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Der Fall Liebknecht/Luxemburg
 
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Der Fall Liebknecht/Luxemburg

Martin Benrath , Friedrich G. Beckhaus , Theo Metzger    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Martin Benrath, Friedrich G. Beckhaus, Gert Westphal, Gerd Baltus, Günther Mack
  • Regisseur(e): Theo Metzger
  • Format: PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Studio: Film 101
  • Erscheinungstermin: 24. Juli 2008
  • Produktionsjahr: 1969
  • Spieldauer: 160 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B001C6UDCQ
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 19.914 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

Eine Semidokumentation von Dieter Ertel und Gustav Strübel Fernsehspiel für das Deutsche Fernsehen vom SDR /SWR 1960 Dieses Dokumentarspiel in 2 Teilen befasst sich mit zwei der folgenschwersten politischen Morde kurz nach dem ersten Weltkrieg in Deutschland: dem Doppelmord an den Kommunistenführern Karl Liebknecht und an Rosa Luxemburg. Regie: Theo Metzger mit: Martin Benrath Hauptmann Waldemar Pabst Friedrich G. Beckhaus Soldat Runge Gert Westphal Kriegsgerichtsrat Jorns Günter Mack Kapitänleutnant Canaris Gerd Baltus Oberleutnant Vogel sowie: Alexander Kerst, Günther Jerschke, Karl Walter Diess, u. a. Für die Dokumentation interviewte Dieter Ertel Überlebende von 1919 und konnte den früheren Generalstabsoffizier Pabst, der den Geheimbefehl zur Erschießung gegeben hatte, zum Sprechen bringen... Inhalt: Teil 1 rekonstruiert die Vorgänge im Eden-Hotel vor und nach der Verhaftung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, den Ablauf der Mordnacht und die Rolle, die der damalige Generalstabs-Hauptmann Waldemar Pabst gespielt hat als Drahtzieher im Komplott der Offiziere der Garde-Schützen-Division. Teil 2 zeigt den Ablauf der gerichtlichen Hauptverhandlung in diesem folgenschweren politischen Mordfall. Dabei wird nicht nur die beispiellose Beugung der Justiz transparent, sondern auch 50 Jahre nach Beendigung des historischen Prozesses- der wahre Mörder Rosa Luxemburgs entdeckt, der bis dahin verschwiegen worden war. Produktinformationen: Bild: PAL 4 : 3 schwarz/weiß DVD Typ: 9 Sprache: deutsch igitally remastered Ländercode: 0 / überall abspielbar Laufzeit: Teil 1 ca. 82 Minuten Ton: DolbyDigital 2.0 (mono) Teil 2 ca. 78 Minuten

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Meiß
Das zweiteilige Dokumentarspiel in dieser DVD habe ich so 1989 zum ersten Mal gesehen. Beispielhaft wie Dieter Ertel 1969 die Wahrheit - man muss dazu sagen, mit Hilfe der damals noch lebenden Täter - ans Licht bringt. Dieses Dokumentarspiel hat auch in den Jahrzehnten nach seiner Erstausstrahlung für weitere Aufklärung gesorgt und von seiner Brisanz nichts verloren. Das Dokumentarspiel liefert erstmals auch eine Idee mit, worin die tiefgründigen Ursachen des gegenseitigen "Nichtmögens" der beiden Parteien SPD und Linke liegen könnten.

Weitere empfehlenswerte Büche zum Thema und Hintergründen:
Die Deutsche Revolution 1918/1919 von Sebastian Haffner
und
Eine Leiche im Landwehrkanal. Die Ermordung der Rosa Luxemburg von Klaus Gietinger
War diese Rezension für Sie hilfreich?
13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hauptmann Pabst, der Kopf der Mörderbande selbst, schrieb in seinen "Memoiren" ohne Befehl kann er die beiden nicht ermorden. Und er hat auch den Mordauftrag von dem Leiter der Antibolschewistischen Liga, Eduard Stadtler bekommen. Diese bekam ihrerseits eine Startfinanzierung von Direktor Mankiewitz, von der Deutschen Bsnk und Friedrich Naumann - ja, der nachdem die FDP-Stiftung benannt ist. Und (!) einige Tage vor dem Mord hielt Stadtler am 10.Jan. 1919 im revolutionären Berlin auf dem Treffen der Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft, widerum von der deutschen Bank einberufen, seinem Vortrag "Bolschewismus als Weltgefahr". Bei dieser Versammlung war die ganze 'haute volee" der deutschen Industrie-, Handels-und Bankwelt anwesend. Insgesamt etwa 50 Spitzenvertreter und Verbandsvertreter inklusive Hugo Stinnes, Albert Vogler, Ernst Borsig, Siemens, Geheimrat Deutsch, Mankiewitz (Deutsche Bank), Salomonsohn, Gen.-Direktor Otto Henrich.

Dort wurde der sogenannte Antibolchewistenfonds mit nominal 500 Mio. Reichsmark beschlossen aus dem großzügige Summen in jede Gruppierung oder jedes Projekt flossen die antibolschewistisch wirkte, mit welchen Mitteln auch immer. Dass gerade Stadtler, der auch von Geldern aus diesem Fonds an die SPD berichtete, sowohl bei NOSKE und Pabst vorsprach, um sie zum militärischen Eingreifen zu ermutigen und dass Pabst Geld von Stinnes/ Minoux für den Mord an Luxemburg und Liebknecht bekam, findet sich in der einschlägigen Literatur. Mit den Millionen aus dem Antibolschewistenfonds kamen Gelder für die Rekrutierungsbüros der Privatarmee des Kapitals (Freikorps) und das Militär (sowie nationalistische Paramilitärs, sog. "Bürgerwehren") um die Räterepubliken in ganz Deutschland abzuschlachten. Krieg gegen die eigene Bevölkerung! Um die sozialistische Bewegung auf Dauer auszurotten wurde, dies ergänzt durch massive nationalistische Propaganda (Gründung des Medienkonzerns, der nach dem ehemaligen KRUPP-Direktor Hugenberg bekannt wurde) und die Bildung von "Arbeiterparteien" (z.B. DAP, später NSDAP, DSP etc.) weil auch angebliche "Volksparteien" wie z.B. die Deutschnationale Volkspartei, eine konservative Unternehmerpartei, von den Arbeitern nicht (genügend) gewählt wurde.

In Pabsts "Memoiren" spricht er stolz Klartext bezüglich der Hintermänner und bzgl. Noske/Ebert genauso wie der Früh-Nationalsozialist Stadtler in seinem 1935 erschienenen Buch "Als Antibloschewist 1918-1919" (in Triologie "Erinnerungen") - in der Zeit war der Mordkomplott an den Führern der Linken eine Ehrensache.

Ich finde diese immergleiche Verschüttung der Wahrheit mit einer Masse von unwesentlichen Details eine Fortsetzung der Verbrechen von Damals und einen Betrug der Menschen die Wissen wollen was war. Man tut so als gäbe es eben irgendwelche zufällige nationalistisch gesinnte Menschen die aus persönlichem Haß zufällig zu Mördern werden, dabei hatten schon bis Ende 1918 die Stahlkonzerne 30 Mio. für die nationalistsiche Propaganda des Hugenberg-Konzerns spendiert und der Mord wurde ganz konkret mit gezielten Besuchen und Überzeugungsarbeit bei Ebert, Noske und schließlich Hauptmann Pabst für die konkrete Durchführung organisiert.

Auch die historische Dimension der damals insbesondere in Europa stattfindenden "Weltrevolution" (ebenfalls ein Buchtitel von Stadtler) wird ebenfalls systematisch verschüttet. Fakt war: Sozialisten waren gut organisiert, Sozialismus war populär, in Russland und (später) Spanien siegreich und auch in Deutschland waren 50 große Städte und ganz Bayern rätesozialistisch. Während der sog. "WELTwirtschaftskrise", wo im Westen gehungert wurde, hatte die UDSSR regelmäßig um die 25% Wachstum! KPD+SPD lagen bei den Wahlen in Deutschland lange Zeit nahe 50%, Es ging seit 1919 wirklich um einen Krieg gegen die Weltrevolution. In Italien haben sie die Faschisten geholt, in Deutschland ebenfalls und förderten durch die NAZI-Terror-Bombardements die die spanischen Faschisten unter General Franco. Es ging um die Ausrottung der Sozialisten in Westeuropa und gipfelte bzgl. des Sozialismus in Rußland im Krieg gegen die UDSSR.

Geschichtsmanipulation, Rufmord und Ermordung von linken Führungspersönlichkeiten ist dabei Grundprinzip, die sogar mit Rudi Dutschke ihre modernere Fortsetzung in der "Demokratie" erlebte - auch wenn das ggf. nicht konkret geplant wurde von Oben wie bei Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Buchempfehlung: Eduard Stadtler: die dreibändigen "Erinnerungen", Band: "Als Antibolschewist 1918/1919", Neuer Zeitverlag GmbH, Düsseldorf 1935, Die damalige Blütezeit des Nazismus, ermöglichte Stadtler ganz offen von seiner Mordanzettelung, dem Antibolschewistenfonds der Deutschen Wirtschaft, seinen fördernden Untzernehmer, Gesprächen mit dem Kabinett Ebert, mit Noske und Pabst zu schreiben. Ich bin normalerweise der letzte der ein (Früh-)NAZI-Buch empfiehlt, aber in diesem Buch wird die Stimmung dieser Zeit, die politischen Verflechtungen als Hintergrund dieser Morde sehr deutlich aufgezeigt.
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6 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Rosa, das Hausmütterchen 2. November 2009
Von Gloster
Von Amazon bestätigter Kauf
Dieses filmische Erzeugnis ist ein hervorragender Beleg dafür, daß die propagandistische Deutungshoheit der politischen Linken bereits zu Zeiten in ihren Grundzügen festlag, als die politischen Höhen der etablierten politischen Parteien von SPD bis CSU noch von bürgerlicher Mäßigkeit beherrscht, und die Filme noch schwarz-weiß, waren. Politische Attentate (sofern sie nicht von Einzeltätern ausgeführt werden) bewegen sich stets in einem Umfeld allgemeiner Wirren. Der Hitler-Attentäter Graf Stauffenberg steht aus diesem Grunde außer jeder Kritik. (Allein die politische Linke wagte früher den Einwand, die Herren Offiziere entdeckten ihre Hitler-Gegnerschaft erst, als ihre Ländereien und Gutshöfe im Osten in Gefahr waren, von der Roten Armee überrannt zu werden.) Anders als den rechten National-Sozialisten haben die Deutschen den linken International-Sozialisten niemals freiwillig zugejubelt. Die (Nachfolger der) Liebknechts und Luxemburgs hatten in dem Augenblick nichts mehr zu melden, als die Bajonette der russischen Besatzer sich aufzulösen begannen. Anders als in anderen Ländern könnten wir also für Deutschland verbuchen, einer politischen Versuchung nicht nur widerstanden, sondern auch die Kraft dafür aufgebracht zu haben, politischen Wirrköpfen und Bürgerkriegs-Hetzern schon den Zipfel der Macht entrissen zu haben, den sie bereits in Händen hielten. Stattdessen ergeht man sich in der Einführung zu diesem Stück (die in einer ARD-Ansage von 1989 dankenswerterweise mitgeliefert wird) in Tiraden der Verabscheuung nicht etwa über die Verantwortlichen Bürgerkriegshetzer und Mörder, sondern über "Drahtzieher, "Komplotte", "Täter", "Todeskommandos" und der Moderator gebraucht das juristische Wort "Mord", "Mörder" in jedem Satz zweimal. Man stelle sich eine solche Sprachwahl bei einer Einführung über das verwandte Thema des "20.Juli" vor! Hier wie dort sind die Geschehnisse nicht isoliert zu betrachten! Genausowenig wie es angeht, willkürlich Menschen ihrem rechtmäßigen Richter zu entziehen oder Unschuldige aufeinanderzutreiben, ist die Verleumdung angeblicher Täter statthaft.
In dem Stück namentlich als "Mörder" benannte haben bereits unmittelbar nach Erstsendung im Jahre 1969 erreicht, daß ihre Namen nicht mehr benannt werden dürfen, weil es keine Beweise gab. Doch nun, so die Einführung, sind die Betroffenen tot und man könne sich dazu entschließen, wiederum mit den alten Behauptungen fortzufahren, nicht ohne Hinweis auf das Urteil, das aber wohl keine Gültigkeit mehr habe. Respekt vor den Toten gilt nicht für Angehörige der Reichswehr. Wenn sie unter der Erde liegen, können Urteile ignoriert und Falschbehauptungen neu aufgelegt werden, obwohl die Festnahme von Liebknecht und Luxemburg in einem unter Ausnahmerecht stehenden Land rechtmäßig und sogar von dem sozialdemokratischen Regierungschef gebilligt wurde. Liebknecht und Luxemburg waren steckbrieflich gesuchte Straftäter, Luxemburg selbst mit reichlicher Gefängnis- und Zuchthaus-Erfahrung.
Anders als die pauschal negative Darstellung der Militärs in diesem Film verhält es sich "selbstredend" mit Rosa Luxemburg. Diese wird dargestellt von Edith Heerdeegen, die ansonsten in Rollen brillierte, in denen das liebenswürdige Hausmütterchen darzustellen war, ein bischen naiv, furchtbar nett und kein Wässerchen trübend. Nur in indirekter Rede erfährt der Zuschauer etwas über die Haßtiraden dieser aus dem Ausland eingereisten Dame, die zusammen mit ihren Spartakus-Genossen die einzelnen Volksgruppen in Deutschland aufeinanderhetzte, die Weimarer Demokratie in Vorgängerschaft zur NSDAP zu beseitigten trachtete und hinter deren Zitatenschatz sich die stalinistischen Gulags auftun, die sie in ihrem "Sowjetdeutschland" zweifellos eingerichtet hätte, wenn sie mit den ihren zur Macht gelangt wäre. S.R.
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