Auf Grund der enormen Hitze im Obergeschoß des Hauses mußte eine Kühlung her. Splitgeräte kommen dafür wegen der notwendigen Festinstallation weniger in Frage. Letztendlich betrifft den Fall derzeit nur einige Tage im Jahr. Ergo sollte es ein transportabler Monoblock werden und schnell mußte er her und landete bei diesem Gerät.
Wie alle Geräte dieser Preisklasse muß man sich im Klaren darüber sein, dass eine durchaus unangenehme Lautstärke durch den Kühl- und Lüftungsprozeß erzeugt wird. Extrem leise Geräte erfordern erheblich mehr technischen Aufwand und liegen bei ähnlicher Leistung dann schnell jenseits der 1000€ Grenze.
Alle Monoblocksysteme haben unabhängig der Preisklasse ähnliche Beschränkungen. Es darf bzw. sollte der beigefügte Abluftschlauch niemals verlängert werden, da mit zunehmender Länge und der dadurch zu bewegenden Luftmasse die Kühlleistung erheblich abnimmt. Ergo muss der notwendige Luftaustritt in vom Schlauch erreichbarer Nähe sein. Bei den meisten Geräten handelt es sich dabei um rd. 1,50 Meter. Niemals ein Gerät mit der Luftansaugseite direkt an die Wand stellen und eben nicht Fenster und Türen schließen. Je nach Raumgröße und bewegter Luft kann ansonsten ein Luftunterdruck enstehen, der das System zum Abschalten zwingt oder die Kühlleistung extrem reduziert. Ein einfacher Test kann zeigen, ob trotz Kühlleistung das Gerät mit geschlossenen Fenstern und Türen betrieben werden kann. Einfach auf maximale Kühlung stellen, alle Fenster und Türen schließen und den Raum verlassen! Nach ca. 15-20 Minuten die Tür mit angehaltenem Ohr vorsichtig öffnen. Hört man dann ein untypisches saugendes Geräusch oder aber die Lüfterleistung des Kühlsystems nimmt bei Öffnen der Tür merklich zu, dann ist ein Unterdruck enstanden und eine zusätzliche Öffnung muß her (Fenster etwas mehr geöffnet lassen oder Kühlleistung am System herunterschalten und Test wiederholen). Schlimmstenfalls hatte sich das System bereits während dieser Zeit selbst abgeschaltet. Dann ist ebenfalls ein Unterdruck entstanden. Zu bedenken gibt es auch, dass wenn eine Kühltemperatur im Raum erreicht ist und Kühlsysteme dann gleich abgeschaltet werden, die Raumtemperatur schnell wieder um 1-3 Grad zunimmt. Wände und Gegenstände strahlen schnell die verbliebene Restwärme in die Umgebung ab. Daher immer etwas mehr kühlen als gewünscht - dann hält die Temperatur auch länger :-))
Ich schreibe die Einführungszeilen systemunabhängig, da häufig gerade die oben beschrieben Dinge als Mangel dargestellt werden, was nicht den Tatsachen entspricht. Auch bei dem hier vorgestellten System handelt es sich letztendlich um eine etwas lautere Variante. Es ist praktisch unmöglich bei vollem Lüfter- bzw. Kompressorlauf im Kühlbetrieb an Einschlafen zu denken. Das schaffen mit Sicherheit nur die "Harten". Der Schallpegel beträgt in höchster Stufe durchaus Werte um die 53 dB(A). Bereits im mittleren Lüfterbetrieb nimmt die Lautstärke ab. Aber selbst bei geringster Lüfterleistung halte ich Einschlafen für meine Verhältnisse als sehr schwierig. Es sei aber auch darauf hingewiesen, dass die Luft aus der "Dose" im Schlaf harmlos ausgedrückt nicht gerade gesundheitsförderlich ist und der Abkühlprozeß zuvor begonnen und auch beendet werden sollte. Für alle Unverbesserlichen kann mittels der eingebauten max. auf 24 Stunden begrenzten Zeitschaltuhr ein automatisiertes Ein- bzw. Ausschalten erfolgen. Schön ist die Funktion die gewünschte Raumtemperatur einzustellen. Ist diese erreicht, schaltet der Kompressor ab und erst wieder an, wenn die Raumtemperatur den vorgegebenen Wert wieder überschreitet.
Im Kühllauf wird die der Luft entzogenen Feuchte mit der Abluft abtransportiert. Ein Entleeren des integrierten Wasserbehälters ist dann nicht notwendig. Dieser wird lediglich in reinem Entfeuchtermodus benötigt, den ich nicht für relevant halte. Aber immerhin hat dieses Gerät einen eigenen Behälter. Nicht unbedingt Usus.
Die Kühlleistung ist jedenfalls gut und hängt auch davon ab, wie warm bzw. heiß es draußen ist. An der Luftaustrittsöffnung habe ich einen Durchschnittswert von 6,4 Grad Celsius messen können. Die Abluft erreichte im Schlauch nette 50-60 Grad Celsius. Nicht schlecht für ein Gerät der Energieklasse A.
Testszenarien (hatten wir zur Zeit der Rezension wirklich ausreichend).
1. Draußen vor dem Fenster 44 Grad Celsius gemessen (Südseite). Im Zimmer rd. 33 Grad Celsius. Die Raumgröße beträgt rd. 70 m³. Bei voller Leistung war die Temperatur nach ca. 2 Stunden um rd. 3 Grad Celsius gesunken. Klingt nicht viel. Aber da die Austauschluft mit 44 Grad eben sehr heiß war, war nicht mehr zu erwarten.
2. Abends. Außentemperatur vor dem Fenster noch 28 Grad Celsius und innen immer noch satte 32 Grad Celsius. Gleiches Zimmer bei vollem Kühllauf innerhalb einer halben Stunde auf 23 Grad Celsius gebracht.
- Nachtrag 15.07.2010
Die verstellbare Luftaustrittsklappe vorne am Gerät ist nicht stark genug ausgelegt. Wird der Lüfterbetrieb auf maximale oder mittlere Stärke gestellt und man versucht den Luftaustritt mit der Klappe nach unten zu verstellen, klappt diese u.U. einfach zu. Die austretende kühle Luft ist so (herrlich!) stark, dass die Klappe dem Druck nicht standhalten kann. Aber wer will schon seinen Bauchnabel kühlen!