Der Titel des Buches "New Faceforming. Das sensationelle Gesichtstraining gegen Falten" verspricht Großes und läßt daher sofort Neugier aufkommen. Auch die Autorin Benita Cantieni wirkt sympathisch und humorvoll.
Doch das Buch ist so unübersichtlich aufgebaut, dass man ständig auf der Suche ist, worum es eigentlich geht. Der Text ist wortreich und zugegeben sehr positiv, aber klare Anweisungen fehlen. Man kann sich nie recht vorstellen, was man nun konkret gemeint ist, welche Muskeln soll man bewegen, welche inneren Vorstellungen aktivieren, um den Prozess zu erleichtern? Erst nach schwieriger Lektüre beginnt man zu erahnen: Hier gibt es ein Grundprinzip. Ähnlich wie bei Pilates oder bei Übungen für den Beckenboden soll die Tiefenmusukulatur - diesmal im Gesicht und am Kopf - aktiviert werden und so zu einer deutlichen Straffung der Gesichtzüge beizutragen. Doch die Autorin kann das nur vage vermitteln. Besonders verunsichernd: Nach einiger Zeit jubelt der Text des Buches immer wieder freudig, dass man die angegebene Übung nunmehr restlos beherrsche. Verwirrt blättert man zurück. Hat man etwas überlesen? Nein. Aber man weiß noch immer nicht genau, wie es geht.
Was dieses Buch gebraucht hätte, wäre eine drastische Kürzung des Textes, logische Gliederung, kurze prägnante Anweisungen und viele, viele Fotos, die Schritt für Schritt erklären, was zu tun ist.
Erst dann könnte man abschätzen, ob die hier propagierte "Cantienica Methode", welche die Autorin ebenso selbstbewußt wie geschäftstüchtig nach sich selbst benannt hat, etwas auf sich hat. So, wie es jetzt ist, fühlt man sich eher an des Kaisers neue Kleider erinnert.