... Amerikas laute Stimme in einer Zeit der verordneten Stille.
Michael Moores bisher erfolgreichster Dokumentarfilm ist auch sein umstrittenster. Von beginn an hat er klar gemacht, das sein Ziel mit diesem Film war die Wiederwahl von Bush 2004 zu verhindern. Was bekanntlich nicht funktioniert hat. Moore hat sogar auf eine Oscar Nominierung (und die Chancen standen gut, auch nachdem Gewinn der Goldenen Palme in Canne) verzichtet und hat den Film schon kurz nach Anlaufen in den Kinos und noch vor den Wahlen im Fernsehen ausstrahlen lassen. Alles ohne Erfolg. Obwohl sich schon die Frage stellt ob die Nachwirkungen des Films die Sicht vieler Amerikaner auf die Politik von Bush nach 2004 entscheidet verändert haben und sich so auf die Wahlen 2006 (Teile des Kongresses und des Senats, die Demokraten erreichten Mehrheiten in beiden Kammern) beeinflusst haben.
In Fahrenheit 9/11 beleuchtet Moore vor allem die Geschäftsverbindungen der Familie Bush vor allem mit der Familie bin Laden.
Moore baute eine Argumentationskette auf, die mit der Wahl von Bush 2000 und dem vermuteten Wahlbetrug in Florida beginnt. Relativ schnell arbeitet sich Moore zum 11.9.01 vor indem er aufzählt und bildlich verdeutlicht wie Bush einen Misserfolg nachdem anderen erleidet und die meiste Zeit der ersten Monate im Amt Urlaub macht.
Nachdem 11.09 schaut sich Moore Bush's Krisenmanagement an und stellt gleichzeitig die Frage inwieweit er und seine Familie Mitschuldig an den Anschlägen sind. Wobei sich Moore nicht an Verschwörungstheorien beteiligt sondern ganz eigene Schlüsse zieht. Moore zeigt auf wie viel Geld arabische Familien und vor allem die Familie bin Laden in den USA investiert haben, stellt infrage wessen wohl Bush und seine Leuten wichtigerer ist, stellt die engen Beziehungen der USA mit Saudie Arabien infrage und enthüllt das sich zum Zeitpunkt der Anschläge mehrerer Mitglieder der Familie von Osama bin Laden in den USA aufhielten und obwohl der amerikanische Luftraum gesperrt war ausreisen durften.
Nie war Moore besser. Er beginnt mit einem furiosen Wahlkampf Auftritt von Al Gore in Florida schwenkt zu Nachrichten Sondersendungen aller Sender am Wahltag die Stimmen Gewinne für Gore verkünden, bis die ersten ihn schon zum Präsidenten ausrufen. Bis Fox kommt Bush zum Präsidenten macht und alle anderen Sender umschwenken. So kommt er zum Wahlbetrug.
Zum 11.09. lässt Moore das Bild schwarz und gibt nur den Ton wieder. Und erst langsam kommen Bilder die das Chaos und die beiden eingestürzten Türme zeigen.
Desweiteren hinterfragt Moore die Politik der USA nachdem 11.09. Den Afghanistan aber auch vor allem den Irak Krieg. Moore nimmt sich die Allianz der Willigen vor, und zeigt sich die amerikanischen Networks darum geprügelt hatten wer patriotischer über den Krieg und seine Folgen berichten konnte. Doch die wahren Folgen bekommt man erst hier zu sehen. Das Leid der einfachen Bevölkerung wie aber auch das Leid der Soldaten wie ihren Familien. Bei Moore kommt auch die Mutter eines getöteten Soldaten zu Wort die ihr Leid los werden wollte und Moore nutzt die Chance alle Abgeordneten in Washington zu fragen ob ihre Kinder auch im Krieg für ihr Land kämpfen. Die Antwort ist erschreckend.
Ein weiterer Kritik Punkt im Film ist der Patriot Act. Als Moore erfährt das die Abgeordneten dieses Gesetz noch nicht mal gelesen hatten besorgte er sich kurzer Hand einen Lieferwagen mit Lautsprecher fürh rund ums Kapitol und las ihnen das Gesetz vor. Dazu bekommt der Zuschauer noch weitere BSP dafür wie ernst es der amerikanischen Regierung mit dem Schutz vor Terror ist.
Kritiker des Films behaupten das er einseitig ist. Und sie haben recht. Doch ist diese zum Zeitpunkt als der Film entstand nötig gewesen, da es zu dieser Zeit so gut wie keine kritische Berichterstattung gegenüber der Regierung der USA gab. Die US Medien sind zu Marionetten der Regierung geworden und hatten verlernt kritischr Fragen zu stellen.
"George Orwell schrieb einmal, daß es nicht darum gehe, ob der Krieg real sei oder nicht. Der Krieg soll nicht gewonnen werden, er soll ewig dauern. Eine hierarchische Gesellschaft ist nur auf der Grundlage von Armut und Ignoranz möglich. Diese neue Version ist die Vergangenheit und niemals hat eine andere Vergangenheit existiert. Im Prinzip wird die Kriegsführung immer so geplant, daß die Gesellschaft am Rande des Verhungerns bleibt. Die herrschend Klasse führt den Krieg gegen ihre eigenen Untertanen, und Zweck des Krieges ist nicht der Sieg über Eurasien oder Ostasien, sondern die Aufrechterhaltung und Stabilisierung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung.
(übernommen aus Fahrenheit 9/11 das Buch, Teil 1, Das Drehuch, Seite 168)