aber dafür sehr abwechslungsreich und minimalistisch, soll heißen, erst hinhören, bevor man das Bier aufmacht.
Jack o diamonds -cover von BOB Dylan, Chelsea morning und "I dont know where I stand" von Joni Mitchell, auf den Bonustracks
"Suzanne" von Leonard Cohen- das waren halt so die Träumereien anno 67/68. Ich finde, daß hier Ian Matthews ( man sollte auch
mal was von Matthews Southern Comfort gehört haben ) und Judy Dyble (zum deiwel) ein relativ zufriedenstellendes Zwiegespann, sich die jeweils richtigen songs zur Interpretation ausgesucht haben. Natürlich ist Judy nicht Sandy, aber das ganze Album steht für sich alleine da als
das schwarze Schaf sozusagen, will heißen, es hat mit Stücken wie "the lobster" und "Decameron" ein paar Stücke, bei denen es einem etwas mulmig zu mute wird (ist halt ziemlich mystisch und trotzdem, dank Richard Thompson vermutlich ,eiskalt).
Das macht halt den Kick bei dem Album aus-kein großer 8-oder 10-Minüter wie bei späteren Fairport-Alben, aber siehe da ,so schlecht sind
die Bonustracks dann doch nicht: Reno, Nevada-ein Richard Farina song, oder einfach nur Reno, Nevada: fast acht minuten lang-man
höre und staune, was Fairport, und vor allem Richard Thompson, schon damals in puncto " wie man das Tempo sachte anhebt " draufhatten. Ab da könnte man das Bier aufmachen, denn was Thompson da abliefert ist irgendwie schizophren genial -
für mich noch einer obendrauf im Vergleich zu J.Page in Dazed & Confused-Live 73, weil Thompson, denke ich mal ,einfach nur still da steht und es kommen lässt,und halt doch nicht ganz (man sehe sich dazu vielleicht Hendrix in Woodstock an-"Beginnings")-und das ist halt der Trick-indem er, je weiter es zum Höhepunkt kommt, minimalistisch bleibt, vergrößert er ihn nicht nur, sondern schafft zusätzlich
diesen "Hammer ,der ins Bodenlose stürzt"- Effekt, halt was für Leute mit seismographischem Gedankengut oder anders gesagt:
Eine unbedingte Herzensangelegenheit ! Alleine wegen dieser Live-Fassung ( ich wünschte, es gebe noch welche in besserer Qualität, die aber genausogut abgehn ) lohnt sich der Kauf der CD.
Obwohl ich Sandy Denny sehr schätze, bin ich froh, daß sie hier nicht mit drauf ist, denn das Album hat was dunkles hartes an sich und doch fliegt es so "lofty chosen one"- mäßig daher, so daß man geneigt wäre zu denken, ein paar Kücken hätten gerade erst den Schnabel aufgemacht, um zu singen. Muß wohl am Cover liegen.