Wer nicht hören will, muss fühlen. „Faith" ist mit Sicherheit das düsterste und kälteste Album von The Cure. Schon "17 seconds" enthielt bei „secrets" oder „at night" Hinweise auf diesen Nachfolger. Die Vocals sind erkaltet, fern, klingen bedrohlich, ebenso düster ist die musikalische Umsetzung. Mit dem Titel des ersten Liedes „holy hour" wird das Konzept und die Richtung des Albums geklärt. Die Singleauskoppelung „primary" ist einziger warmer Wehrmutstropfen, der jäh durch Songs wie „all cats are grey" oder „[dancing at] the funeral party" gefriert. Das Album bietet keinen Ausweg, wer ihn dennoch sucht, landet vermutlich im Kalauer - und es scheint, als ob grade dort Smith wartet und den letzten Wehgesang von dort aus an die Menschheit (mit dem Abschlusssong „faith") richtet. Dieses Album ist nicht von dieser Welt, es liegt tiefer unten.