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Facing You

Keith Jarrett Audio CD
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Musik

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Produktinformation

  • Audio CD (17. September 1985)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Ecm Records (Universal)
  • ASIN: B0000261LJ
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Hörkassette  |  Vinyl  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 290.573 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

 
1. In Front
2. Ritooria
3. Lalene
4. My Lady; My Child
5. Landscape For Future Earth
6. Starbright
7. Vapallia
8. Semblence

Produktbeschreibungen

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Erstlinge neigen zu Redundanzen. Denn sind die Künstler unter Vertrag, wollen sie auch zeigen was in ihnen steckt. Keith Jarrett machte da keine Ausnahme und ließ sich auf Facing You voller Impulsivität in eine Welt der Improvisationen fallen. Allerdings hatte der damals 27jährige Pianist aus Allentown, Pennsylvania, vor seinem Solo-Einstand bei der Plattenfirma ECM bereits einiges an Erfahrungen hinter sich gebracht. Drei Jahre bei Art Blakey, Kooperationen mit Charles Lloyd, Charlie Haden und Paul Motian und schließlich die Zeit 1969 bis 1971 in der Electric Jazz Band von Miles Davis ließen ihn an der Seite berühmter Kollegen wachsen. So konnte Jarrett im Jahr 1972 mit Facing You den großen Wurf wagen, ohne Gefahr zu laufen, sich als genialischer Träumer im Nirwana der Introspektion zu verlieren.

Tatsächlich markiert das Album den Wendepunkt eines Trends. Hardbop und Free, Jazzrock und Fusion neigten dazu, die Musik immer mehr anzufüllen, zu verfremden, zu überhöhen. Jarrett zog die Interpretationsbremse und reduzierte die Klänge auf das Individuelle. Der Virtuose und sein Instrument, ein Mythos der bürgerlichen Konzertsaalkultur, wurde voll Emphase wiederbelebt und mit neuer Kraft gefüllt. Denn die acht eigenen Kompositionen vereinen den freien Puls der Avantgarde mit der Romantik der unmittelbaren Schaffenskraft. Jarretts Hang zur Harmonie trotz hartem, klaren Anschlag und seine choralhafte Innerlichkeit verschaffen schon Facing You die Aura der Gefühlstiefe, die später mit The Köln Concert weltberühmt wurde. Ein Meilenstein.

--Ralf Dombrowski



Kundenrezensionen

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4.8 von 5 Sternen
4.8 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keith Jarretts erste Soloplatte! 14. September 2008
Format:Audio CD
"Facing You" ist die erste Solo-Platte von Keith Jarrett. Sie wurde 1971 von Jan Erik Kongshaug in Oslo aufgenommen und dies in vorzüglicher Qualität.

Damals erschien es in der Jazzwelt als völlig aussichtslos, eine Platte nur mit Klavier auf den Markt zu bringen. Der deutsche Produzent Manfred Eicher und seine Firma ECM überhörten alle Unkenrufe und behielten recht. "Facing You" wurde ein großer Erfolg, in musikalischer und kommerzieller Hinsicht. Auf "Facing You" folgten 1973 die "Solo Concerts: Bremen and Lausanne" und 1975 "The Köln Concert", das mindestens dreieinhalb Millionen mal verkauft worden ist.

"Facing You" besteht aus 8 Stücken, die allesamt ohne größere Planung entstanden sind. Der Pianist spielt ex tempore eine Idee an und entwickelt sie improvisierend weiter.

Ein Höhepunkt ist wohl das dritte Stück, "Lalene", das sehr reizvoll zwischen flüssigen single-note-Linien und mächtigen Akkorden changiert.

Sehr empfehlenswert, selbstverständlich auch auf Vinyl.
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50 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker 10. Dezember 2002
Von "petheld"
Format:Audio CD
Das Album "Facing You" von Keith Jarrett hörte ich zum ersten Mal in den frühen Siebzigern immer wieder mit wachsendem Staunen. Es ist Jarretts Debut als Solopianist, das komprimierte Statement eines Genies, das an Intensität, Vision und Innigkeit seinesgleichen sucht. Es sollten viele Alben seiner berühmten Solokonzerte in Köln, Bremen und Japan folgen- deren Kraft kommt einem auf Facing you in kondensierter Form entgegen. Die Zeit des Elektric Jazz, auch als Bandmitglied bei Miles Davis, lag bereits hinter ihm, er hatte vor sich Jahre der Selbstentfaltung als Improvisator am Klavier, später im Trio,das sich den Jazz Standards widmete sowie als Interpret von Mozart, Bach, Schostakowitsch und eigenen Werken. Diese Ausprägungen finden sich alle im Keim als Elemente integriert in "Facing you" , ein Album ,dass sich durch seine Originalität und sein stiltisches Niveau auch abhebt von den Improvisationen Chick Coreas, die zur gleichen Zeit veröffentlicht wurden. Für mich persönlich sein bestes Album nach wie vor, weil es meine Haltung zur Musik nachhaltig prägte und heute nach dreißig Jahren immer frisch klingt und bereichernd wirkt. Definitiv die Eine unersetzliche Platte, die ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde.
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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stephan Urban TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
unglaublicherweise stammt diese aufnahme aus dem jahr 1972, keith jarrett war damals 27 jahre alt und wagte es erstmals, eine reine piano-improvisationsplatte aufzunehmen.

der pianojazz war damals dabei sich zu verändern, es ging in richtung funk, jazzrock und fusion, hardpop war durchaus noch im trend und die nachbeben des von miles davis 15 jahre zuvor veröffentlichten albums "birth of the cool" waren immer noch richtungsweisend zu spüren.

in dieses umfeld hinein gebar jarrett diese insel der ruhe und des friedens, selbst die natürlich auch vorhandenen schnellen, perlenden läufe und mitunter wuchtig gesetzten akkorde sind nicht in der lage, diesen gesamteindruck zu trüben. jarrett schwamm gegen den strom, fand eine beinahe magische kraft in der ruhe, die faszination in der zurückhaltung und eine mitunter kaum erträgliche spannung in der langsamkeit.

diese aufnahme ist so etwas wie ein wunder, ein konzentrat, eine verdichtung, eine ouvertüre für alles, was dieser mann noch mit einem piano anstellen sollte.

geniale improvisationen, die mehrmals in damals unerhörtes abhoben, die ihrer zeit voraus waren und es zum teil noch sind.

ebenso unglaublich ist die tonqualität in der diese mittlerweile fast vierzig jahre alte aufnahme im hier und jetzt ankommt.
ohne in ausufernde beschreibungen abzudriften: das gehört zu den besten klavieraufnahmen, die ich besitze (und das sind viele). die gefühle und emotionen, die jarett in sein spiel einfließen lässt, kommen (die entsprechende wiedergabemaschine vorausgesetzt) beinahe ungefiltert im gehirn des geneigten hörers an...

falls hier tatsächlich remastert wurde: chapeau!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rohe Vorwegnahmen der Improvisationsklassiker 5. März 2012
Format:Audio CD
Die erste reine Solo-Klavierveröffentlichung von Keith Jarrett wurde im Jahre 1971 aufgenommen, in einer Phase, in der er mit Miles Davis und in diversen anderen Projekten unterwegs war, die sich überwiegend dem Free Jazz und überhaupt recht experimentellen musikalischen Formen verschrieben hatten. Man kann das den Stücken auf "Facing You" (allesamt Eigenkompositionen) auch teilweise anhören, klingen sie doch oft recht roh, treibend, ungeschliffen, mit Anlehnungen an Boogie-Woogie und Bebop. Für den Opener "In Front" gilt dies in besonderer Weise.
Dennoch merkt man auch diesem Frühwerk Jarretts schon jene Leitlinien freier Improvisationen an, die dann in den späteren Klassikern "Solo Concerts. Bremen / Lausanne", dem "Köln Concert" und vor allem den überragenden "Sun Bear Concerts" charakteristisch sind: Die linke Hand breitet den rhythmischen und harmonischen Teppich aus, die rechte wirbelt darauf herum oder streichelt den Klang, je nach momentanem Temperament des Meisters. Ebenfalls augenscheinlich ist das oftmalige "Suchen" nach einer Linie, die, einmal gefunden, leider zu früh schon wieder endet. Die kürzeren Stücke der zweiten CD-Hälfte wirken teils wie Ansätze zu längeren Improvisationen. Wer weiß, vielleicht hat Jarrett ja in einigen seiner vielen nicht veröffentlichten Solo-Konzerte diese Ansätze dann auch zu langen, freien Improvisationen ausgebaut.
Auf "Facing You" überzeugen vor allem das sanft-groovige "Lalene" und "Ritooria", während "My Lady, My Child" oder "Vapallia", die beide ein wenig orientierungslos daherkommen, zu den weniger gelungenen Titeln zählen.
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