Der Band Enzyklopädie der Welt - Amerika ist einer von 5 Bänden der New World Edition. Dem geografie-interessierten Leser soll mit diesem Buch der Kontinent Amerika mit samt seiner schönen Landschaften näher gebracht werden.
Das Buch ist in zwei große Kapiteln gegliedert. Die erste Hälfte beschäftigt sich mit Nord- und Mittelamerika, die zweite Hälfte mit Südamerika. Jedes dieser Kapitel ist dann nochmals in folgende Abschnitte gegliedert: Landschaften, Karten, Metropolen und Länder. Unter Landschaften werden Satellitenbilder des Kontinents gezeigt vom Mackenzie-Delta im Norden Kanadas über die Inselkette Hawaii bis zum Lago O'Higgins zwischen Argentinien und Chile. Es folgt eine politische Karte, abgelöst von den geografischen Karten im Maßstab 1:5 Mio. Im Anschluss werden einige Metropolen (New York, Mexiko-Stadt, Rio de Janeiro, Buenos Aires etc.) samt doppelseitigen Cityplans zu 1:20.000 vorgestellt. Zum Schluss findet sich noch jeder amerikanische Staat mit den wichtigsten Fakten und vielen Fotos. Das Buch endet mit einem umfangreichen Register.
Die Enzyklopädie hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Beim Durchblättern beschleicht einem das Gefühl, dass der Verlag sich zu viel vorgenommen hat und ob die Konzentration auf eine oder zwei der vier Themen (Landschaften, Karten, Metropolen, Länder) nicht sinnvoller gewesen wäre.
Die Satellitenbilder zum Beispiel verdienen durchaus das Prädikat atemberaubend! Man hat sich hier bemüht jede Kulturlandschaft des Kontinents zu zeigen, egal ob Gletscher- und Küstengebiete vom Hurrikan über Florida bis zur sichtbaren Vernichtung des Regenwaldes. Außerdem ist jedes Satellitenbild erklärt und, um einen besseren Eindruck der Landschaft zu gewinnen, mit einigen "irdischen" Fotos angereichert.
Leider ist der Kartenteil nicht mehr so gut gelungen. Zum Beispiel sind Teile Nordkanadas, sowie Gebiete des Amazonas und die Länder Guyana, Suriname und Franz.-Guyana nicht abgebildet. Durch das Format des Buches wirken die Karten eher klein. Die Karten selbst sind aber sehr detailliert und prächtig gestaltet. Falls man sich einen Atlas anlegen will, sollte man sich fragen, ob man nicht gleich in einen richtigen Weltatlas investieren möchte. Zu empfehlen wäre der Weltatlas aus dem gleichen Haus mit selben Layout.
Der Abschnitt Metropolen wird leider ebenso wie der Abschnitt Länder oberflächlich behandelt. Die Städte werden nur kurz vorgestellt, sind aber mit prächtigen Fotos unterlegt. Dank der grafisch gut aufbereiteten Citypläne gewinnt man einen guten Überblick der Innenstadt der jeweiligen Metropole. Diese Pläne stehen jedoch in keinem Vergleich zu einem Stadt- bzw. Reiseführer. Die einzelnen Staaten Amerikas werden ebenso eher kurz angeschnitten, obwohl man auch hier dank der teils imposanten Bilder und deren Beschreibung einen besseren Einblick des jeweiligen Landes gewinnt. Aber auch hier stellt sich die Frage, ob nicht gleich ein Länderlexikon sinnvoller wäre.
Wer Amerika, garniert mit tollen Satellitenbildern und Fotos geografisch näher kennenlernen will, kann ohne Bedenken zu dieser Enzyklopädie greifen. Wer jedoch ein umfangreiches Kartenwerk oder Länderlexikon wünscht, sollte vielleicht Alternativen, durchaus aus der gleichen Edition bzw. Verlag suchen.