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Der Fall Arbogast
 
 
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Der Fall Arbogast [Gebundene Ausgabe]

Thomas Hettche
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Dumont Buchverlag; Auflage: 3 (8. November 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832156216
  • ISBN-13: 978-3832156213
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 15 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (21 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.281.169 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Thomas Hettche
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„...diese Geschichte [ist] ohne Auflösung ein perfekter Kriminalroman: eine Überbietung des Genres, wie sie zuletzt vielleicht Dürrenmatts Geschichten zwischen 'Verdacht' und 'Justiz' gelungen ist. Man liest sie mit nicht nachlassender Spannung. (...) Die erzähltechnische Perfektion dieses Buches ist so auffallend, dass man manchmal befürchtet, sie auf der nächsten Seite als bloße Artistik vorgeführt zu sehen – und jedesmal wahrt der Erzähler gelassen die Balance." LITERATUREN „Wie Thomas Hettche Fakten und Fiktion, Dokumentation und Fantasie, Zeitgeschichte und Erzählkunst zum Einklang bringt, ist phänomenal, intelligent, atemberaubend spannend." TAGESANZEIGER „'Der Fall Aborgast' ist ein sehr gut geschriebener, leicht zu lesender, unterhaltender Roman, den der Autor raffiniert auf die Schollen sozialen Wandels gestellt hat. Wie beiläufig er biografisches Material und Zeit-Colorit zum Panorama der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft montiert, ist bewundernswert." LEIPZIGER VOLKSZEITUNG „Er beherrscht sein Metier meisterlich. Satz für Satz läßt er seine treffenden Worte uns ausgesuchten Metaphern am Leser vorbeidefilieren, artig knicksen und Platz machen für neue Artigkeiten. Thomas Hettche ist ein Virtuose des Stils, ein Schriftsteller, der seine Sätze so lange poliert, bis sie glänzen, als wären sie mit Lack überzogen." FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG

Kurzbeschreibung

Nur Hans Arbogast weiß, was damals wirklich geschah - am Abend jenes Spätsommertags 1953, als die junge Anhalterin Marie Gurth in seinen Borgward Coupé stieg. Schuldig oder unschuldig? Das Gericht folgt dem Plädoyer des Oberstaatsanwalts und entscheidet auf lebenslanges Zuchthaus für den »Lustmörder«. Basierend auf einem realen Kriminalfall der fünfziger Jahre erzählt Thomas Hettche die Geschichte einer leidenschaftlichen Begegnung zwischen Liebe und Tod und liefert zugleich ein faszinierendes Stück deutscher Justiz- und Nachkriegsgeschichte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Fesselnder, als Krimi getarnter Roman, 29. Oktober 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Arbogast. (Gebundene Ausgabe)
Hettches Buch hat mich von Beginn an überzeugt und ich konnte es jeweils nur schwer aus der Hand legen. Der 'Fall Arbogast' wird aus der Sicht einiger direkt und indirekt Beteiligter geschildert, am häufigsten aus der Sicht von Arbogast und seinen Anwalt, der versucht, das vor 14 Jahren gefällte Urteil gegen Arbogast zu revidieren. Bei den zahlreichen Figuren besteht die Gefahr, dass sie sehr ungenau bzw. oberflächlich dargestellt werden. Doch Hettche umgeht dies meisterhaft, selbst die 'Nebendarsteller' erscheinen dem Leser vertraut.

Die Beschreibung, wie Arbogast langsam in der Zelle zu Grunde geht sowie das Verhältnis seines Anwalts mit einer Gutachterin aus der DDR sind für mich die Highlights in dieser 'Kriminalgeschichte'. Sehr gefallen hat mir auch der etwas lakonische (Schreib-)Stil von Hettche.

Der sehr negativen Kritik des 'Spiegel' kann ich mich jedenfalls überhaupt nicht anschliessen. Mir scheint, dort gab eher eine Antipathie des Verfassers gegen Hettche als eine seriöse Auseinandersetzung mit dem Buch den Ausschlag für die Bewertung!

Ich kann den 'Fall Arbogast' nur jedem empfehlen, für mich war diese Werk ein Genuss.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Justitia mit Scheuklappen, 23. Februar 2005
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Arbogast: Roman (Taschenbuch)
Am Anfang der Fünfziger, als der Bundesgerichtshof noch jeden
außerehelichen Sex, auch zwischen Verlobten, als unsittliche
qualifiziert, wird im Städtchen Grangat eine Frauenleiche
gefunden. Bei der Obduktion finden die Mediziner bei der
fünfundzwanzigjährige Marie Gurth eine stümperhafte Abtreibung,
eine vernarbte Herzmuskelentzündung und eine weitere, akute
Herzmuskelentzündung. Sie finden außerdem eine ungewöhnliche
Weitung des Afters, aus der sie auf stattgefundenen Analverkehr
schließen.

Von einer Erdrosselung finden sie nichts.

Der Vertreter Hans Arbogast stellt sich kurz darauf der Polizei
und gesteht, er habe Marie im Auto mitgenommen und mit ihr
geschlafen. Dass er sie umgebracht habe, leugnet er, sie sei
wärend des Sexaktes tot zusammengebrochen.

Zunächst sieht es aus, als würde Arbogast, wenn überhaupt, dann
zu einer Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung verurteilt.

Aber der ehrgeizige Staatsanwalt Oesterle zieht den renommierten
und angesehenen Gutachter Maul hinzu, der in seinem mündlichen
Gutachten im Gerichtssaal erklärt, Marie sei mit einem
Kälberstrick erdrosselt worden. Maul hat die Leiche nie gesehen,
er urteilt aufgrund eines schlechten Fotos.

Das Gericht verurteilt Arbogast zu lebenslanger Zuchthausstrafe.

Maul ist eine Koryphäe in der jungen Bundesrepublik. Niemand
wagt es, ihm zu widersprechen, niemand glaubt an Arbogasts
Unschuld. Die Anträge zur Wiederaufnahme des Verfahrens werden
abgelehnt.

So fängt Hettche seinen Kriminalroman an, der kein Kriminalroman
ist, sondern eher ein Justizthriller aus den Jugendjahren der
Bundesrepublik. Er zeigt, wie das Zuchthaus Arbogasts Charakter
zerstört, wie Seilschaften in Wissenschaft und Justiz arbeiten,
wie ein angesehener Wissenschaftler aus Starrsinn einen
eklatanten Fachfehler nicht zugeben mag, nicht vor sich, erst
recht nicht vor anderen.

Er zeigt, wie die "pikanten Details" des Falles Arbogast von
vorneherein zum Schuldigen gestempelt, Analverkehr, es muß ein
Perverser sein, es muss ein Lustmord sein.

Die Geschichte rollt langsam an, wird aber im Verlauf dann so
spannend, dass ich den Roman durchaus als Page-Turner bezeichnen
möchte, trotz eklatanter handwerklicher Mängel.

Hettche schildert manche Szenen, als wäre er ein blutiger
Schreibanfänger, da erinnern sich Personen an ihre eigenen
Gutachten und memorieren sie, damit der Autor dem Leser den Text
des Gutachtens zeigen kann.

Da lassen sich gleich mehrere Frauen schaudernd vor Lust (ist es
ein Lustmörder? ist er keiner?) mit Arbogast ein, darunter die
weltweit anerkannte Gutachterin aus der DDR, die in seinem
Revisionsprozess aussagt. Offenbar liebt Hettche solche Frauen. Dabei war der Originalgutachter ein Mann, der vom Westen in den Osten ging.

Da werden ab und zu dem Leser Schilderungen zugemutet, die aus
dem ersten Schreibkurs einer VHS zu stammen scheinen.

Da ist ein Stil, der anfänglich sicher und einfühlsam ist,
später aber Schnitzer enthält, die selbst mir sauer aufstoßen.

Egal. Hettche fesselt seinen Leser und beweist einmal mehr, dass
Leser auch handwerkliche Fehler verzeihen, wenn der Autor eine
Geschichte vorzuweisen hat und sie erzählen kann.

Und wenn er nicht nur eine Geschichte hat, sondern auch
Hintergrund, der mit der Geschichte verwoben, eine eigene
Spannung aufbaut. Der Starrsinn des westdeutschen Justizsystems,
das an einer einmal getroffenen Entscheidung siebzehn Jahre
festhält.

Der Starrsinn eines Wissenschaftlers, der Fehler begangen hat,
die selbst einem Anfänger der Gerichtsmedizin nicht hätten
unterlaufen dürfen. Der Starrsinn der Kollegen und die Furcht,
einer Koryphäe zu widersprechen, weil dies die Karriere kosten
würde.

Die genaue Schilderung gerichtsmedizinischer Sachverhalte,
manchmal auch interessante Abschweifungen. Was war das erste
Buch über Gerichtsmedizin? Ein chinesisches aus dem dreizehnten
Jahrhundert. In Europa kam dieses Fach erst sehr viel später zu
Ehren.

Der Fall Arbogast war in Wirklichkeit der Fall Hetzel, spielte
in Offenburg und der Gutachter war Professor Ponsold. Hetzel war
einer der wenigen Fälle der Fünfziger und Sechziger Jahre, in
denen eine Revision gelang. Aber auch das nur in der Aufbruchstimmung der ausgehenden Sechziger Jahre und nur mit
Hilfe eines Gutachters aus der DDR.

(C) Hans Peter Roentgen

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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein absolut fesselnder Roman, 2. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Arbogast. (Gebundene Ausgabe)
Obwohl ich eher der Kategorie der seltenen Leser angehöre hat mich die Geschichte dieses Buches dermassen gefesselt, dass ich keine 8 Stunden zur Vollendung der 351 Seiten gebraucht habe. Thomas Hettche versteht es, von der ersten Seite an interessante und faszinierende Umschreibungen und Schilderungen anzuwenden, so dass daraus eine Sucht entsteht und die Zeit herum vergessen lässt. Die Geschichte selbst ist mit tiefem Mitgefühl verbunden.

Ich kann dieses Buch absolut empfehlen, es war das Beste welches ich seit langem gelesen habe.

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