Die ganze Zeit über besteht der Film nur aus zwei wesentlichen Elementen: Sport und Intrigen. Ständig betätigt sich einer der Protagonisten körperlich, joggt, spielt Golf oder Squash, schwimmt und rudert. Gleichzeitig reden die Figuren dabei über sich, über andere, über ihre Pläne und Ziele, manchmal versteckt und hintergründig, manchmal offen und berechnend. Den Schauspielern dabei zuzusehen, macht ungeheuren Spaß, denn abgesehen davon, dass alle wirklich gut in Form sind und die Sportszenen dem Film viel Dynamik geben, bekommen die Figuren herrlich hinterhältige Züge, und jeder versucht, jeden anderen zu hintergehen. Zwei stechen besonders aus diesem munteren Kabalespiel hervor: Eric Savin, der bereits in Baillius Kurzfilm den Charles gab, überzeugt auch hier wieder als charismatischer Chef, der seine Ziele mit allen Mitteln erreichen will. Daneben ist es vor allem Benoît Magimel, sonst eher als Draufgänger oder Frauenschwarm bekannt, der als Jean-Claude mit roten Haaren und Bierbauch ein paar Schmunzler für sich gewinnt. Auch der übrige Cast ist gut aufgelegt und trägt den Film auf herrlich boshafte Weise. Das Lachen bleibt einem allerdings viel zu oft im Halse stecken oder äußert sich in gelegentlichem fiesem Grinsen - eine witzige Komödie mit einem Gag nach dem anderen darf hier also nicht erwartet werden.
Gleich die zweite Szene ist eine der besten des Films: Chef Charles und sein Untergebener Alexandre spielen eine Partie Squash. Die anfangs noch harmlose Unterhaltung nimmt währenddessen immer mehr an Ernsthaftigkeit und Verbissenheit zu, und mit jedem gewechselten Wort ändert sich auch die Squashpartie. Diese Wechselwirkung zwischen Sagen und Tun tritt in jeder Szene des Films auf und ist eine seiner ganz großen Stärken, egal ob die Charaktere nach oben buckeln und nach unten treten oder auch mal umgekehrt. Trotz des wiederkehrenden Szenenaufbaus, bestehend aus sportlichen Duellen verknüpft mit den beruflichen Wettstreiten, wird es nicht langweilig, da die Dialoge authentisch sind und nie dröge werden. Zudem treiben sie die Handlung jedes Mal ein Stück voran.
Was noch als unterhaltsamer, augenzwinkernder Blick in die intrigante Arbeitswelt beginnt, entwickelt sich spätestens ab der Hälfte des Films zu einem spannenden Thriller, der aus fiesem Spiel plötzlich bitteren Ernst macht. Der Zuschauer kann durch diesen Wechsel absolut nicht vorhersagen, wie das Ganze ausgehen mag - und wird am Ende mit einer kleinen, fiesen Überraschung belohnt.
An Extras hat die DVD bedauerlicherweise nur ein paar Trailer zu bieten und wird dem guten Film dadurch nicht gerecht.
Fair Play" ist eine böse Satire aus Frankreich, die mit ihrer guten Besetzung ebenso überzeugen kann wie mit einer interessanten Handlung, die mit jedem Dialog ein kleines bisschen die Richtung wechselt. Lionel Bailliu ist es gelungen, das Maximum aus einem Kurzfilm herauszuholen und eine gute Idee zu einem unterhaltsamen Spielfilm auszubauen.