Ich habe noch nie eine Rezension zu einem Buch geschrieben, das ich nur mit einem Stern bewertet habe, was vor allem daran liegt, dass es schon Jahre her ist seit ich das letzte richtig schlechte Buch gelesen habe. Dass ich das einmal zu einem Roman von J. R. Ward tun würde, hätte ich mir vor zwei Wochen auch noch nicht träumen lassen. Eine sehr traurige Premiere für mich und ich fasse es immer noch nicht.
Auf eine Inhaltszusammenfassung werde ich auch hier wieder verzichten - das würde an Folter grenzen. Vielleicht nicht für den Leser, aber ganz bestimmt für mich!
Eine gefühlte Ewigkeit habe ich mich durch diesen zweiten Band der neuen "Fallen Angels"-Reihe gequält. Ich war und bin immer noch - wenigstens bis zu Band 12 - ein großer Fan von J. R. Wards Black Dagger-Reihe und auch der erste Band "Die Ankunft" hat mir gefallen.
Hat sich mein Lesegeschmack tatsächlich in so kurzer Zeit so drastisch verändert? Was stimmt nicht mit mir...oder ist es doch dieser Roman, mit dem etwas nicht stimmt? Der es zu keiner Zeit auch nur ansatzweise geschafft hat, mich zu fesseln, mich nicht mit den Charakteren mitfiebern ließ? Charaktere, von denen auch nicht ein einziger mir nur annähernd sympathisch wurde. Nicht mal der gefallene Engel Jim Heron, der mir im ersten Band noch so gut gefiel, konnte mich dazu bewegen, dieser Geschichte etwas Gutes abzugewinnen. Langeweile und heftiges Kopfschütteln waren meine ständigen Lesebegleiter.
Mir ist immer noch nicht klar, welche Leserklientel die Autorin hier ins Auge gefasst hat. Mich hat sie mit der überaus vulgären Sprache wahrscheinlich für alle Zeiten in die Flucht geschlagen. Schimpfwörter, Kraftausdrücke und Flüche ziehen sich wie ein roter Faden durch dieses Buch und irgendwann hatte ich die ganze Sch..... einfach nur noch satt. Ein Höhepunkt in dieser Hinsicht, war der Ausruf: "Ach, verfi.... Sch..... (die Ergänzung der fehlenden Buchstaben überlasse ich der Fantasie des Lesers), der nicht etwa von dem Ex-Söldner Isaac kam, sondern von der sehr hübschen, sehr reichen, sehr gebildeten, Designerklamotten und Prada-Taschen tragenden Rechtsanwältin Grier Childe zum Besten gegeben wird. Allein der Vorname Grier hat mir schon Tränen in die Augen getrieben, genau wie das "Gretchen" in Band eins.
Die "erotischen" Teile habe ich nicht nur überflogen, sondern sie gleich gar nicht gefunden - Erotik hat etwas mit Sinnlichkeit zu tun und ist für mich etwas völlig anderes, als dieses gefühlskalte Beschreiben von Sex. Das haben die Vampirkrieger der Black Dagger sehr viel besser und gefühlvoller hingekriegt!
Mir ist klar, dass ich für diese Rezension wohl einiges an Prügel von erbosten Fans einstecken muss. Ich kann und will aber nichts bejubeln, was mir nicht gefallen hat.
Da fällt mir noch ein passender Schlusssatz - bezogen auf den sechsten Harry Potter-Band - ein:
Die Frage von Harry an Professor Slughorn: "Hat Voldemord es ins Regal geschafft?" Die Frage blieb, im Film jedenfalls, unbeantwortet.
Ob "Fallen Angels - Der Dämon" es ins Regal schafft kann ich eindeutig beantworten: Niemals...jedenfalls nicht in meins und auch keine weitere Fortsetzung dieser Reihe!