Falk Tasche für Navigationssysteme der Falk F-Serie, schwarzDas Navigationsgerät Falk Vision 700 ist jetzt bei mir ca. 1 Monat im Einsatz. Zuvor verwendete ich langjährig ein N220L ebenfalls von Falk mit fest verbauter Autohalterung (Marke Brodit; wurde seinerzeit über den Falk-Shop vertrieben). Hier meine persönlichen Erfahrungen mit dem Vision 700 und dem mitgelieferten bzw. dazu erworbenen Zubehör, wobei ich insbesondere auf die als besonders innovativ angepriesenen Luftbildkarten eingehen möchte. Zunächst die Liste der erworbenen Produkte:
- Falk Vision 700
- Falk Luftbildkarten (erworben im Falk-Shop für 19,99 €)
- SDHC-Speicherkarte mit 16GB
- Ledertasche schwarz (wird bei Amazon angeboten für die F-Serie, ist aber passgenau für das Vision 700; Modellnummer 1678970000)
Bereits die Verpackung des Vision 700 kommt stylisch daher, wird in diesem Punkt aber vom Gerät selber um ein Vielfaches übertroffen. Das Gerät wirkt nach dem Auspacken hochwertig, ist präsize verarbeitet, nichts knarrzt, die Spaltmaße sind passgenau. Meine Hoffnung bestand darin, die bereits erwähnte Autohalterung des N220L mit dem Vision weiterverwenden zu können, was auch tatsächlich funktionierte. Die mit dem Vision mitgelieferte Magnethalterung ist voll-kompatibel mit der Kfz-Halterung. Die Magnethalterung selber ist geradezu genial: Das Vision sitzt darin superfest, kann aber trotzdem jederzeit leicht entnommen werden. Des weiteren passt auch die o.g. Ledertasche perfekt und ist - passend zum Navi - sehr hochwertig.
Nach Aufladen und Einschalten des Gerätes war ich nunmehr sehr gespannt auf das besonders angepriesene sog. "SensitiveTouch Display", das neben den Luftbildkarten wohl als besonderes Verkaufsargument dienen soll. Das Ergebnis war ernüchternd ! Für mich als Benutzer war keinerlei Unterschied festzustellen zu meinem betagten N220L. Von besonderer Sensitivität keine Spur. Das Display ist meiner Meinung nach genauso sensitiv oder auch nicht wie jedes andere normale Display auch. Der Entwicklungsabteilung von Falk sei - sofern dies hier jemand von dort mitlesen sollte - angeraten, z.B. einmal ein Samsung S8500 Wave (Smartphone) zu erwerben um zu erfahren, was man heutzutage unter einem besonders sensitiven Display versteht...
Beim ersten Einsatz des Vision 700 im Straßenverkehr zeigten sich dann aber wieder die Stärken der Falk-Geräte, was ich bereits vom N220L her kannte: Die Verbindung zu den Satelliten war sehr schnell hergestellt, ebenso der TMC-Empfang auch ohne externe Antenne. Die Darstellung auf dem Bildschirm ist präzise, das Navigationsgerät verrichtet die Tätigkeit, für die es vorgesehen ist, nach meiner bisherigen Erfahrung ohne Probleme.
Als besonderes Highlight sollten dann nun auch die Luftbildkarten zu Einsatz kommen. Der Preis hierfür im Falk-Shop mit aktuell nur 19,99 € kann als überraschend moderat bezeichnet werden. Hierfür erhält man 2 DVD's mit dem Kartenmaterial...und damit nahm dann das Elend seinen Lauf ! Entsprechend der auf der DVD-Verpackung vorhandenen Anleitung soll zunächst das gesamte Kartenmaterial auf einen PC übertragen werden. Hierbei handelt es sich um eine zu extrahierende Datenmenge von ca. 14 GB. Obwohl ich über einen Laptop mit aktueller Technik und schnellem BD-Laufwerk verfüge dauerte dieser Vorgang - nachdem ich gegen 20.00h angefangen war - die ganze Nacht. Nun ja, egal... Weniger egal war, das der Rechner zum Abschluss des Vorgangs stehenblieb und bei Neustarts deutlich langsamer als zuvor war. Erst eine Defragmentierung der Festplatte verschaffte Abhilfe. Mein Plan bestand dann nun also darin, diese Datenmenge auf die SDHC-Karte (16GB) zu übertragen, entweder über das mitgelieferte USB-Kabel oder über einen im Laptop befindlichen Card-Reader. Dazu startete ich den mit dem Vision 700 standardmäßig auf einer DVD ausgelieferten Falk - Navimanager, den ich zuvor auf dem PC installiert hatte, und...nichts ! Von Luftbildkarten trotz aller Versuche keine Spur. Ein Abgleich der Versionsnummern des Navi-Managers brachte 1 Stunde später dann die Erklärung: Die gerade eben erst mit dem Vision 700 gelieferte Version ist veraltet und für die Anzeige von Luftbildkarten nicht geeignet. Erst die Installation einer neueren Version, die schön versteckt auf der 1. Luftbildkarten-DVD zu finden ist, führte zum Teilerfolg. Nachdem nun also der Navi-Manager den Zugriff auf die auf dem PC geladenen Luftbildkarten erlaubte sollten nun also logischerweise die Karten komplett auf die Speicherkarte im Vision 700 übertragen werden. Dies war jedoch nicht möglich !!!! Es konnten von mir im Navi-Manager lediglich sogenannte Kacheln einzeln oder mit der Maus zur Übertragung ausgewählt werden, wobei Deutschland in zahllose Kacheln unterteilt ist (es mögen wohl tausende sein), die einzeln in stunden- oder tagelanger Arbeit hätten angeklickt werden müssen. Nach ca. 50-60 angeklickten Kacheln erhielt ich jedoch eine Fehlermeldung des Navi-Mangers. Im Endeffekt ist es von Falk wohl anscheinend so vorgesehen, dass man lediglich einen kleinen Kartenausschnitt überträgt, der die zu fahrende Strecke abdeckt. Ist nur zu dumm, wenn man dann noch mal woanders lang fahren will. Auch wird dieser Umstand mit keinem Wort auf den Falk-Webseiten erwähnt. Als Käufer hatte ich vielmehr den Eindruck, man könne die Luftbildkarten von Deutschland kaufen und sie dann vollständig auf einer Speicherkarte im Vision 700 installieren. Dies war jedoch nicht möglich. Auch eine schriftliche Nachfrage beim Falk-Support brachte keine Lösung. Als Antwort erhielt ich - wie schon bei den Problemen mit dem N220L - eine weitgehend sinnfreie Antwort-Mail mit allgemeinen Tipps, die sich mit der Frage in keinster Weise befasste.
So wählte ich dann meinen näheren Wohnbereich für die Übertragung auf die SDHC-Karte aus (die Auswahl muss dann auch erst noch mal auf dem PC gespeichert werden) und übertrug diese Karten dann auf die Speicherkarte. Dies führte allerdings dazu, dass die im Gerät bereits vorinstallierten Luftbildkarten für 10 Städte automatisch gelöscht wurden, obwohl sich diese Daten im Flash-ROM des Vision 700 befanden, denn es kann jeweils nur 1 (Kachel)-Auswahl im Gerät gespeichert werden. Eine neue Auswahl führt unweigerlich zur Löschung der bereits vorhandenen Daten. Die Darstellung der Karten im Display des Navi ist dann von eher geringer Auflösung, eher so etwas wie ein zusätzliches Gadget und kein Vergleich mit der Kartendarstellung wie etwa bei GoogleMaps.
Mein Ergebnis: Beim Vision 700 handelt es sich um ein hochwertiges stylisches Navigationsgerät mit großem Funktionsumfang und absoluter Praxistauglichkeit. Die beiden hauptsächlichen Verkaufsargumente, nämlich das sog. "SensitiveTouch Display" und die Luftbildkarten können - jedenfalls von mir - jedoch nicht als positiv bestätigt werden. Abhilfe in Bezug auf die Luftbildkarten könnte lediglich ein weiteres Navi-Manager - Update schaffen, mit dem dann die Karten komplett übertragen werden können. Da das Gerät, abgesehen von diesen beiden negativen Punkten, top ist vergebe ich noch 4 Sterne. Als Kaufalternative kann das Vision 500 (ohne Luftbildkarten) in Betracht gezogen werden, bei dem man dann allerdings auch auf das kostenlose Kartenabo und auf TMC-Pro verzichten muss.