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Fallwind - Vom Absturz des Albrecht Ludwig Berblinger
 
 
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Fallwind - Vom Absturz des Albrecht Ludwig Berblinger [Gebundene Ausgabe]

Johannes Schweikle
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 190 Seiten
  • Verlag: Klöpfer + Meyer GmbH + Co. KG (28. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863510046
  • ISBN-13: 978-3863510046
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 512.920 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Johannes Schweikle
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Albrecht Ludwig Berblinger, der Schneider von Ulm, war alles andere als ein Phantast und Großsprecher. Er war in der Tat der Flugpionier Nr. 1." DIE ZEIT

Kurzbeschreibung

Albrecht Ludwig Berblinger wagte etwas unerhört Neues. Als die Eisenbahn noch nicht erfunden war, als die Welt noch nicht einmal das Fahrrad kannte, baute er einen Flugapparat. Mit diesem gelangen ihm an einem Hügel hinter Ulm die ersten Gleitflüge. Doch als er am 31. Mai des Jahres 1811 seine Sensation der Öffentlichkeit vorführte, fiel er in die Donau. Körperlich überlebte Berblinger den Absturz zwar, aber seine bürgerliche Existenz war ruiniert. Der Pionier ertrank im Spott, der Schneider von Ulm wurde zur Witzfigur. Warum aber hat das Publikum so gnadenlos reagiert? Warum wertete es die Courage des Schneiders als Überheblichkeit? Diese fiktive Biographie unternimmt eine glaubwürdige Zeitreise in die Welt des Albrecht Ludwig Berblinger. Sie erzählt, wie er sich an eine Menschheitsutopie wagte. Sie ergründet und führt vor, was passiert, wenn ein Visionär scheitert. Und sie zeigt das hässliche Gesicht der Schadenfreude. Johannes Schweikle gelingt mit seinem unaufgeregten Debütroman ein faszinierendes Plädoyer für einen Verkannten. Er unternimmt die anrührende und überzeugende Ehrenrettung eines vermeintlichen Versagers. Eines Mannes, der sein Leben nicht träumte, sondern der seinen Traum lebte.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn die eigenen Ideen weit über die Jetzt-Zeit hinausreichen und man sich gegen alle Widerstände und Lächerlichkeiten durchsetzen muss, dann ist man ein leidenschaftlicher Erfinder, der sich nicht von seinem Ziel abbringen lässt. Dieses Buch zeigt in szenenhaften, kurzen Episoden, wie Albrecht Ludwig Berblinger, der Schneider von Ulm, seinen Traum vom Fliegen verwircklichte. Der einzige Fehler damals: er hätte den König bzw. die Honorationen auf eine Wiese außerhalb der Stadt einladen müssen und den Standort seines Absprungs nicht an das Donauufer legen dürfen. Dort gab es nur Fall- und keine Aufwinde - aber leider war ihm dies zu jener Zeit noch nicht bekannt.

Johannes Schweikle liefert in den kurzen Kapiteln ein treffend genaues Bild der damaligen napoleonischen Zeit, deren revolutionäre Einschnitte jeden betrafen, deren Bürgertum beim Schneider von Ulm modisch aufs Neueste getrimmt wurden. Diese Episoden des Ankleidens und der Auswahl neuer Leibkleider haben mich amüsiert, die Mode war damals mehr oder weniger am Adel und den Honorationen der freien Reichsstadt Ulm ausgerichtet.

Zu Beginn des Buches wird auch der lokale Redakteur Jakob Schwenk beschrieben, ein Mann mit widerständigen Gedanken (der 89er), der am liebsten über Fürstenwillkür und die Revolution redete, jetzt aber in der Lokalzeitung den "Großteil des Tages mit der Annahme von Kleinanzeigen verbrachte". Alleine diese Studie ist wunderbar gelungen und mündet z.B. in diese erhellenden Sätze: "Seine langen Arme waren immer noch dünn. Aber die kleinen Kreise seiner Brillengläser ruhten jetzt auf den großen Kreisen seiner Backen."

Die einzige Problematik Berblingers war, dass es zu seiner Zeit noch keine Fotoapparate gab. Sonst hätte man festgehalten, dass er lange vor seinem "Durchfall in die Donau" am Michelsberg schon tatsächlich minutenlang geflogen war, ja eigentlich als Erfinder des Gleit-Fliegens bezeichnet werden müsste. Der Autor umschreibt das 18. Jahrhundert als Erfinder-Jahrhundert bzw. skizziert die Anfänge des Fliegens (ab Leondardo da Vinci) ebenso wie die nach Berblinger folgenden Erfindungen des Laufrades, der Dampfschifffahrt, des Autos und des Zeppelins.

Die Rehabilitation Berblingers erfolgte 175 Jahre später ' mit einem Wettbewerb: wer schafft den Flug über die Donau, exakt von der Berblinger-Startstelle aus? Von 30 Startern gelang es einem, mehr sei nicht verraten. Seine Konstruktion reichte weit in die Zukunft, ein ähnlicher Erfinder wie Berblinger.

"Wer etwas wagt, beschämt die Bequemen." Ein weiterer gelungener Satz aus diesem Buch, ans Ende gesetzt vom Schiffer, der Berblinger nach seinem Sturz aus der Donau zog. Was geschah mit Berblinger? Seine Frau verließ ihn, die Kunden blieben von heut auf morgen weg, er starb verbittert und verarmt.

"Hinter seinem Absturz konnten sie bequem alles verstecken, was ihn ihrem Leben schief gegangen ist." Ganz Ulm hat ihn zum Sündenbock erhoben. "Sogar an der Hungersnot ein paar Jahre später sollte der Albrecht schuld sein. Da hieß es: Der hat Gott versucht mit seiner Fliegerei."

Wunderbar die Schimpfwörterkaskaden auf Seite 176, die man dem Berblinger nach seinem Absturz nachsagen durfte: "Bachel, Dollweg, Glufamichel, Halbdackel, Grasdackel, Schafseckel, Weidag. Aber das schärfste Geschütz schoss hochdeutsch: Versager"

Hintergründe zu den Erfindungen des 18. Jahrhunderts, auf das Geschickteste verwoben mit der Schneider von Ulm Geschichte, dieser Roman scheint mir eine wirklich annähernd wahre Perle zu sein, dessen gelungene Sätze ich ebenso ein zweites Mal gelesen habe wie die gesamte Geschichte.

Unbedingt lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Durch eine Buchrezension im Radio (NDR 1 Info) bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Soll es doch einen historisch belegten Vorfall beschreiben, der bislang nur immer Spott und Hohn über den Schneider von Ulm brachte. Ich denke da an diverse Schulbücher, in denen der Schneider Berblinger stets als versponnener Versager dargestellt wurde.
De facto orientiert sich der Autor zwar an den wenigen historisch belegten Fakten, die sind allerdings so dünn gesät, dass er eine nicht unerhebliche Menge literarischen Füllstoff verbraucht, um dem Minimalvolumen eines kleinen, nicht sehr umfangreichen Buches gerecht zu werden. Sicherlich ist manche Wortspielerei in dem Buch ganz nett gelungen und regt dann und wann zum Schmunzeln an. Für den an der Geschichte der Fliegerei interessierten Leser allerdings bietet das Buch nichts Neues. Im Gegenteil, es beginnt nach etwa 2/3 Text zu langweilen. Da nutzt es auch nichts, das der Autor mehrmals einen Perspektivwechsel wagt, um Zeitgenossen Berblingers 'zu Wort kommen zu lassen um sie die damaligen Geschehnisse aus ihrer Sicht schildern zu lassen.
Zum Schluss stellt der Autor einige erfolgreiche Erfinder und Pioniere der Luftfahrt (Graf Zeppelin u.a.) vor, die durch ihre epochalen Leistungen in den Geschichtsbüchern verewigt wurden.
Mein Tipp: Lieber Alex Capus "Himmelsstürmer" lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mimir TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Albrecht Ludwig Berblinger lebte zur Zeit Napoleons in Ulm. Es war die Zeit der großen Umwälzungen und bemerkenswerten Erfindungen. Berblinger versuchte, die 'Chaise', einen Kinderwagen, aus Frankreich in seine Heimatstadt zu bringen. Er entwickelte eine moderne, hilfreiche Beinprothese für seinen verletzten Freund, erhielt aber kein Patent dafür. Seine aufregendste Tat, der Flug mit einem Gleiter über zwei Apfelbäume am Ulmer Michelsberg, blieb zunächst den meisten seiner Mitbürger verborgen. Am 31. Mai 1811 versuchte der Schneidermeister Berblinger vor gewichtigem Publikum über die Donau zu fliegen - und stürzte als Versager in den Fluss.

Der Freudenstädter Johannes Schweikle hat in seinem halbdokumentarischen ersten Roman Berblingers Leben, sein privates Umfeld, die städtische Gesellschaft, die damaligen politischen und sozialen Realitäten ins Blickfeld gerückt. In 24 Kapiteln werden mittels fiktiver Szenen, Erzählungen und Tagebuchaufzeichnungen die Ereignisse zu jener Zeit in nicht chronologischer Reihenfolge ausgebreitet. Dabei zeigt der Autor eine gewisse Bewunderung für den eigenwilligen, aber genialen und beharrlichen Erfinder Berblinger. Schweikle porträtiert dagegen fast ironisch den einflussreichen zweiten Bürgermeister Neithard, dessen Opportunismus, Halsstarrigkeit und negativen Konservatismus als 'erfolgreichen' Gegensatz zum visionären Kopf Berblinger.

So gelingt es Schweikle meisterhaft, in kurzen, einfachen, berichtenden Sätzen ein kleines Panoptikum der damaligen Gesellschaft zu zeichnen; die Geschichte jener Zeit eindrucksvoll, aber locker mit heutigen Verhältnissen zu verbinden. Ein aufrechtes, fast provokantes Plädoyer für eigene Meinung, eigene Werte und gegen die primitive Anpassung an die vorherrschende Meinung, an die Herrschenden.
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