Da meine Mutter Schwäbin ist, bin ich früher öfter in den Genuss selbstgemachter Spätzle gekommen.
Da es meiner Meinung nach eine Frechheit ist, diese Tütendinger als Spätzle zu verkaufen, habe ich jene auch immer verweigert; geschmacklich sowie haptisch einfach nur Pappe!
Nun hatte ich aber doch mal wieder Lust auf Spätzle, und so machte ich mich auf die Suche nach einem brauchbaren Werkzeug zur Herstellung selbiger.
Hierbei stieß ich auf die unterschiedlichsten Gerätschaften.
Eine Presse war mir für den Anfang zu teuer, das klassische Schaben vom Brett müsste erst geübt werden und ist bei größeren Mengen auch mit mehr Zeitaufwand verbunden, der Hobel soll schwieriger zu säubern sein und nur ganz kurze, runde Knöpfe produzieren, und bei den runden Topfaufsatz-Sieben würden angeblich die Löcher zu schnell verkleben, da der Dampf nicht seitlich entweichen könne.
Zudem schieden die - mir zunächst praktisch und hygienischer erscheinenden - Metallwerkzeuge aus, da diese sich über dem Wasserdampf schneller erhitzen und die Gefahr des Verbrennens größer ist.
Nach mehreren Berichten wurde ich auf die Tupper Spätzleria aufmerksam, die von vielen bejubelt wurde. Aber 18 Euro? Nur für Spätzle? Dann stieß ich auf diese nahezu identische Spätzlereibe von Fackelmann (dieselbe Form, anderer Schaber, andere Farbe, rundere Löcher) und schlug zu.
Gestern gab es nun das erste Mal Spätzle, und die Herstellung ist sofort geglückt! Die Spätzle waren ca. 4cm lang; das ist genau meine bevorzugte Länge. Keine Knöpfle, die einfach nur rund und unscheinbar sind, aber auch keine ellenlangen Bänder, die schwieriger zu essen sind und außerdem nicht soviel Soße aufnehmen.
Wichtig ist für die Herstellung etwas längerer Spätzle, dass 1.) der Teig nicht zu fest ist (er muss flüssiger sein als beim Brettschaben und auch flüssiger als für diverse Pressen) und 2.) nicht bei jedem Spatelstrich abgeschnitten wird; er sollte vielmehr sanft durchgedrückt werden und erst bei gewünschter Länge mit der scharfen Kante abgeschabt werden.
Ich hatte ein Rezept genommen, bei dem zu 50g Mehl jeweils 1 Ei gegeben wird. Außedem wird noch mit Salz und Muskat gewürzt. Da der Teig hinterher noch immer einen Tick zu fest war, ich aber kein weiteres Ei mehr hatte, habe ich noch einen (wirklich winzigen!) Schluck Milch zugegeben. Dann war die Konsistenz perfekt.
Die Reinigung des Geräts unter kaltem Wasser (heißes Wasser lässt den Teig sofort hart werden) funktionierte problemlos. Ein kurzes Abspülen genügte, so dass die Spülmaschine nicht ans Werk musste, obwohl das Gerät laut Hersteller dafür geeignet ist.
Uns hat es sehr gut geschmeckt, und es wird von nun an mit Sicherheit öfter Spätzle geben! Evtl. versuche ich mich ja beizeiten doch auch mal am Schaben; neugierig darauf bin ich nun ja schon geworden. ;)
Die Reibe ist zu diesem Preis aber einfach unschlagbar und völlig ausreichend, wenn man keine ultralangen Spätzle produzieren will. Alles zwischen runden Knöpfle und (mit etwas Übung) ca. 6cm langen Spätzle ist machbar.