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Die eigentliche Geschichte beginnt mit dem Raub des Originalmanuskripts von Dickens' Martin Chuzzlewit. Ein Aufschrei geht durch die Nation und das Londoner Sonderdezernat wird unter Druck gesetzt, den wertvollen Autografen schnellstmöglich wieder herbeizuschaffen. Doch Thursday Next wird von einem geheimnisvollen Agenten abgeworben und auf die Spur des Erzschurken Acheron Hades angesetzt. Es gelingt ihr, Hades zu stellen, der jedoch flieht und ihr dabei eine schwere Verletzung zufügt. Aber damit nicht genug: Alsbald gelingt es Hades, in einem blutigen Handstreich das Manuskript von Jane Eyre an sich zu bringen -- und die Hauptfigur selbst als Geisel zu nehmen.
Jasper Fforde gelingt es, die einem klassischen Kriminalroman nachgebildete Handlung und die fantastischen Aspekte seines Buches souverän im Gleichgewicht zu halten. Thursday Next wird von einer absurden Situation in die nächste geworfen, aber die vollkommen glaubwürdige Selbstverständlichkeit, mit der sie das alles aufnimmt, ist von der ersten bis zur letzten Seite mitreißend. Außerdem begeht Fforde nicht den Fehler vieler Fantastikautoren, die gerne die Gefühlswelt und die Motivation ihrer Protagonisten vergessen. Thursday ist eine junge Frau, die ihren eigenen Weg finden möchte und zwischen Karriere und einer eventuellen familiären Bindung hin und her gerissen wird.
Fazit: Alle Freunde von Matt Ruff oder Douglas Adams werden begeistert sein. Selten ist die Grenze zwischen Literatur und Wirklichkeit so kunstfertig überschritten worden -- ein potenzielles Kultbuch! --Hannes Riffel
Andrea Sawatzki, einem breiten Publikum als Tatort-Kommissarin Charlotte Sänger bekannt, gibt die Geschichte voller irrwitziger Ideen mit ihrer klaren Stimme zum Besten. Sie leiht der Spezialagentin Thursday Next, die in der Ich-Form von den Ereignissen um die Entführung des Bronté-Manuskripts erzählt, ihre Stimme. Im Kontrast zu diesen sehr persönlichen Passagen liest sie in sachlich-distanziertem Ton Zitate von Journalisten, Kollegen und Biographen, die jedem Kapitel vorangestellt sind.
Thursday Next ist in zweierlei Hinsicht von den Verbrechen des Achron Hades berührt: Zum einen kennt sie ihn als ihren früheren Professor und zum anderen hat er ihren Onkel entführt, weil er eine Maschine erfunden hat, mit der man in Bücher einsteigen kann. Diese ganz persönliche Betroffenheit schwingt in Andrea Sawatzkis Interpretation von Anfang bis zum Ende mit. Egal, ob sie von der Verfolgung erzählt, bei der sie angeschossen wurde, oder von den Verwicklungen des Industriekonzerns Goliath Corporation im Krimkrieg, in dem ihr Bruder fiel, eines wird immer klar: Thursday Next geht mit Leib und Seele, mutig und listenreich gegen den Mann, der vor nichts zurückschreckt, vor. Bis zum Happy End hat Andrea Sawatzki unzählige Gelegenheiten die irrwitzigen, absurd-verrückten Einfälle des Autors zu Gehör zu bringen.
Jasper Ffordes erster Roman Der Fall Jane Eyre seiner mittlerweile zum Kult avancierten Reihe um die Spezialagentin Thursday Next wurde von vielen Verlagen abgelehnt, bis er 2001 endlich gedruckt wurde. Die Idee für das Buch hatte der gebürtige Waliser bereits 1988. Bevor er sich dem Schreiben widmete, hatte er Jahre lang als Kameramann gearbeitet. Heute ist er nicht nur in England ein viel gelesener Autor.
Fazit: Witzig, schräg und voller abenteuerlicher Einfälle, in denen Raum und Zeit wild durcheinandergeworfen werden! Andrea Sawatzki in diesem herrlich skurrilen Spiel zu hören ist ein Vergnügen. Die Längen, die sich manchmal in der Geschichte auftun, fallen in ihrer Interpretation kaum auf. Für alle, die in der englischen Literatur nicht ganz so fit sind, ist das Booklet mit seinen vielen Erklärungen und Hinweisen eine echte Hilfe.
Autorisierte Lesung, Spieldauer: ca. 226 Minuten, 3 CD. Mit umfangreichem Booklet. --culture.text, Christiane Gut -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch mit Kultpotential,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Jane Eyre. (Taschenbuch)
Man nehme eine abgehobene Realität, ändere einige Naturgesetze und gebe noch eine Prise Ironie und Sarkasmus dazu. Gesellschaftskritik verstecke man zwar gut aber nicht zu gut, so dass man sie gerade noch erkennen kann, wenn man will. Dazu streue man noch eine nicht allzu komplizierte Sprache. Fast hat man damit schon ein Werk das zum Kult werden kann beisammen. Wenn man dann noch einen neuen Einfall dazupacken kann und das ganze gut verrührt, dann hat man es geschafft.Genau das ist Jasper Fforde auch gelungen. Der neue Einfall ist die Grenzen zwischen objektiver Wirklichkeit und geschriebenen Romanen aufzuheben. So können in seinem Werk einige Menschen in Bücher eindringen und diese damit verändern bzw. schaffen es auch Romanfiguren in die Welt zu entfleuchen. Gut zugegeben ganz neu ist die Idee denn doch nicht, aber es reicht dennoch um Kultpotential zu haben. In einer Welt in der Literatur ein vielfaches des Stellenwertes hat, ist Thursday Next die Icherzählerin des Romans eine Mitarbeiterin der sogenannten LiteraturAgency. Diese Behörde hat vor allem die Aufgabe sicherzustellen, dass keine Fälschungen verbreitet werden. Als plötzlich eine Figur aus Dickens Roman "Martin Chuzzlewit" in der Realität auftaucht und aus allen Abdrucken des Buches verschwindet, geht das Unvorstellbare erst richtig los und Thursday Next muss gegen einen der brillantesten Verbrecher mit dem bezeichnenden Namen Acheron Hades antreten. Dieser entführt bald darauf Jane Eyre aus ihrem eigenen Roman. Das Buch ist leicht lesbar geschrieben. Der locker-flockige Schreibstil macht es zu einem echten Pageturner (es gibt übrigens auch eine Paige Turner in dem Buch). Die krausen Ideen und die Absurditäten des Buches müssen als die wahre Messlatte angenommen werden. Jemand der sich in den Werken von Douglas Adams oder Terry Pratchett wohlfühlt, der wird hieran wahrscheinlich gefallen finden. Mochte man die beiden nicht, so ist dieses Buch wahrscheinlich nicht empfehlenswert. Keinesfalls darf man hier also sprachlich Literatur vom Feinsten erwarten. Ebenso ist es für echte Puristen natürlich undenkbar, dass Naturgesetze in einem Roman nicht gelten und dass die geschichtliche Entwicklung ab dem 19. Jahrhundert völlig anders verlief als wir sie kennen. Dafür gibt es um so mehr Komplikationen und witzige Ideen. Öfters muss man herzhaft lachen. Literaturliebhaber die ausschließlich an hochklassiger Literatur Gefallen finden, sollten hievon die Finger lassen, denn sie werden das Buch hassen. Wenn Sie aber jemand sind, der ein witziges Buch zur Entspannung sucht so sollten Sie einfach überlegen ob das Thema des Romans etwas für Sie ist. Können Sie diese Frage auch mit "ja" beantworten, so kann man nur eine uneingeschränkte Kaufempfehlung abgeben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Furioser Auftakt des 5-teiligen Ausflugs in eine skurile Buchwelt,
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Jane Eyre. (Taschenbuch)
A-NOTE (STORY): ***** (5 von 5 Sternen)Erfrischend anderer Ausflug in die Welt der Literatur. Über kleine Logik-Schwächen sieht man da gerne hinweg. B-NOTE (STIL): ***** (5 von 5 Sternen) Stilistisch so einmalig und authentisch wie der Name des Autors. Nur jemand, der Fforde heißt, kann so schreiben. URTEILSBEGRÜNDUNG: ================== Fforde entführt uns auf aberwitzigen Pfaden in eine Literatur-Fantasy-Welt vor dem Hintergrund eines etwas anderen Englands. Eine Art Parallel-Universum, in dem England seit 100 Jahren auf der Krim gegen Russland Krieg führt, während zuhause krimminelle Banden den lukrativen Literaturmarkt aufmischen. Anstatt des MI5 gibts daher Special Operations Einheiten für Vampirjäger, Literatur-Detektive und Zeitstrom-Agenten. Anstatt James Bond gibts Thursday Next. Der Charakter der Thursday Next und ihrer chaotischen Familie ist so gelungen - allein dafür lohnt es sich zu lesen. Und das Drumherum ist auch nicht zu verachten. Fforde hat einen eigenständigen Stil geschaffen, der vom Tiefgang her weit über die Tintenherz-Romane hinausgeht, wo es ja auch um das Rein- und Rausspringen aus Büchern und Geschichten geht. Es ist ein Stil, der auch polarisiert. Es wird enthusiastische Fans geben, aber auch Kopfschüttler. Die Fans werden aber ohne Frage sehr zahlreich sein! Ob der Stoff wirklich vier oder fünf Bücher trägt, ist eine andere Frage. Aber Buch Nr. 1 ist ein absolutes Muß, für alle, die das etwas andere suchen und lieben... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die versch(r)obene Wirklichkeit,
Von Lars Ch. Stricker (Bielefeld Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Jane Eyre. (Taschenbuch)
Die Achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts waren ja schon in "unserer Wirklichkeit" eine irgendwie bizarre Zeit, wenn man an Ronald Reagan, Kajagoogo, Denver Clan und Karottenhosen denkt. Wie aber wäre es erst gewesen, wenn dort Reisen in Bücher möglich gewesen wären, wenn Wales eine kommunistische Diktatur wäre und der Krimkrieg nie geendet hätte? Thursday Next ist Literaturagentin, dass heißt, Sie arbeitet für die Special Operations Network Einheit, die Verbrechen an der Literatur verfolgt. Eine angstfreie Pazifistin, die erst schießt, dann fragt und bedenkenlos ihren Dodo in's Hotelzimmer schmuggelt. Sie verfolgt den Drittgesuchtesten Mann der internationalen Fahndungslisten, da er die Welt mit einer Veränderung der Handlung im Buch "Jane Eyre" erpressen will. Das klingt bizarr? Ist es auch! Die Wirklichkeit scheint nur einen kleinen Hüpfer zur Seite gemacht zu haben und schon ergeben sich die komischsten, spannendsten und tiefgründigsten Ansichten seit „Macht's gut und danke für den Fisch!" Wer mit den Monty Pythons groß geworden ist, wird diesen Humor aufsaugen! Wer bei Douglas Adams permanent kichern musste, wird hier laut auflachen! Man könnte Jasper Fforde einen Großmeister englischer Selbstironie nennen, wenn er nicht Waliser wäre. Man sollte dieses Buch besser noch im englischen Original lesen (aber Hauptsache, man liest es überhaupt!!). Und, man sollte sich auf jeden Fall einen Samstag frei nehmen, sich eine warme Ecke im Lieblingskaffee reservieren und sich innerlich wappnen gegen all die verstörten Blicke der anderen Gäste wegen des seltsam verklärten Grinsens, das man beim Lesen trägt.
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