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Fadenwürde: Gedichte
 
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Fadenwürde: Gedichte [Taschenbuch]

Norbert Sternmut
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 98 Seiten
  • Verlag: Pop, Traian; Auflage: 1 (17. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937139672
  • ISBN-13: 978-3937139678
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.538.475 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fadenwürde 9. Juni 2010
Wer Norbert Sternmuts Texte zum ersten Mal liest, steht gleichsam vor einem Rätsel, das sich erst mit der Zeit entschlüsselt. Eine erste Ahnung von der Magie seiner Sprache erhält der Leser, nachdem er den Rhythmus der Texte entdeckt und so einen ersten Zugang zum Kosmos von Sternmuts Lyrik gefunden hat. Von diesem Zeitpunkt an tritt Sternmuts Sprache zusehends in den Hintergrund, spricht im Verborgenen, spricht an und bringt das Hintergrundrauschen des eigenen Selbst zum Klingen. Sternmuts Lyrik schafft für jeden Leser, der sich darauf einlässt, einen persönlichen Zugang, indem er ihn hineinzieht in seinen Kosmos, dort das eigene Selbst erlebbar, erfühlbar macht, Wortkatalysatoren, die seine Texte zu einem 'Erkenne dich selbst' werden lassen und damit zum Träumen, Erinnern und Verstehen anregen.
Jeder Text ein Multiversum. Und wollte man einen beispielhaft herausheben, so würde man den anderen
Unrecht tun. Und so wandert der Leser, den eigenen Erinnerungen und Gefühlen folgend, von Seite zu Seite, der Melodie der geflüsterten Worte längst enthoben, ,liebt, ist traurig, neugierig und nachdenklich.
Sternmuts Lyrik öffnet selbst, gerade nach mehrmaligem Lesen, neue Blickwinkel und ist dadurch zeitlos, immer neu, nie langweilig ' auf den Punkt gebracht ' ein 'MUSS'.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beinahe ohne Punkt und Komma kommt Norbert Sternmuts neuer Lyrikband "Fadenwürde" daher und eröffnet den Lesern gerade dadurch immer wieder neue interessante Interpretationsmöglichkeiten und Sichtweisen der einzelnen Sternmut-Werke.

Wie auch in seinen Lyrikbänden zuvor belässt der Autor es nicht dabei, dem Leser ein bildlich perfekt (b)geschriebenes Gedicht vor Augen zu halten, sondern lädt mit jeder Zeile neu zum Nachdenken und Neuninterpretieren ein. Sternmut wünscht eher den Zugang über ein Gefühl, nicht immer nur über die Vernunft, den Verstand - den Denkgeist. Der Autor sagt dazu: "Die kommen teilweise aus einer psychoanalytischen Tiefe, auch wenn sich andere sicherlich leichter zuordnen lassen: "Amok" zum Beispiel."

Zum Titel "Fadenwürde" ließ sich Norbert Sternmut zum einen von Bob Dylan und seinem Song "Dignity" inspiriert, dann auch von Celans "Fadensonnen".

Sternmut beweist mit seinem Lyrikband "Fadenwürde" wieder einmal eindrucksvoll, dass er sich nicht umsonst zu den bedeutendsten deutschen Gegenwartslyrikern unserer Zeit zählen darf.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Menschenbilder 8. März 2009
Unter dem Titel 'Fadenwürde' legt Norbert Sternmut eine neue Sammlung assoziativ gebildeter lyrischer Gestaltungen vor. Im Kreis derer, die diese Art Lyrik schätzen, wird er eine eigene Stimme abgeben. Mit Gewissheit kann man sagen, dass durch ihn die Vielfalt im Assoziativen erweitert wird.
Die Rezension möchte sich dort einpflocken, wo Interessen bemerkbar werden, die vermutlich von vielen Lesern geteilt werden. Es ist das Interesse an neuerer Malerei (S.14)
'... der Künstler in Modellen Figuren Brandluft. Das Frühstück im Freien die Figur sie fordert/ das Gras es färbt sich das Thema:'
Das 'Frühstück im Freien' (1861) von Edouard Manet geht auf ein berühmtes Bild der italienischen Renaissance zurück. Eben auf Giogiones gleichnahmiges Bild. Sowohl bei dem Italiener als auch bei Manet sitzt eine unbekleidete Frau im Kreis von Männern in zeitgenössischer Tracht. Die Herren tragen Kleidung aus der Zeit um 1860. Einer macht eine rhetorische Gebärde: '..der scherbende(n) Gewalt der Worte der feinen Gesellschaft die sich erregte...' Tatsächlich erregte sich damals die Kunstkritik. Diese wurde später ein- ums andere Mal herausgefordert nicht zuletzt von Picasso. Diesem widmet der Lyriker eine Seite seines schmalen Bandes.

Da die Lesenden sehr häufig Schreibende sein werden, kann ihnen kaum unverständlich sein, wenn der Autor sich gleichsam hinterm Ohr kratzt und mangelnde Raissonanz registiert(S.75)

Der sich Einlesende wird nicht nur gefangen vom Netz der Assoziationsketten, er wird auch wieder hinaus geworfen. Der Autor sieht sich nämlich mit einem Teil des Alltags konfrontiert eben mit einer ganz anderen nicht gerade idyllischen Seite. Die Künste- auch Wortkünste ' schlagen um in ein Bewusstsein, das sich dem Signalwort 'Die Platte' nicht verschließen kann (S.77) :
'Mürbemenschen
auf kalten Platten
ohne Festplatte Aussicht...'
Im Fadenkreuz der Idylle kommen 'Mürbemenschen' nicht vor.
Der Leser wird unzählige Kontraste in den Assoziationen bemerken. Das eine schlägt immer wieder um ins Gegenteil.

Wir wollen abschließend die Vorderseite des Einbandes näher betrachten. Sie enthält einen deutlichen Bezug zum Inhalt. Auf den ersten Blick zeigt sich ein Stiück handgeprlasterter Straße in grauen Abschattungen. Vertikal führt ein roter Strich über dieses Pflaster und deutet auf einen roten Faden. In dem Bewusstsein, dass das Leben auf der Platte eine handfeste Realität darstellt, wogegen die Sprache der Lyrik eher im Bild des Fadens gesehen wird, können wir das Buch aufschlagen.
Die unterschiedliche Oberfläche der Steine weist auf die vorherrschende Mannigfaltigkeit der Themen und Formen hin. Es sind auch immerwieder krasse Gegensätze, die aufgereiht werden. So zeigen die Strophen auf der Rückseite des Einbandes den Gegensatz: unmäßige Grausamkeit und Banalität des Alltags. GGE
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