Hauptmann Pabst, der Kopf der Mörderbande selbst, schrieb in seinen "Memoiren" ohne Befehl kann er die beiden nicht ermorden. Und er hat auch den Mordauftrag von dem Leiter der Antibolschewistischen Liga, Eduard Stadtler bekommen. Diese bekam ihrerseits eine Startfinanzierung von Direktor Mankiewitz, von der Deutschen Bsnk und Friedrich Naumann - ja, der nachdem die FDP-Stiftung benannt ist. Und (!) einige Tage vor dem Mord hielt Stadtler am 10.Jan. 1919 im revolutionären Berlin auf dem Treffen der Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft, widerum von der deutschen Bank einberufen, seinem Vortrag "Bolschewismus als Weltgefahr". Bei dieser Versammlung war die ganze 'haute volee" der deutschen Industrie-, Handels-und Bankwelt anwesend. Insgesamt etwa 50 Spitzenvertreter und Verbandsvertreter inklusive Hugo Stinnes, Albert Vogler, Ernst Borsig, Siemens, Geheimrat Deutsch, Mankiewitz (Deutsche Bank), Salomonsohn, Gen.-Direktor Otto Henrich.
Dort wurde der sogenannte Antibolchewistenfonds mit nominal 500 Mio. Reichsmark beschlossen aus dem großzügige Summen in jede Gruppierung oder jedes Projekt flossen die antibolschewistisch wirkte, mit welchen Mitteln auch immer. Dass gerade Stadtler, der auch von Geldern aus diesem Fonds an die SPD berichtete, sowohl bei NOSKE und Pabst vorsprach, um sie zum militärischen Eingreifen zu ermutigen und dass Pabst Geld von Stinnes/ Minoux für den Mord an Luxemburg und Liebknecht bekam, findet sich in der einschlägigen Literatur. Mit den Millionen aus dem Antibolschewistenfonds kamen Gelder für die Rekrutierungsbüros der Privatarmee des Kapitals (Freikorps) und das Militär (sowie nationalistische Paramilitärs, sog. "Bürgerwehren") um die Räterepubliken in ganz Deutschland abzuschlachten. Krieg gegen die eigene Bevölkerung! Um die sozialistische Bewegung auf Dauer auszurotten wurde, dies ergänzt durch massive nationalistische Propaganda (Gründung des Medienkonzerns, der nach dem ehemaligen KRUPP-Direktor Hugenberg bekannt wurde) und die Bildung von "Arbeiterparteien" (z.B. DAP, später NSDAP, DSP etc.) weil auch angebliche "Volksparteien" wie z.B. die Deutschnationale Volkspartei, eine konservative Unternehmerpartei, von den Arbeitern nicht (genügend) gewählt wurde.
In Pabsts "Memoiren" spricht er stolz Klartext bezüglich der Hintermänner und bzgl. Noske/Ebert genauso wie der Früh-Nationalsozialist Stadtler in seinem 1935 erschienenen Buch "Als Antibloschewist 1918-1919" (in Triologie "Erinnerungen") - in der Zeit war der Mordkomplott an den Führern der Linken eine Ehrensache.
Ich finde diese immergleiche Verschüttung der Wahrheit mit einer Masse von unwesentlichen Details eine Fortsetzung der Verbrechen von Damals und einen Betrug der Menschen die Wissen wollen was war. Man tut so als gäbe es eben irgendwelche zufällige nationalistisch gesinnte Menschen die aus persönlichem Haß zufällig zu Mördern werden, dabei hatten schon bis Ende 1918 die Stahlkonzerne 30 Mio. für die nationalistsiche Propaganda des Hugenberg-Konzerns spendiert und der Mord wurde ganz konkret mit gezielten Besuchen und Überzeugungsarbeit bei Ebert, Noske und schließlich Hauptmann Pabst für die konkrete Durchführung organisiert.
Auch die historische Dimension der damals insbesondere in Europa stattfindenden "Weltrevolution" (ebenfalls ein Buchtitel von Stadtler) wird ebenfalls systematisch verschüttet. Fakt war: Sozialisten waren gut organisiert, Sozialismus war populär, in Russland und (später) Spanien siegreich und auch in Deutschland waren 50 große Städte und ganz Bayern rätesozialistisch. Während der sog. "WELTwirtschaftskrise", wo im Westen gehungert wurde, hatte die UDSSR regelmäßig um die 25% Wachstum! KPD+SPD lagen bei den Wahlen in Deutschland lange Zeit nahe 50%, Es ging seit 1919 wirklich um einen Krieg gegen die Weltrevolution. In Italien haben sie die Faschisten geholt, in Deutschland ebenfalls und förderten durch die NAZI-Terror-Bombardements die die spanischen Faschisten unter General Franco. Es ging um die Ausrottung der Sozialisten in Westeuropa und gipfelte bzgl. des Sozialismus in Rußland im Krieg gegen die UDSSR.
Geschichtsmanipulation, Rufmord und Ermordung von linken Führungspersönlichkeiten ist dabei Grundprinzip, die sogar mit Rudi Dutschke ihre modernere Fortsetzung in der "Demokratie" erlebte - auch wenn das ggf. nicht konkret geplant wurde von Oben wie bei Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Buchempfehlung: Eduard Stadtler: die dreibändigen "Erinnerungen", Band: "Als Antibolschewist 1918/1919", Neuer Zeitverlag GmbH, Düsseldorf 1935, Die damalige Blütezeit des Nazismus, ermöglichte Stadtler ganz offen von seiner Mordanzettelung, dem Antibolschewistenfonds der Deutschen Wirtschaft, seinen fördernden Untzernehmer, Gesprächen mit dem Kabinett Ebert, mit Noske und Pabst zu schreiben. Ich bin normalerweise der letzte der ein (Früh-)NAZI-Buch empfiehlt, aber in diesem Buch wird die Stimmung dieser Zeit, die politischen Verflechtungen als Hintergrund dieser Morde sehr deutlich aufgezeigt.