugen“ gelten vor allem die antiken Historiker Josephus, Tacitus, Sueton sowie der römische Literat und Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere. Moderne Untersuchungsmethoden lassen allerdings die Ursprünge des Christentums in einem neuen Licht erscheinen. Stammt der Abschnitt über den „weisen Mann“ Jesus tatsächlich aus der Feder des Josephus? Hat es die Christenverfolgung unter Kaiser Nero wirklich gegeben? Handelt es sich beim „Chrestus“ des Sueton um Jesus? Sind die „Christenbriefe“ des jüngeren Plinius überhaupt authentisch? Es zeigt sich, dass die angeblichen „Jesuszeugnisse“ weder einen historischen Jesus von Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im ersten Jahrhundert bezeugen können. Die negativen historischen Resultate werfen die Frage nach der Bedeutung der Geschichte für den christlichen Glauben auf.

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wie geschichtlich ist der christliche Glaube?, 17. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Falsche Zeugen: Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand (Broschiert)
... fragt Hermann Detering, promovierter Theologe mit dem Forschungsschwerpunkt frühes Christentum, in seinem neuen Buch. Dass es sich bei dem Gott-Menschen Jesus Christus um eine historische Gestalt handelt, wird von Theologen aller Richtungen angenommen. So behauptet selbst der in seinem Lehramt unfehlbare Papst Benedikt XVI in seinem ersten Jesusbuch "Jesus ist kein Mythos ... er steht ganz real in der Geschichte." Auch der gelehrte Paulus schreibt in seinem Brief an die Korinther: "Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos. Wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben."

Doch wo sind die Belege für diese Behauptungen? Wo sind die Urkunden, die diese Geschichtlichkeit begründen? Die Bibel selbst, also christliche Quellen, ob kanonisch (Evangelien, Paulusbriefe) oder apokryph taugen dazu nicht. Diese sind tendenziöse Erbauungs- und Bekehrungsschriften von Christen für "Noch-nicht" Christen. Selbst so bedeutenden Theologen wie Küng räumen inzwischen ein, das "diese keine neutrale wissenschaftliche Geschichtsschreibung sind, sondern vielmehr als engagierte Zeugnisse verfasst, um Jesus als den Messias, Herrn und Gottessohn zu verkündigen".

Daher bleiben nur die außerchristlichen Zeugnisse übrig, um die Geschichtlichkeit des Wanderpredigers aus Nazareth zu überprüfen. Über so einen bekannten Mann der Weltgeschichte und (angeblicher) Begründer einer Weltreligion, müssten doch "eine beträchtliche Zahl sehr verschiedenartiger nichtchristlicher Zeugnisse" vorliegen wie der Tübinger Theologe Martin Hegel meint. Um das zu überprüfen, ruft Hermann Detering "sechs Kronzeugen" in den Zeugenstand:

1. Das Zweifache Zeugnis des jüdischen Historikers Flavius Josephus
2. Das Zeugnis des römischen Historikers Tacitus über den Brand von Rom und die neronische Christenverfolgung
3. Der der Bericht des römische Statthalters Plinius des Jüngeren in einem Brief an den Kaiser Trajan und dessen Antwort
4. Zwei Stellen aus dem Werk des römischen Geschichtsschreibers Sueton
5. Ein erst neuerlich ins Spiel gebrachter Brief des Syrers Mara bar Serapion an seinen Sohn Serapion, der irgendwann nach 72 nach unserer Zeitrechnung geschrieben sein soll
6. Und eine ominöse Passage aus dem verloren gegangenen und nur bei Julius Africanus und Georgius Synkellos in Auszügen erhaltenen Geschichtswerk des Thallus (nach 50 u.Z.).

Nach seiner ausführlichen Prüfung aller außerchristlichen Quellen kommt Detering zu eine ernüchternden Resultat: Mit ihrer Hilfe kann weder die historische Gestalt des Jesus von Nazareth noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert bewiesen werden. Aus historischer und theologischer Hinsicht sind diese Quellen nicht nur relativ unergiebig, sondern entpuppen sich dabei in der Mehrzahl als spätere christliche Einfügungen um dem christlichen Glauben eine konkrete historische Gestalt zu geben.

Angesichts dieser dürftigen außerbiblischen Datenlage ist berechtigter Zweifel an der Existenz des Jesus aus Galiläa angebracht. Niemand mit gesundem Menschenverstand würde ihn unterdrücken, wenn er nicht durch kirchliche Tradition und Sozialisation daran gehindert würde. Was sollen wir von einem Menschen halten, der außer in den Schriften seiner Anhänger nirgendwo auftaucht und über dessen Herkunft, Geburts- und Todesjahr bzw. -tag selbst dort Uneinigkeit besteht?

Mein Fazit:
Eine spannende und verständliche Analyse über ein wichtiges Thema, das hoffentlich eine längst überfällige Diskussion über die historischen Grundlagen des christlichen Glaubens in Gang bringt.

Ergänzend empfehle ich auch folgende Bücher Jesus? Tatsachen und Erfindungen und Der erfundene Jesus: Unechte Jesusworte im Neuen Testament.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Jesus, der große Unbekannte ...., 30. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Falsche Zeugen: Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand (Broschiert)
Schon 1887 legte Edwin Johnson in seiner großartigen Studie zu den Ursprüngen des Christentums '"Antiqua Mater"' dar, dass in den meisten der überlieferten frühchristlichen Schriften von einem Jesus von Nazareth nicht die Rede ist. Die zeitgenössischen Juden, wie Frank R. Zindler in "'The Jesus the Jews never Knew'" belegt, kannten ihn auch nicht. Hier nun legt der protestantische Theologe Hermann Detering, dessen Doktorvater Walter Schmithals seinerseits Schüler des Aufsehen erregenden Entmythologisierers Rudolf Bultmann war, ein Werk vor, das mit Fug und Recht den Titel '"Der Jesus, der den Nichtchristen völlig unbekannt blieb'" tragen könnte.
Er stellt sich damit gegen die Aussage des heutigen Papstes wie auch gegen die von dessen innerkatholischem Antipoden Hans Küng, die er am Anfang [S. 11] zitiert.
Ratzinger/Benedikt: '"Jesus ist kein Mythos, er ist ein Mensch aus Fleisch und Blut, steht ganz real in der Geschichte.'" Küng: '"Der Christus der Christen ist niemand anders als Jesus von Nazaret. Und insofern gründet Christentum wesentlich in Geschichte, ist christlicher Glaube wesentlich geschichtlicher Glaube.'"
Ein solcher Glaube sei dann aber stets in der Gefahr, durch den Nachweis der Ungeschichtlichkeit dieses Jesus Christus zu Fall gebracht zu werden, was einer Religion, die auf einem Mythos oder einer Lehre basiere, eben nicht passieren könne. In seinem Fazit [S. 188] klärt der Autor die eigene Position: "'Glaube ist kein Fürwahrhalten historischer Tatbestände. In der Religion kann es nicht um Faktizität, sondern nur um existenzielle Wahrheiten gehen.'"
Dazwischen dann die akribische, historisch-kritische Untersuchung aller Textstellen, die von den Apologeten bemüht werden, um ein zeitgenössisches Wissen um die historische Existenz des kanonischen Jesus von Nazaret auch unter Nichtchristen zu belegen.
Diese Stellen stammen aus Werken der von Detering so genannten '6 Kronzeugen': der jüdische Historiker Flavius Josephus (Jüdische Altertümer), der römische Historiker Tacitus (Annalen), der kaiserliche Legat in Bythinien und Pontus, Plinius der Jüngere (sein Briefwechsel mit Kaiser Trajan), der römische Geschichtsschreiber Sueton, der Syrer Mara bar Serapion (Brief an seinen Sohn) und schließlich Thallus (zitiert aus einem Fragment eines verloren gegangenen Geschichtswerkes).
Wie bereits der Titel des Buches verrät, werden diese Kronzeugen samt und sonders als falsche Zeugen entlarvt. Insofern ist es wie in einem Krimi, in dem dem Leser/Zuschauer von Anfang an bereits das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen bekannt ist. Die Ermittlungen aber sind ein intellektuelles Vergnügen, auch und gerade weil allgemein verständlich unter Verzicht auf einen Fachjargon nur für Spezialisten geschrieben. Die Wissenschaftlichkeit ist dennoch gegeben mitsamt einem ausführlichen Fußnotenapparat, der genaue Kontrolle ermöglicht; eine imposante Literaturliste ergibt viele Möglichkeiten des eigenen Sichvertiefens in die Materie und schließlich wird an Hand des Personenverzeichnisses ein schnelles Nachschlagen ermöglicht.
Das Werk sollte in keiner Bibliothek einer theologischen Fakultät fehlen; ein jeder, der sich als Student oder Wissenschaftler oder einfach nur als wissbegieriger Leser mit der Geschichte des Frühchristentums befasst, sollte es kennen. Bedauernswert deshalb nur, dass es nicht in einem für Werke dieser Kategorie bekannteren Verlag erschienen ist 'dafür aber, so mutmaßt der Rezensent, dürfte der Autor am wenigsten verantwortlich zu machen sein.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Falsche Zeugen - Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand", Alibri Verlag, Aschaffenburg 2011, 25. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Falsche Zeugen: Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand (Broschiert)
Um es vorwegzunehmen: Wieder ein wichtiges Buch von Hermann Detering, einem Theologen, der den Mut hat, auch kritisch hinter die über Jahrhunderte errichtete Fassade orthodoxer Geschichtsklitterung zu blicken. Nach seiner Arbeit über die Unechtheit der Paulusbriefe (''Der gefälschte Paulus'', Patmos 1995) nun das Sachbuch ''Falsche Zeugen...''.
Gemeint sind vermeintlich originäre Texte und deren vermutete Urheber, die aus antiker Zeit stammen sollen und durch Hinweise auf das frühe Christentum oder die Person Jesu und dessen Umfeld gleichsam als Beweise für die historische Existenz des Jesus' von Nazareth ins Feld geführt werden.
Als bekannte Zeugnisse gelten dabei:
1.) zwei kurze Textstücke bei Flavius Josephus (das viel diskutierte sogenannte Testimonium Flavianum mit seinem Hinweis auf den 'weisen Mann' und den Bruder Jesu), 2.) die Textstelle des Tacitus über den Brand von Rom in Zusammenhang mit der sogenannten neronischen Christenverfolgung mit Erwähnung der Begriffe 'Christus' und 'Chrestiani', 3.) der angebliche Briefwechsel des jüngeren Plinius mit seinem Kaiser Trajan sowie 4.) zwei Textstellen in Suetons Kaiserbiographien, 5.) der Brief eines Mara bar Serapion an seinen Sohn mit einem Verweis auf einen 'weisen König' und 6.) ein schwer einzuordnendes Schriftstück, das man gern dem angeblich heidnischen Chronographen der römischen Kaiserzeit Thallus zuordnet.

Eigentlich sollte man meinen, das Thema sei seit Jahrzehnten abgearbeitet. Wie auch in anderen Bereichen der historischen Forschung zu den Anfängen des Christentums sehen die meisten Theologen und Vertreter der Orthodoxie in allen Zeugnissen auch echte Zeugenschaft für ein Urchristentum im 1. Jahrhundert und das historische Wirken des Jesus' von Nazareth. Kritiker weisen dagegen schon seit langem darauf hin, den Wahrheitsgehalt dieser 'Zeugenaussagen' skeptisch zu prüfen. Historisch-kritische Untersuchungen ergaben denn auch (vor allem für die erstgenannten 'Zeugen'), dass keine dieser Quellen Wahrheit zeichnen. Dennoch blieb die Diskussion verhärtet und für den Außenstehenden unentschieden.

Der promovierte Theologe und namhafte Radikalkritiker Detering geht in seinem neuen Buch jedoch über diesen Diskussionsstand hinaus. Er belässt es nicht nur bei einer sehr tiefgründigen Abwägung, ob derartige Textstellen echt oder interpoliert sein könnten. Wie mit einem Seziermesser werden die literarischen 'Zeugnisse' zerlegt, philologisch bis ins Detail analysiert, mit dem Sprachduktus der jeweiligen Zeit verglichen und in der Gegenüberstellung mit anderen Textdokumenten und den jeweils geschichtlichen Umständen beurteilt. Was unseren Altvorderen wegen der ungeheuren Textmenge kaum zuzumuten war, gelingt dem Autor heutzutage mit modernen Suchmaschinen schneller. Und ein derartiger Textabgleich verrät viel. Zum einen die Abfolge der Veränderungen, Interpolationen und Fälschungen über die Zeit hinweg und zum anderen auch die 'Rädelsführer' und 'Folgetäter' beim Verfassen oder Verändern der Passagen. Die penible Textanalyse lässt sogar auf Absicht oder auch Unwissenheit schließen, sie lässt die Uraussage hervorschimmern und nicht zuletzt das kirchenpolitische Kalkül des Schwindels erkennen. Akribisch und nicht ohne kriminalistisches Geschick formt der Autor somit einen Indizienkreis, der sich wie ein Schnürring um die 'Falschen Zeugen' legt. Ein Geständnis ist nicht mehr nötig, denn Deterings Detektivarbeit lässt kaum Zweifel übrig: Durchweg alle der mit Eifer gehüteten Jesusbeweise sind als 'Falsche Zeugen' einzuordnen.
Naturgemäß und abhängig von der Quellenlage sind die vom Verfasser dabei vorgebrachten Argumente mal überzeugender oder auch schwächer. Dennoch sind seine Schlussfolgerungen in jedem Fall gut nachvollziehbar, so dass dem Leser im Ergebnis der brillanten Recherche deutlich wird, dass ''die angeblichen 'Jesuszeugnisse' weder einen historischen Jesus noch die Existenz eines frühen Christentums im ersten Jahrhundert bezeugen können". Auch dies keine neue Erkenntnis, dennoch einmal mehr die Bestätigung zahlreicher Untersuchungen der letzten 150 Jahre, welche die historische Existenz eines Jesus' von Nazareth verneinen.
Mit großer Sachlichkeit, dem Bemühen, auch den geringsten Hinweisen nachzugehen und der Fähigkeit, auch zwischen den Zeilen zu lesen und wichtige Querverbindungen zwischen einzelnen historischen Fakten aufzuspüren, kann Detering durch seine Untersuchungen so manchem apologetischen Hochmut die Spitze nehmen. Was von der theologischen Schulmeinung bislang als apodiktisch verteidigt wurde, zerbröselt damit einmal mehr zwischen gesundem Menschenverstand und kritischer Wissenschaft.

Neben der Entlarvung dieser historischen Schwindeleien christlicher Kopisten gelingt es Detering aber auch, die wahrscheinlichen Urheber dieser Urkundenfälschungen einzukreisen. Dass die Forschungsresultate des Verfassers in diesen Fällen nicht immer die Kraft des letzten Beweises haben können, ist selbstverständlich. Doch selbst die Indizien wiegen schwer. Und so erfährt der Leser - um nur Beispiele zu nennen - mit Staunen, dass es sich beim sogenannten 'Testimonium Flavianum' um eine Interpolation 'aus der Feder des Kirchengeschichtsschreibers Eusebius von Cäsarea' handelt (S. 41), liest man voll Verwunderung über die besondere Rolle des Kirchenvaters Tertullian und das 'Schicksal' der 'Christenbriefe' des Plinius (S. 107ff). In großen Teilen ist das Buch deshalb spannend wie ein Fahndungsbericht. Dabei gelingt es dem Verfasser immer wieder, den Leser an der komplizierten Recherche teilhaben zu lassen. Abgesehen von den Stellen, an denen der Fachmann mit Original-Sprach-Zitaten die Lesefreude des Lateinunkundigen trübt, lässt der flüssige Schreibstil sicher auch dem Laien eine Chance, den komplexen Gedankengängen zu folgen. (Eine Erläuterung mancher Begriffe hätte dem Lesefluss hier und da sicher gut getan.)

Bemerkenswert auch die vom Autor am Schluss gebrachten Gedanken unter der Überschrift: 'Historische Negativresultate und christlicher Glaube', die sicher nicht nur ''by the way'' geäußert werden, um zur Beruhigung all jener zu dienen, die ''dem Verfasser eine negative Einstellung zum christlichen Glauben unterstellen wollen". Allein dieses Schlusskapitel ist es wert, das herausragende Buch Deterings zu lesen, gibt es doch wichtige Wegweisung aus dem Dilemma manches Christen, der die wachsende Kluft zwischen Amtskirche und persönlichem Glauben spürt.
Das neue Buch des (radikal-)kritischen Theologen aus der Altmark ist deshalb uneingeschränkt zu empfehlen, sowohl denen, die es 'schon immer wussten' als auch denjenigen, die es partout nicht besser wissen wollen oder dürfen.

Doz. Dr.rer.nat.et Dr.Ing.-habil. Harald Specht
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