The Cure, die Band die schon so lange im Geschäft ist und schon so viele Alben veröffentlich hat, hat ihren eigenen Stil (trotz oft vorkommenden Besetzungswechseln) längst gefunden und überrascht doch immer wieder durch ihren Abwechslungsreichtum.
"Faith" ist ursprünglich von 1981 und ihr viertes veröffentliches Album gewesen, hat also noch den typischen Anfangstouch. Eines der bekannsten Stücke des Albums ist "Primary", im absolut typischen Cure Stil gehalten. Zu Anfang werden Rythmus und Gitarrenriff im Vordergrund gehalten, dann setzt die Stimme von Robert Smith ein. Die mittlerweile natürlich noch gereifter ist, der aber dennoch keineswegs Gefühl oder ähnliches fehlt. Dem ganzen unterliegt diese typische Basslinie, die dem Song unglaubliche Tiefe und zusätliche Vielschichtigkeit verleiht. Ein sehr melodisch und dennoch düster magischer Song an der Oberfläche mit vielen Einzelheiten im tieferen, was intensives Zuhören genauso wie nur nebensächliches Zuhören zufrieden stellt. Diese Beschreibung trifft wohl auch den Rest des Albums am besten.
Wie ich den Stil genauer beschreiben sollte, weiß ich nicht, niemand ist sich einig was zwischen Rock, Gothic und Wave mit Poptouch sie denn nun machen und dieses Schubladendenken ist sowieso genauso bescheuert und unwichtig, wie unerwünscht und verwirrend. Am besten man hört in die Songbeispiele rein. "The holy hour", "Primary", "Other Voices" und "The Funeral Party" bieten den wohl besten Einblick in das, was einen bei diesem Album erwartet. Wem diese gefallen, der wird vom Album nicht enttäuscht sein. 80er und The Cure pur. Schöne Musik mit etwas Humor gespickt. Der Sound ist auch sehr gut (Remastered).
Allerdings gibt es "Faith" mittlerweile schon in einer special extended version + einer weiteren CD mir "rare" versions, was für den richtigen Fan sicherlich noch interessanter ist, aber nicht unbedingt für jeden von Nöten, denn dieses Album hat schon genug Klasse und müsste an sich völlig ausreichend sein.
Der Grund dafür, dass ich nur vier Sterne gebe, ist der, dass es meiner Meinung nach aber noch bessere The Cure Alben gibt, obwohl dieses eigentlich schon perfekt ist.
Zum Einstieg in The Cure sicherlich ein Klassiker, aber nicht stellvertretend für die komplette Vielfältigkeit und den mittlerweile noch um einiges gereifteren Stil und Sound. Dennoch ein wunderschönes, vergleichsweise "ruhiges" Album.