Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gutes Album, aber..., 19. Juni 2009
Als großer VNV Nation Fan kam ich natürlich auch an diesem Album nicht vorbei. Ich schreibe diese Rezension hier in erster Linie für Leute die die vorherigen Werke der Band schon kennen. Eins vorneweg: Das Album ist gut! Wirklich gut! Aber als eingefleischter Fan sind mir einige Dinge sauer aufgestoßen die ich loswerden muss:
Mittlerweile ist es das siebte Studioalbum der Electro-Band und man merkt überdeutlich, dass VNV mit "Of Faith Power & Glory" offenbar den Versuch unternommen hat, es eingefleischten Elektro-Fans (zu denen ich mich übrigens auch zähle) und neugierigen Anhängern von Alternativer-Musik gleichermaßen recht zu machen:
Zum einen gibt es die typisch melancholischen Electro-Titel wie "Sentinel", "Tomorrow Never Comes", auf der anderen Seite auch eine Ballade "From my Hands" und sehr poppige Stücke wie "Where there is light", die zwar etwas neues bieten, aber meiner Meinung nach weder zu Ronans gefühlvollen, philosophischen Texten passen, die Jahre zuvor bei Meisterwerken wie "Further" oder "Solitary" bei vielen Menschen einen bleibenden Eindruck hinterließen noch im Einklang mit dem bisherigen Stil der Band stehen.
Doch all das melancholische, das epische, das tiefgründige, all das flackert bei "Sentinel", "Tomorrow never Comes", "The great divine" gott sei dank noch einmal auf und ist Balsam auf die von Hunger gequälten Seelen der Electro-Fans. Der Rest ist eher eingängig, teilweise fast schon fröhlich und am Mainstream orientiert. Sorry VNV, aber das könnt ihr besser! Böse Erinnerungen an Bands wie Depeche Mode werden wach, die 1990 noch mit fantastischen Synth-Pop Stücken wie "Enjoy the Silence" aufwarten konnten, und bereits drei Jahre später mit kreischenden Gitarren auf der Bühne standen und verkündeten das man sich nun "weiterentwickelt" habe.
So Schlimm ist es bei VNV aber zum Glück noch nicht.
Auch auf dem neusten VNV Album hört man in einigen Stücken, wenn auch nur gesampelt Gitarrenklänge, von Synthiesizern dezent im Hintergrund begleitet. Allgeimein fehlt es zu dem diesmal deutlich an Tempo. Ich persönlich tendiere zu dem Motto "Schuster bleib deinen Leisten". VNV brauchen keine Gitarren, das beweisen die vorherigen 6 Alben mehr als genug, was sie mit Synthiesizern alles anstellen können.
Meine Bewertung der einzelen Titel:
1. Pro Victoria (8/10)
Episch und an alte Zeiten erinnert kommt das orchestrale Intro rüber
2. Sentinel (8/10)
Ein klassischer VNV Titel. Melancholisch, sehr gefühlvoll mit einem leichten Hauch "Further" in der Luft. Definitiv einer der besten Titel des Albums.
3. Tomorrow never comes (8/10)
Flächige Synthie-Strings machen aus "Tomorrow never comes" einen der atmosphärischsten Tracks des neuen Albums. Kein anderer Song erinnert mehr an die Alben wie "Burning Empires" oder "Futureperfect".
4. Great Divine (9/10)
Meiner Meinung nach der beste Song des Albums. Ein Song mit sehr viel Gefühl unterlegt von gesampelten Gittarenklängen, die nun ja den Titel sehr mainstreamlastig erscheinen lassen. Dennoch hat man hier die Kurve noch grad rechtzeitig bekommen.
5. Ghost (7/10)
Ein sehr langsamer und düsterer Song, der viel noch mehr Potential gehabt hatte, wenn es nicht an einem stimmigen Refrain gefehlt hätte.
6. Art of Conflict (5/10)
Könnte 1:1 von einem alten Album der Band sein. Er hat das gewisse Tempo, das den anderen Titeln des Albums leider fehlt. Leider wirkt er etwas lieblos komponiert.
7. Defiant (7/10)
Gute Laune Song, mit dem wohl keiner gerechnet hat. Ohrwurmcharakter!
8. Verum Aeternus (4/10)
Sehr experimenteller Titel, der bei mir aber einfach nicht zündet.
9. From my Hands (6/10)
Die einzige Ballade des Albums, wird auf ewig im Schatten von Illusion stehen. Es fehlt an Höhen und Tiefen in der Melodie. Kommtzu theatralisch rüber.
10. Where there is Light (6/10)
Sehr poppiger Titel, wieder mit gesampelten Gitarren. OK, aber nicht das was VNV für mich ausmacht.
Insgesamt ist "Of Faith Power & Glory, gerade dank den ersten vier Titeln auf dem Album als gelungen zu bezeichnen und hat meine klare Kaufempfehlung. Electro-Fans müssten aber damit rechnen vom Rest des Albums eher ein bischen enttäuscht zu sein. Doch mal ehrlich: Wie soll man "Burning Empires" aus dem Jahr 2000 jemals toppen können? ;-)
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Davon, die Seele in Ordnung zu bringen..., 24. Juni 2009
Lang erwartet, heiß ersehnt, das neue Album der wohl mittlerweile bekanntesten Electroband des Jahrzehnts, oft kopiert, nur selten erreicht: VNV Nation...
Selbst wenn mir nicht jeder Titel gefällt und das Album nicht, wie z.B. bei 'Future perfect' oder 'PTF', konzeptionell und stilistisch aus einem Guss sein mag, es ist ein Album von Ronan Harris und Mark Jackson: opulent und bombastisch.
Manchmal etwas zu sehr am eigenen Vorbild orientiert (The Great Divide), dann wieder in den 80ern gestöbert mit fast naivem Apoptygma-Charme (Tomorrow never comes) bis hin zur Reverenz an Rotersand (wenn der Titel 'Art of conflict' nicht aus Krischans Soundlager stammt, dann ist er zumindest eine Widmung an die roten Sandmänner...).
So gibt es fesselnde Momente, große Emotionen und klangvolle Strukturen, ein bisschen Electro der 90er, eine Prise Ironie und beängstigende Zukunftsvisionen. Klar, nichts unbedingt Neues! Kann sein, aber wenn Felix Marc vom Tanz der Revolution singt muss ich lachen (so derartig platt ist seine Attitüde und so unglaublich ausdruckslos ist sein Gesang...) und wenn Ronan Zeilen wie
"I can't accept and won't concede
In aftermath we find redemption
The causes that are seized
And disguised as revolution"
in Sentinal (steht so auf dem Cover, müsste aber 'Sentinel' heißen...) singt, dann gefriert mein Blut und ich wage kaum zu atmen, so emotional ist sein Vortrag.
VNV Nation werden immer wieder an sich selbst gemessen, haben ein Genre gebildet und weiter entwickelt, sind Vorbilder und Idole, und wer, wie ich, das große Vergnügen hatte sie am 20.06. beim Blackfield Festival in Gelsenkirchen zu erleben, der weiß was ich meine...
'Of faith, power and glory' ist sicherlich nicht mein Lieblingsalbum, aber es lohnt sich es zu entdecken, ich habe ein paar Anläufe gebraucht mich zu öffnen, und ich habe ab Titel 8 angefangen zu zittern weil ich nach dem ersten Hören bei allen weiteren Durchgängen wusste was mich erwartet, Titel Nummer 9: From my hands...
Ein Freund hat die Tage dazu gesagt, im Zusammenhang mit dem gesamten Album 'Da sind ein paar ganz gute Popsongs drauf aber dann kommt diese geniale 'The winner takes it all'-Nummer und reißt echt alles raus...'
Das kann man doch so stehen lassen, finde ich... :-)
Da die Lyrics leider nicht enthalten sind (zumindest in meiner Ausgabe nicht) hier mal der Text (Tipp: Taschentücher sollten griffbereit sein...):
From My Hands
So much I thought I'd have to say
Though I try to speak, my meaning strays
We can't avoid the facts that brought us here
I've come to say goodbye
The lies I try to tell with my own eyes
An act of pride, a willful compromise
Please understand how torn I am
When I walk away from here
I'll lament the moments we won't share
If I am far too sentimental, I apologize
Please understand this is who I am
And who I'll still be when I've walked away from here
You know I'm not unkind
When I say in the future, the past is just the past
No going back, no change of heart
But this is now, time will not defer
My thoughts betray, so easily confess
How long I'll wait here after you have gone
Nothing ends, but I don't believe that now
Please don't walk away from here
And when alone, when I remember days
Nothing will change a single fact of
Who you were to me
Oh come what may, forever to the end
I find it so hard to let you go
And hush now, let it go now
There's no need for sad goodbyes
Hush now, let it go now
I know it's time to go
Time to let this fall
From my hands.
Danke an den Dichter, der es schafft mit seinem Wort derart zu berühren und mit seinem Vortrag die Seele in Ordnung zu bringen, und das nicht nur bei runtergekurbeltem Fenster und Ellenbogen raus...
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Leider wieder eine ziemliche Enttäuschung..., 19. Juni 2009
... von meiner Lieblingsband. Ich habe und liebe wirklich alles von VNV Nation und halte sehr große Stücke auf das vergangene Schaffen dieser großartigen Band und ihre live Qualitäten. "Judgement" fand ich allerdings eher ein bisschen schwach, da dort einfach ein wenig der richtige Hammertrack gefehlt hat, der sich im nachhinein vielleicht am ehesten als "Illusion" herausgestellt hat. Nun höre ich seit heute morgen "Of faith, power and glory" und muss leider zugeben auch hier wieder relativ enttäuscht zu sein. Wie sich aber bereits an anderen Rezensionen und Eindrücken vielfach gezeigt hat, bin ich mit dieser Meinung wohl nicht alleine. Titel, Coverartwork und das wirklich gute "Tomorrow never comes" ließen wieder auf Großes hoffen. Auch die Journalisten geizten kein bisschen mit Lob. Nicht zuletzt aufgrund der 3 großartigen neuen Titel von der Reformation war ich also mal wieder voll im VNV Nation Fieber und habe mir voller Vorfreude alle Alben noch einmal angehört.
Jedes hat dabei etwas ganz besonderes. "Advance and Follow" klingt eher roh und kritisch, hat aber auch tolle orchestrale Elemente zu bieten, während "Praise the fallen" diesen Sound weiter ausbaut und verfeinert und auch mal gerne die härtere Gangart benutzt. "Empires" ist ein sehr melodisches Meisterwerk mit unglaublich tollen Harmoniebögen und nicht umsonst für viele der Inbegriff des sog. "Future-Pop". "Futureperfect" ist extrem abwechslungsreich und zum Teil ziemlich depressiv geraten, aber vor allem in Verbindung mit VNV-City atmosphärisch kaum zu schlagen und über großartige Songs wie "Beloved" muss man, glaube ich, keine Worte mehr verlieren. Auf "Matter and Form" gabe es mit "Chrome", "Arena", "Homeward" und natürlich dem live Kracher "Perpetual" wenigstens einige richtig gute Tracks, die das eher maue Album wieder gerettet haben.
Nun schließlich zu "Of faith, power and glory": Das Album beginnt sehr vielversprechend mit dem tollen Intro "Pro Victoria", das mit seinen orchestralen Parts an "Advance and Follow" Zeiten erinnert, aber leider viel zu kurz geraten ist. "Sentinel" ist ein Kracher, der ganz VNV typisch daher kommt und sowohl textlich wie auch musikalisch alle Qualitäten dieser Band zum Ausdruck bringt. Zum Einstieg genau richtig. Mit "Tomorrow never comes" folgt dann auch gleich der beste Track des Albums, dessen treibender Beat und sehr gelungener Text diesem Song das gewisse Etwas geben, was man in letzter Zeit bei VNV ein wenig vermisst hat. "The great divide" ist eine solide, aber nicht gerade sehr einfallsreiche Nummer. Die hier eingesetzte Synthie E-Gitarre nervt doch auf Dauer leider ziemlich. "Ghost" ist ein ziemlich finsterer und langsamer Track der sehr an ältere Stücke erinnert. Insgesamt noch einer der besten des Albums, wie auch das folgende "The Art of conflict" das sehr an "Momentum", aber auch an härtere Songs aus den Anfangstagen erinnert. Das war es dann eigentlich auch schon an tollen Songs. Die folgenden "Defiant" und "Verum Aeternus" mögen ja noch so tolle Titel haben, klingen jedoch eigentlich vollkommen belanglos und uninteressant und werden dazu noch erneut mit dem E-Gitarren Synthie gestreckt, was bei "Testament" funktioniert hat, hier aber zu nichts als Langeweile und einem mehr als faden Nachgeschmack führt. Wenn dies die Weiterentwicklung des VNV-Nation Sounds sein soll, dann sehe ich leider persönlich mehr als schwarz. "From my hands" ist eine sehr ruhige Ballade, die nur von einem Piano und ein paar Streichern musikalisch untermalt wird. Klingt wirklich schön und ehrlich, täuscht aber leider auch nicht darüber hinweg, dass diesem Album insgesamt schlichtweg das Feuer fehlt. Der letzte Track "Where there is light" wirkt wie schon einmal gehört. Und das hat man eigentlich auch, nämlich bei "Perpetual", dem der Song doch unfreiwillig ähnlich ist. Dadurch wird er zwar nicht schlecht, aber VNV traut man doch eigentlich wesentlich mehr zu als eine Selbstkopie.
Und damit ist "Of faith, power and glory" auch schon vorbei. Das Schlimme daran ist eigentlich nicht die insgesamt wieder einmal relativ kurze Spieldauer, sondern dass ich mich zum ersten Mal frage, ob es wirklich diese Band war, die einst Alben wie "Futureperfect" und "Empires" produziert hat. Es fehlt leider fast vollkommen das Gigantische, das Pathetische und die wunderschönen Melodiebögen vergangener Alben. Dazu ist das neue Werk auch nicht besonders "hart" geworden, wie man vorher doch hätte vermuten können. Ausser in "Tomorrow never comes" und "The art of conflict" sucht man so etwas wie einen gut tanzbaren Beat wie in "Epicentre", "Standing", "Honour" oder "Legion" vollkommen vergebens. Die Balladen sind zwar gut, machen aber insgesamt leider kein wirklich gutes Album. Im Gegenteil, selten hat man sich bei VNV-Nation, die eigentlich niemals wirklich schlechte Songs produziert haben so gelangweilt. Wenigstens ein richtig gutes Stück ist dafür allerdings wieder dabei. Ich kann nur hoffen, dass Ronan und Mark wieder ein wenig zurück blicken und nicht mit solchen Alben auf Dauer in der Versenkung verschwinden. Es kann doch nicht sein, dass ich die 3 neuen Tracks von der Reformation besser finde als das gesamte neue Album und das obwohl ich wirklich ein riesiger Fan dieser Band bin.
Und danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt diese nicht ganz so kurze Rezension zu lesen.
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