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Fairlight
 
 

Fairlight [Kindle Edition]

Christine Wirth
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mittelengland, Herbst 1916

Drei Ärzte sind auf dem Weg zu einem Londoner Medizinerkongress. In einem unwirtlichen Stück Wald zwingt sie eine Reifenpanne zur Rast. Ein Reiter, gerade als versehrter Soldat aus Frankreich zurückkehrend, begegnet ihnen zufällig und bietet seine Hilfe an, indem er sie auf das geheimnisumwitterte Fairlight House einlädt, wo ein merkwürdiger Lord abgeschieden mit seinen vier Söhnen haust.
Bald beginnen die Mediziner Interesse an der seltsamen Familie zu bekunden. Besonders Eugene, der jüngste der Söhne, der zudem in eine über geschwisterliche Bande hinausgehende Beziehung zu seinem Bruder Francis verwickelt zu sein scheint und hin und hergerissen ist zwischen verwehrter Flucht aus Fairlight und der Liebe zu Francis, weckt ihre Neugier mit seinem bizarren Verhalten, in dem Dr. Raeburn Schizophrenie vermutet. Eine ihm unerklärliche, jedoch nicht unbegründete Zuneigung zu dem Jungen veranlasst ihn dazu, tiefer in die verstörte Seele zu schauen und die Bewohner des Anwesens genauer zu beobachten, die sich allesamt höchst merkwürdig benehmen. Lediglich der älteste Bruder Clayton scheint besorgt um Eugenes Zukunft, doch auch er gibt sich zunächst verstockt den Fremden gegenüber.
Fairlight selbst, dessen zweitältester Sohn Frederick und Francis, der sich – ebenso wie Eugene – als ‚notgedrungener’ Familienzuwachs herausstellt, widmen den Gästen nicht besonders viel Beachtung.
Eugene fasst nach und nach Vertrauen zu Dr. Raeburn, doch ihre Gespräche verlaufen durch die Sprunghaftigkeit von Eugenes Gedankengängen stets unbefriedigend. Herauszuhören glaubt der Doktor jedoch einen verzweifelten Hilfeschrei und die Not, von der eigenen Familie schamlos missbraucht zu werden. Er hat Francis im Verdacht, der ihm mehr als einmal Indizien liefert, dass er sich zu seinem kleinen Bruder hingezogen fühlt.

Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 853 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 400 Seiten
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0074BKJZY
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: #268.284 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich - aber gut! 17. Mai 2012
Von Mareike
Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
Der erste Weltkrieg ist noch nicht allzu lange vorbei, als die drei Mediziner John Raeburn, Edward Vaughan und Morgan Thorpe auf dem Weg zu einem Medizinerkongress plötzlich Probleme mit ihrem Wagen haben und die Reise unterbrechen müssen. Während sie noch dabei sind, sich zu fragen, was sie tun sollen, machen sie Bekanntschaft mit Francis Fairlight, der die Männer einläd, ihn zu seinem Zuhause, dem beeindruckenden, aber auch sehr düsteren Fairlight-Anwesen zu begleiten, wo sie bleiben können, bis sie ihr Reiseproblem gelöst haben.
Eigentlich steht den Ärzten also nur ein kurzer Aufenthalt auf Fairlight bevor und angesichts der Tatsache, dass die schroffen Fairlightbrüder, auf die sie dort neben Francis noch treffen, sie nicht eben überschwänglich willkommen heißen, ist ihnen das auch nur recht. Doch schnell wird das Interesse der Mediziner an dem geweckt, was hinter den Mauern dieses düsteren Hauses vor sich geht. Denn neben Francis Fairlight, einem zuweil schroffen aber dann auch wieder sehr besorgten Mann, leben hier noch der dandyhafte Bruder Frederick, der gewissenhafte Clayton, der sich aber genau wie der Vater der Brüder zu Anfang nicht in Fairlight aufhält, und der jüngste ' Eugene, genannt Florey, der von seinen Brüdern nahezu angebetet wird und der oftmals geistig verwirrt zu sein scheint. Das Verhältnis der jüngeren drei Brüder untereinander ist ebenfalls vollkommen undurchsichtig, mal scheint es voller Verachtung, sogar Angst zu sein, dann wieder scheinen die drei eher wie Liebhaber denn wie Brüder.
Vor allem Dr. Raeburn lassen die Verhältnisse auf Fairlight keine Ruhe, denn er hat plötzlich das untrügliche Gefühl, Francis und Florey vor langer Zeit unter ganz anderen Umständen schon einmal begegnet zu sein ' aber ist das möglich? Raeburns Versuche, dem auf den Grund zu gehen, scheitern auch an der Fassade, die Francis aufrecht zu erhalten versucht, denn dieser fürchtet mehr als alles Andere um das Leben und Wohlbefinden des kleinen Florey, der aber wiederum immer stärkere Züge einer psychischen Störung zeigt'

Christine Wirth hat eine Art zu erzählen, die mir gut gefällt. Sie versteht es, Stimmungen zu verdeutlichen und Atmosphären entstehen zu lassen ' trotz des anders versprechenden Namens wird zum Beispiel ganz schnell klar, dass 'Fairlight' ein Ort ist, der in starkem Kontrast zu dem steht, was der Name verspricht. Überhaupt gibt sich die Autorin sprachlich viel Mühe, ihren Erzählstil der Zeit anzupassen, in der der Roman spielt. Ich denke, dass ein Lektor an der ein oder anderen Stelle noch ein paar Formulierungen etwas ändern würde, aber das ist nun mal bei jedem Autor so und kein Schwachpunkt des Romans, der mir wirklich auch sprachlich gut gefallen hat.
Die Charaktere des Romans fand ich gelungen, weil sie sehr glaubwürdig wirken und zum Teil wirklich schwer durchschaubar sind. Bei Florey, der von nahezu allen Figuren des Romans auf irgendeine Weise eine Anziehungskraft ausübt, ging es mir so, dass ich ständig meine Meinung über ihn änderte ' insgesamt blieb er aber am schwersten greifbar für mich und zum Teil war er mir richtig unheimlich. Am liebsten mochte ich Dr. Raeburn, den freundlichen und zuverlässigen Arzt, der aber auch nicht perfekt ist und bei dem man merkt, dass er den Tod seiner Frau noch nicht verwunden hat.
Die Geschichte ist zum Teil wirklich schon harter Tobak, und das sollte man sicherlich wissen, bevor man 'Fairlight' liest. Das Verhältnis der Brüder zueinander ist zum Teil schon befremdlich, da sie, wie schon erwähnt, manchmal wie Liebende wirken und miteinander umgehen, dann aber auch wieder schonungslos und fast grausam zueinander sind. Es dauert wirklich bis ganz zum Schluss, bis man sich wirklich einen Reim auf all das machen kann, auch wenn es natürlich zwischendrin immer wieder Andeutungen gibt.
Das Ende möchte ich natürlich nicht verraten, aber auch wenn es im Epilog irgendwie wieder versöhnlich wird, war ich über eine Auflösung wirklich entsetzt und sie hat bei mir auch dazu geführt, dass ich das Verhalten einer der Figuren gar nicht mehr verstehen konnte und sie im Nachhinein auch nicht mehr sympathisch finde, auch wenn ich in manchen Bereichen Mitleid mit ihr habe.
Mein Fazit: ein ungewöhnlicher historischer Roman, der hinter die Fassade einer Adelsfamilie blickt und Entsetzliches enthüllt. Auf jeden Fall ein Buch, das ich lesenswert finde und bei dem ich bis zum Schluss an der Auflösung herumgerätselt habe.
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