Hinweis: Ich bewerte hier lediglich die Serie, über die DVD-Box kann ich nichts sagen.
INHALT
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Aliens haben die Erde angegriffen, sämtliche elektronischen Geräte wurden bei deren Ankunft per EMP (elektromagntischer Impuls) unbrauchbar gemacht. Die Erwachsenen werden von den Aliens (sechsbeinige Kreaturen, in der Serie "Skitters" genannt) bekämpft und getötet, die Kinder werden gefangen genommen und versklavt; sie erhalten eine "Steuerungseinheit" auf den Rücken montiert, die mit der Wirbelsäule verwächst und sich mit dem zentralen Nervensystem verbindet. Dadurch können die Aliens auf telepathischem Wege mit ihnen kommunizieren. Hilfe erhalten die Aliens außerdem noch durch ihre Mechs, das sind zweibeinige Kampf-Roboter, die die Aliens gebaut und mit auf die Erde gebracht haben. Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Widerstandsgruppe, die es sich zum Ziel erklärt hat, die Aliens zu bekämpfen und von der Erde zu vertreiben.
BEWERTUNG
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Das Thema Alieninvasion beschäftigt die Menschheit schon viele Jahrzehnte und übt nach wie vor eine ungeheure Faszination aus, was sich u.a. durch eine Vielzahl von Filmen bemerkbar macht. Das wiederum hat aber zur Folge, dass die Leute schon viele "Alieninvasionen" gesehen haben und es schwer wird, sich etwas wirklich Neues und Originelles einfallen zu lassen. Man braucht also entweder eine neue, gute Idee, oder aber man greift auf alte Ideen zurück und setzt diese dafür gut und auf eine halbwegs neue Weise um.
Die Serie versucht vermutlich letzteres, hat damit aber m.E. nicht viel Erfolg. Am offensichtlichsten fallen mir dabei die schon oft genannten Dinge auf wie z.B. der exzessive Patriotismus. Ebenfalls wirken die Personen einfach zu unglaubwürdig und simpel, zu glatt und klischeehaft. Der liebende, ausgeglichene und sympathische Familienvater, der vor der Invasion amerikanische Geschichte unterrichtete und der heimliche Anführer der Widerstandsbewegung ist (weil der befehlshabende Army-Captain natürlich weniger gut Bescheid weiß über Kriegsführung und Strategie). Sein 16-jähriger, durchtrainierter Model-Sohn der gerne mal Angriffstaktiken vorschlägt oder bei menschlichen Verlusten vor die Menge tritt und inspirierende, rührende (und vor allem patriotische) Reden über die tapferen Verstorbenen hält. Die einzelgängerische, toughe und unnahbare (und wieder überdurchschnittlich hübsche) Rebellin, die harte Zeiten durchmachen musste, die, wenn es gerade zur Situation passt, aber trotzdem gerne ihre einfühlsame, zarte Seite durchscheinen lässt; meist in Begleitung von melancholischer Klaviermusik. Oder das streng religiöse Schulmädchen, das durch ihre vielen Gebete den Leuten Hoffnung gibt und sie wieder zum Glauben führt, und die bei Beerdigungen o.ä. auch praktischerweise prima Klavier spielen oder singen kann. Obwohl alle ziellos umherziehen und zelten oder in verlassenen Schulgebäuden leben, sind alle Leute top gestylt, selbst, wenn sie sich die Hände richtig schmutzig machen, sind sie fünf Minuten später wieder scheinbar frisch geduscht und zurecht gemacht. Alle sind super drauf und freundlich, selbst, wenn mal jemand schlecht drauf ist, redet er kurz über seine Gefühle und sofort ist der Konflikt beseitigt, es herrscht scheinbar immer Harmonie. Das sind alles Dinge, die - wie ich finde - einfach nicht zu so einer "Endzeit-Situation" passen. Dieses glatte, perfekte und harmonische Bild passt vielleicht zu einer Soap-Opera oder zu den typischen, amerikanischen Heile-Welt-Serien. Für eine Alien-Invasion und den verzweifelten Kampf gegen die Besucher ist das aber unangebracht; der Serie geht dadurch viel Realismus verloren.
Und da ist das nächste große Problem: Natürlich ist so eine Serie nicht auf knallhartem Realismus aufgebaut. Jedoch gibt es zwischendurch so viele "Fehler" oder Punkte, die mich skeptisch werden lassen, dass es teilweise schon keinen Spaß mehr macht, die Serie weiterzuschauen. Es kommen hochentwickelte Lebensformen auf die Erde, um die Menschheit auszurotten. Sie bauen zweibeinige Kampf-Roboter, entwickeln komplexe Steuerungsgeräte für die Kinder-Sklaven, können für uns unheilbare Krankheiten heilen, etc. - wenn aber jemand in eine Alien-Basis eindringen will, geht das ganz leicht. Denn es läuft ja nur ein einziger Roboter um das Gebäude herum - der wird mit einer kontrollierten Explosion oder einem Rascheln im Busch weggelockt und schon kann der Held ungesehen in das Gebäude schleichen, sämtliche Türen und Durchgänge sind selbstverständlich offen. Meine Wohnung ist scheinbar besser abgesichert als die Stützpunkte der (hochentwickelten) Aliens. Natürlich muss man als Filme- bzw. Serienmacher ein angemessenes Mittelmaß finden, denn wenn man die Aliens zu gut ausrüstet werden sie generell unbesiegbar und die Serie wird sinnlos. Trotzdem wirkt das Ganze für mich extremst unglaubwürdig. Genau durch solche Fehler geht der Serie auch viel Atmosphäre verloren - diese Situationen lassen mich ständig stutzen oder den Kopf schütteln, was es quasi unmöglich macht, wirklich in die Serie einzutauchen.
Allerdings gibt es zumindest manchmal ein paar unerwartete Wendungen oder inhaltlich spannende Momente, die mich wenigstens ein kleines Bisschen neugierig machen, wie es in der nächsten Folge wohl weitergeht - daher habe ich noch den zweiten Stern vergeben.
FAZIT
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Kurz zusammengefasst lässt sich also sagen: Eine mittelmäßig spannende Serie, die zwar in einer Art post-apokalyptischen Welt spielt, diese Atmosphäre aber durchgehend verschleiert durch glatte, klischeehafte Personen mit wenig tiefgang und patriotischem Heile-Welt Getue. Die teilweise schlechten Special- und Visual-Effects fallen dabei kaum noch ins Gewicht.
Wer auf der Suche nach leicher Kost ist und sich zwischendurch berieseln lassen möchte, kann hier sicherlich zugreifen. Wer aber auf spannende Alien-Action aus ist und gerne von einer Serie oder einem Film "eingesogen" wird und Wert auf eine gute, durchdachte Geschichte und packende Atmosphäre legt - der sollte lieber die Finger hiervon lassen.