Auch wenn ich mit meinem Vorschreiber und seinen Worten nicht besonders viel anfangen kann, so kann ich mich doch dem Lob ob diesen Buches voll anschließen.
Tana French legt mit "Faithfull Place" ihren bereits 3.Roman vor, meines Erachtens auch ihr bisher bestes Buch. Erneut besticht das Buch durch einen Plott, der einem den Atem raubt - Dublin vor rund 20 Jahren: Francis Mackey und seine Freundin Rosie, erste große Liebe, die Flucht nach England und aus der Enge der Arbeitersiedlung ist geplant, doch Rosie erscheint nicht am Treffpunkt, nach nun 20 Jahren taucht ihr Koffer im einem Abbruchhaus nahe dem Treffpunkt auf und Mackey muss herausfinden, was damals am Faithfull Place 16 wirklich geschah - aber erneut geht es der Autorin nicht so sehr um die Kriminalstory als solches, sondern um die Erforschung der Psyche ihrer Charaktere, deren ersten großer Liebe, der Tragik der Familie, dem Millieu. Da French, ja selber weiblich, einen männlichen Charakter als Ich-Erzähler wählt (was sie ja auch bei ihrem Erstling "Into the Woods" tat), bekommt der Charakter Tiefen und Facetten, die ihm ein männlicher Krimi-Autor meines Erachtens so nicht gegeben hätte.
Das Buch besticht durch seine wunderbare Sprache, die Tiefe der Gefühle, die wunderbar lebensechten Dialoge - zumindest im Original, noch liegt das Buch ja nicht in Überseztung vor, und ich kann mir leider vorstellen, dass Teile des Sogs des Buches durch eine Übersetztung durchaus verloren gehen werden.
Wer einen Reisser á la Cornwell&Co sucht, ist mit Tana French sicher nicht so gut bedient: die Polizeitarbeit ansich und blutige Details sind ihr Ding nicht. Wer sich aber innerhalb einer spannenden Rahmengeschichte in ihren durchweg symphatischen, wenn auch schrägen und arg angeschlagenen Charakteren verlieren möchte, der darf sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen.
Volle Kaufempfehlung!