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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gut gelungen, 17. August 2008
Vittorio de Sicas Fahrraddiebe" wird gerne als einer der besten und wichtigsten italienischen, wenn nicht gar internationalen Filme zitiert. Eine erstaunliche Leistung für eine Geschichte, die sich nicht explizit mit großen Themen wie Krieg, Liebe oder Tod beschäftigt, sondern nur mit einem Vater, seinem Sohn und seinem Fahrrad. Doch genau hierin liegt der Knackpunkt und der Grund dafür, warum Fahrraddiebe" einen so großen Einfluss hat. Der Film ist ein Musterbeispiel für die Werke des italienischen Neorealismus, der in der Nachkriegszeit eine Gegenbewegung zum großen, eskapistischen Starkino darstellte und sich auf soziale Themen konzentrierte, die eng am Volk lagen.
So nahm sich de Sica für seinen Film keine großen Schauspieler, sondern Laien von der Straße, drehte fast ausschließlich an Originalschauplätzen in Rom und konzentrierte sich auf eine kleine, aber emotionale Geschichte, die nicht nur der italienischen Bevölkerung der Nachkriegszeit aus dem Herzen gesprochen haben dürfte. Auch heute noch weiß die traurige Geschichte über Vater und Sohn mit ihrem offenen Ende und ihrer kafkaesken Hoffnungslosigkeit zu rühren, hat kaum etwas von ihrer emotionalen Eindringlichkeit verloren. Deswegen darf Fahrraddiebe" auch heute noch als Meisterwerk gelten. Zu einer Zeit, in der der Verlust eines Fahrrads oder gar eines Autos kaum mehr als ein großes Ärgernis empfunden wird, gibt der Film einen fast schon belehrenden Einblick in die Nachkriegszeit, in der genau das eine Existenz bedrohen konnte.
Auf emotionaler Basis - und das ist die große Stärke von Fahrraddiebe" - kann der Film von jedem verstanden werden. Die von Alamode Film veröffentlichte DVD-Edition richtet sich jedoch in erster Linie an echte Cineasten, an Filmliebhaber und -historiker, die Fahrraddiebe" als wichtigen Bestandteil des internationalen Kinos sehen. Zwar hat der Film selbst keine bahnbrechende qualitative Überarbeitung erfahren, an Bild- und Tonqualität der DVD kann man angesichts des Alters von 60 Jahren aber nichts bemängeln.
Auf der Bonus-DVD gibt es drei große Features, die vor allem Liebhaber des italienischen Kinos beziehungsweise des Neorealismus interessieren werden. Die bessere der beiden einstündigen Dokumentationen ist die über den einflussreichen Drehbuchautor und Filmemacher Cesare Zavattini, während das Feature über Vittorio de Sica selbst die Aufmerksamkeit gestandener Cineasten auf eine harte Probe stellt. Zuletzt gibt es noch zwanzig Minuten Interviews über den Regisseur sowie eine Bildergalerie und den Kinotrailer des Hauptfilms. Zwar beschäftigt sich keins der Features ausschließlich mit Fahrraddiebe", dennoch sind die Dokumentationen recht treffend gewählt.
Am informativsten ist freilich das Booklet zur DVD, das zwei sehr aufschlussreiche und anspruchsvolle Artikel über Fahrraddiebe" enthält. Die Umsetzung auf Silberscheibe ist Alamode Film daher gut gelungen. Liebhaber des italienischen Kinos, Cineasten und Sammler werden um den Kauf dieses Films nicht herumkommen.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wenn die Existenz von einem Fahrrad abhängt - Meisterwerk des Neorealismus, 13. Juli 2008
Mit FAHRRADDIEBE aus dem Jahr 1948 hat der italienische Regisseur und Schauspieler Vittorio de Sica eines der ganz großen Meisterwerke des italienischen Neorealismus gedreht. Die Geschichte ist so simpel wie eindringlich - ein Familienvater (Lamberto Maggiorani) bekommt einen Job als Plakatkleber. Dafür braucht er ein Fahrrad. Als ihm sein eigenes aber bereits am ersten Tag gestohlen wird, droht ihm erneut die Arbeitslosigkeit. Vergeblich versucht er, das Fahrrad wieder zu bekommen, bis er schließlich selbst vor der Wahl steht, eins zu stehlen...
Kein Geringerer übrigens als der amerikanische Produzent David O. Selznick ("Vom Winde verweht") bot De Sica seinerzeit an, den Film zu produzieren und schlug Cary Grant als Hauptdarsteller vor. Das ist eine zwar interessante, aber vollkommen absurde Idee, denn De Sicas Film und Selznicks Produktionen trennen Welten. Sinn und Zweck des italienischen Neorealismus - zu dem auch Werke wie "Bitterer Reis" oder "Rom - Offene Stadt" gehören - war es, das Leben der Arbeiterklasse nach dem Zusammenbruch des Faschismus in aller Schonungslosigkeit und ohne geheuchelte Emotionalität zu schildern. De Sica drehte wie seine Weggefährten an Originalschauplätzen mit wenig Aufwand und Laiendarstellern, um ein absolut authentisches Bild vom zerrütteten Nachkriegs-Rom zu zeichnen. Das ist ihm auf außerordentliche Weise gelungen. Der Film lebt und atmet den Geruch der Straßen und der Menschen, man ist immer dicht am Ort des Geschehens und würde zu gern eingreifen, helfen, doch man kann es nicht. Die Figuren in FAHRRADDIEBE sind keine Helden und werden nicht als solche stilisiert. Sie sind weder nobler noch stolzer als die Mächtigen, zwischen ihnen herrscht ebenso viel Neid und Missgunst wie zwischen den Klassen selbst. Sie versuchen nichts weiter als zu überleben, und für sie bedeutet der Verlust eines Fahrrads die finanzielle Katastrophe. Gerade heute ist es wichtig, sich Filme wie FAHRRADDIEBE anzusehen und einen Moment darüber nachzudenken, worüber wir uns täglich beschweren und beklagen. FAHRRADIEBE ist darüber hinaus äußerst spannend erzählt, originell in den Einfällen und Charakterisierungen sowie thematisch vielschichtig - so werden etwa alle Möglichkeiten der Hilfe, von der Kirche über die Politik bis zu Wahrsagern, durchgespielt, und alle versagen. Im Neorealismus ist der Mensch auf sich allein gestellt, was hin und wieder zu fatalen Entscheidungen führt. Die große Kunst von De Sica ist es, in den bittersten Momenten der Figuren noch Humor zu finden, und wie nebenbei erzählt er neben seiner Handlung eine ergreifende Vater/Sohn-Geschichte. Das Ende des Films ist auf ehrliche Weise herzzerreißend und besitzt eine emotionale Kraft, die ihresgleichen sucht. Ein Meisterwerk, durch und durch.
Die hervorragende DVD von AL!VE zeigt den Klassiker im korrekten Vollbild-Format (S/W), Ton ist Deutsch und Italienisch Mono, Untertitel sind in Deutsch vorhanden. Als Extras bietet sie eine fast einstündige Dokumentation über Vittorio de Sica namens "Timeless Cinema", eine weitere Doku über den Drehbuchautor und De Sicas Weggefährten Cesare Zavattini (ebenfalls einstündig), dazu Gespräche über De Sica, eine Bildergalerie, den Kinotrailer und ein Booklet. Die DVD sollte in keiner anspruchsvollen Filmsammlung fehlen. Filme wie dieser werden leider nicht mehr gemacht.
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5.0 von 5 Sternen
Klassiker, 2. September 2009
Definitiv einer der Filme die man kennen muss !
Man könnte sagen, es ist vom Range her für Cineasten ähnlich der Blechtrommel den Literaten...
Emotional extrem gefestigte können danach noch Nanni Morettis "Zimmer meines Sohnes " nachlegen
Mmoe
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