Nun gut. Soll dies halt meine erste Rezension sein.
Welcher Film würde sich besser eignen als mein all-time Lieblingsfilm.
Neun Jahre ists nun her seitdem ich den Film das erste mal sah, seither viele Male mehr. Es war ein Glücksgriff den ich damals in der Videothek beging. Ich war schon gelangweilt von Hollywood bevor ich Fallen Angels sah, aber durch diesen Film schaffte ich es, die richtigen Worte für meine Kritik an Hollywood und im Gegensatz dazu Lob für Wong Kar Wais und, nicht minder, Christopher Doyle's (der Kameramann) Welt zu finden.
Es muss gesagt werden, dass diese Welt nicht jedermanns Sache ist. Evtl. ist dies aber auch der Tatsache geschuldet, dass viele zu sehr an den Handlungsablauf von Hollywoodfilmen gewöhnt sind. Ich habe den Film eigentlich fast jedem in meinem Freundeskreis gezeigt. Lediglich dem einzigen Cineasten unter ihnen gefiel der Film. Aber dieser war auch auf der anderen Seite verwirrt ob der (amerikanischen) Filmregeln die gebrochen wurden (er hat es aufgebröselt erklärt, aber behalten habe ich nicht viel (leider), sondern lediglich zum besten gegeben, dass Regeln keine Kunst machen- jaja, die Arroganz der Unwissenheit).
Was macht den Film und die beiden Antriebsmotoren des Films, Wong Kar Wai und Christopher Doyle, nun aus?
In erster Linie sticht natürlich die Kameraführung heraus. Ungewohnt, ja fast laienhaft (für den Hollywood"verwöhnten") mutet zuerst die ständige Handkamera an. Und dennoch schafft Doyle es, mit Hilfe des Fish-eye Objektivs die engen Räume, in denen gefilmt wird, plastisch darzubringen. Verwoben mit der unstrukturierten Geschichte Wong Kar Wais, den lebensnahen Räumlichkeiten (im Gegensatz hierzu die Hollywood-Sterilität der Räume, in denen immer, ja selbst im Chaos, Ordnung herrscht) eher einfachem aber wirrem und teilweise absurden Plot eingebettet in eine reale Welt, sowie sehr guter Schauspieler, wird der Blick des Zuschauers auf das Leben, besser noch, den Moment des Lebens geführt.
Wenn man sich darauf einlässt, fühlt man selbst die nachhallenden einsamen Schritte in der Bahnstation, die träumerische Art des alltäglichen, die Absurdität und den Konflikt unserer Wünsche und der Realität.
Ein anderer Rezensent kritisierte die Masturbationszene, doch eben die Stelle ist genial. Mit dem hypnotischen Lied und der darauf mitgehenden Kamera, fühlt man selbst die Ekstase, ohne das augenscheinliche selbst zu sehen. Fühlt den Rausch des Triebs, und erlebt in der Folgeaufnahme die Nüchternheit des Moments nach dem Orgasmus. Dies zu erklären bedürfte vieler Worte und wäre doch nur theoretisch, doch die Bilder im Film zeigen es plastisch.
Wer grosses Erklärkino haben möchte, sollte weiterhin westliche Filmprodukte anschauen (wobei ich hier einen Wandel erkenne und keineswegs alles kritisieren möchte was aus HW kommt).
Wer hingegen den (menschlichen) hypnotischen Rausch des Moments auf Film gebannt sehen möchte, kommt an Fallen Angels nicht vorbei. (natürlich meine laienhafte Meinung)
Ich empfehle übrigens "Ashes of Times" (chinesisch mit englischen untertiteln) von WKW als Liebesfilm. Fallen Angels ist eher eine Ode an die Einsamkeit des Individuums in einer übervollen neonlichtdurchfluteten Stadt.