Pressestimmen
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Fado heisst das Buch, das lebensvolle Meditationen über Südpolen oder die Ostkarpaten, über Ljubljana, Belgrad und bosnische Dörfer versammelt. »Mitteleuropa ist heute wohl nur noch ein für Meteorologen verständlicher Begriff«, zitiert Andrzej Stasiuk den tschechischen Essayisten Josef Kroutvor. Was bleibt, ist Mythografie, und auf diesem Gebiet zeigt sich Stasiuk einmal mehr als ein Experte, der mit grosser stilistischer Kraft schreibt. Seine Reiseskizzen leben von ihren starken Bildern. Vom Zusammenführen der Theorie Europas mit der kulturellen Praxis des Kontinents.« (
Neue Zürcher Zeitung )
»Eines Tages werden Zigeuner auf den Champs-Elysées ihr Lager aufschlagen, Bären aus Bulgarien auf dem Ku’damm ihre Kunststücke vorführen, halbwilde Ukrainer vor den Toren Mailands Kosakeneinheiten bilden, während besoffene, betende Polen die Weinberge an Rhein und Mosel verwüsten, um dort wirkungsvolleren Schnaps zu produzieren. … Wir glauben diesem Autor seine rauhbeinigen Geschichten aus dem Wilden Osten so gerne, dass er zum bekanntesten polnischen Gegenwartsliteraten im deutschsprachigen Raum wurde.«
(
Frankfurter Allgemeine Zeitung )
»
Fado ist eine große Verlustanzeige. Stasiuk beschreibt jene im Verschwinden begriffene Welt Osteuropas, die noch unberührt ist von den Zeichen moderner Zivilisation. ... In dem Herzstück des Bandes, »Parodie als Methode, den Kontinent zu überleben«, zeigt sich sein Unbehagen auf die Formel gebracht: Was immer der Westen exportiere, bediene zwar die Märkte, aber nicht die Köpfe. Dass der Osten diesem Lebensstil nacheifere, sollte uns darüber nicht täuschen. Er tue es ohne Überzeugung, als Parodie. Stasiuk betreibt hier Arbeit am Mythos, der ein Gegenangebot zu der entzauberten Welt des Westens darstellen soll.« (Jean-Michel Berg
Süddeutsche Zeitung )
Kurzbeschreibung
Während seiner Fahrten durch Albanien hört Stasiuk den Fado. Melancholie und sanfter Trotz dieser Musik sind auch den 24 kurzen erzählerischen Meditationen eigen, die thematisch wie geographisch einen weiten Bogen schlagen: von Südpolen bis Montenegro, vom Blick durchs Vergrößerungsglas auf eine alte Karte, die bosnische Dörfer verzeichnet, bis zu den Reflexionen über die neue Mobilität als Flucht aus der eigenen Geschichte, dem eigenen Leben. „Gibt es eine bessere Metapher für die Reise als eine brüchige Landkarte? Gibt es eine noblere Art der Reise als die auf den Spuren eines Schriftstellers, dessen Bücher man bewundert? So eine Reise ist eine Pilgerfahrt. Und die Pilgerfahrt ist ja nichts anderes als die ältere Schwester der Reise als solcher. Reisen heißt leben. Jedenfalls doppelt, dreifach, mehrfach leben.“