Die Lebensgeschichte von Bruno Sutkus ist wirklich der absolute Hammer!
Sutkus erzielt als einfacher Wehrmachtssoldat mindestens 209 "Abschüsse". Wahnsinn ist, dass er sich noch präzise an all diese Treffer erinnern kann. Richtig unter die Haut geht es, wenn er von seinen unerbittlichen Scharfschützenduellen mit russischen Soldaten schreibt. Festgehalten wird alles in seinem Scharfschützenbuch, das den Krieg überlebt, weil er es kurz vor Kriegsende an seine große Liebe gibt, die es mehr als ein halbes Jahrhundert für ihn verwahrt. Sutkus selbst hat kein Glück und verbingt Jahrzehnte seines Lebens in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Bis zum Schluss bleibt er seinem Eid treu und widersteht selbst KGB-Anwerbeversuchen.
Genial und spannend wie die eigentliche Geschichte sind auch die Abbildungen im Buch wie "Besitzurkunde des Scharfschützenabzeichen, 3. Stufe" und das gesamte Scharfschützenbuch mit allen (!) Einträgen. Bedenkt man, dass nur die definitv bestätigten Abschüsse drin sind, ist klar, dass es in Wirklichkeit noch viel mehr gewesen waren. Nicht umsonst wurde Sutkus im Wehrmachtsbericht genannt!
Außerdem gibt es viele technische Details (Ziefernrohr usw.), die auch Nicht-Techniker verstehen und interessant finden. Weiterhin beschreibt Sutkus alles, woran man als Scharfschütze denken muss wie Windrichtung, Tarnung, Schussrichtung usw.
Anders als viele andere Bücher mit dieser Thematik ist dieses hier kein Roman. Es handelt sich um einen einfachen Soldaten, der seine Erlebnisse schnörkellos und ohne Pathos niedergeschrieben hat. Daher ist es die Geschichte eines "Helden" ohne ein "Heldenepos" zu sein. Überraschenderweise findet es sogar ein glückliches Ende.
Angesichts der Thematik kein Buch für zarte Gemüter und, oder gerade, für "Pazifisten" geeignet. Denkt man an die Opfer und den Preis, den Sutkus für seine Erfolge zahlen musste, ist es sogar ein Buchdenkmal gegen den Krieg!
Uneingeschränkt empfehlenswert!