"Falling Down" ist einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Joel Schumacher hat einen für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich kritischen Film geschaffen, der all die Alltagsfrustrationen attackiert, die den Normalbürger, der sich ja bestimmten Normen zu beugen hat, erwarten. Es geht um "D-Fens", einen typischen Arbeiter, der noch bei seiner Mutter wohnt. Er ist von seiner Frau getrennt, hat seinen Job verloren, dennoch fährt er noch jeden Morgen weg und will zum Geburtstag seiner kleinen Tochter kommen, lebt also in der Vergangenheit. Letztendlich ist er aber all den Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft nicht mehr gewachsen, die Reise zum Haus seiner Ex-Frau verkommt zur Odyssee durch Los Angeles, auf der er immer wieder mit anderen Menschen aneinandergerät. Nicht, weil er so will oder provoziert, sondern, weil es einfach so passiert. Jetzt entlädt sich all die Wut, die sich über die Jahre in "D-Fens" angestaut hat, er kommt an immer mehr Waffen und zeigt offen seine Wut. Dabei kommt Michael Douglas (kurios!!!) nicht die Rolle des irren Bösewichts zu, eher der armen Opfers, des Opfers einer brutalen Gesellschaft. Das Beste an dem Film ist, dass man nicht anfängt "D-Fens" zu hassen, nein, man fühlt mit, man stimmt in allem zu, was er tut, ob es nun in dem bürokratischen Burgerladen sei oder bei dem Nazi-Ladenbesitzer. "D-Fens" ist ein vom Schicksal gezeichneter Mann, der sich nicht mehr alles gefallen lässt, der seinen ganzen Frust nach Jahren ablädt. Sein Gegenspieler, ein Polizist kurz vor der Pension, hat es eigentlich auch nicht besser: Zu Hause eine dominante Frau, viele eigene Probleme. Dennoch kommt er im Gegensatz zu "D-Fens" damit zurecht. Hier hat Schumacher offensichtlich versucht, der kritischen Story etwas Dämpfung zu geben, was aber nicht weiter stört. Was bleibt, ist ein beängstigend realitätsnaher Film in einer heißen versmoggten degenerierten Stadt mit einem einsamen Amokläufer, der gar nicht so hätte enden müssen.
Die Bilder letztendlich zeigen die ganze Unfreundlichkeit von Los Angeles. Vordergründig scheint die Sonne, aber eigentlich vergiftet sie alles, zumindest kommt das von den Bildern her so rüber. Und das Ende ist zwar etwas klischeehaft, dafür aber umso dramatischer.
Einfach nur perfekt, dieser Film!