...habe ich dann Recht?" Der ehemalige Botschafter und Politikfachmann Joseph Wilson(Sean Penn) konfrontiert seine Frau Valerie Plame(Naomi Watts) aus gutem Grund mit dieser Frage. Es geht darum, ob Valerie sich vom Weißen Haus demontieren lassen will, oder aber ob sie aufsteht und sich wehrt. Eine Frage, deren Beantwortung schwerer als gedacht ist.
USA 2001. Nach dem Anschlag vom 9.September ermittelt die CIA auf Hochtouren. Vor allem in Afrika und dem Nahen Osten geht man allen Spuren des Terrors nach. Die CIA Agentin Valerie Plame ist eine absolute Spezialistin, wenn es darum geht Informationen aus hochbrisanten Aufgabenbereichen im Ausland zu ermitteln. Momentan besteht der Verdacht, dass der Niger uranhaltiges Erz an den Irak verkauft haben soll. In Zusammenhang mit einem anderen Deal, bei dem Aluminiumröhren in den Irak geliefert wurden, besteht der Verdacht, dass der Irak Atomwaffen produzieren will. Valerie Plame ermittelt auf Hochtouren. Ihr Mann, der Ex-Botschafter Wilson, wird vom CIA gebeten, Ermittlungen in Niger durchzuführen, da er dort längere Zeit tätig war. Als Wilson zurückkehrt, weiß er ganz sicher: Die Meldung, dass Niger an den Irak Uranerz geliefert hat, stimmt nicht. Gleichzeitig kommt auch Valeries Team zu dem Ergebnis, dass die Meldung mit den Aluminiumröhren eine "Ente" ist. Valerie erkennt anfänglich nicht, welche Brisanz ihre Ermittlungen haben. Erst als sich Beamte des Vizepräsidenten einschalten, erkennt sie, in welcher Richtung der Hase läuft. Aber da ist es schon zu spät. Joseph Wilson kommt in Schwierigkeiten und Valerie wird enttarnt. Ein Spießrutenlaufen sondergleichen beginnt...
Nach einer wahren Geschichte hat Doug Liman seinen -Fair Game- produziert. Aus heutiger Sicht ist es interessant, sich noch einmal die Geschehnisse um den Einsatz von US-Truppen im Irak anzusehen. Wie die Bush-Regierung seinerzeit ihr "eigenes Welt- und Feindbild" zu unserem gemacht hat, ist eine einzigartige Farce in der neuzeitlichen Politikgeschichte. Eine Farce, die unglaublich viele Menschenleben gekostet hat.
-Fair Game- ist außerordentlich gut besetzt. Sean Penn und Naomi Watts spielen sich die Bälle der Story absolut gekonnt zu. Mit Einblendungen von Originalaufnahmen verpasst Liman seinem Film den wichtigen, authentischen Touch. In den ersten 45 Minuten fällt es manchmal allerdings schwer, am roten Faden der Geschichte zu bleiben. In dieser Zeit verliert sich Liman auf mehreren Schauplätzen, und wer nicht genau aufpasst, kann hier den Anschluss verlieren. Zum Ende hin steigert sich -Fair Game- jedoch beträchtlich und endet genial.
Wie hat George W. Bush es damals(in der Zeit, in der -Fair Game- spielt) so schön gesagt: "Wir streben nach Frieden..." Im Rückblick auf die heutigen Erkenntnisse vor dem Einmarsch in den Irak, vor allem wenn man auf die möglichen Massenvernichtungsmittel schaut, waren das wohl nur hehre Worte, denen ganz andere Taten folgten. Diese Haltung von US-Regierung und Geheimdiensten hat Doug Liman sehr gut eingefangen.
Wer auf Politthriller mit Tiefgang und jeder Menge Lokalkolorit steht, dem kann ich -Fair Game- bedenkenlos empfehlen. Wer jedoch einen Actionthriller mit Starbesetzung erwartet, der könnte enttäuscht werden. Sie dürfen, und müssen, mal wieder selbst entscheiden, welche Art Filme sie lieber sehen. Mich persönlich hat -Fair Game- gut unterhalten und mir ganz nebenbei noch ein paar Ansichten und Erkenntnisse nahegbracht, die ich noch nicht kannte.